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Villingen-Schwenningen Schlenker geht seinen Weg

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Kulturamtsleiter Andreas Dobmeier schaut sich in der Städtischen Galerie in Schwenningen ein Werk von Felix Schlenker an. Foto: Simon Foto: Schwarzwälder Bote

-Erich Hauser, das künstlerische Aushängeschild Rottweils, hatte den Schwenninger Felix Schlenker einst als ­"Meister des Nichts" bezeichnet.

VS-Schwenningen. Aber ­gerade mit dem "Nichts", den einfarbigen quadratischen ­Bildern, und den reduzierten Nagelbildern, den sparsamen Assemblagen oder den geometrischen Druckstöcken aus alten Holzlettern hat der in Schwenningen geborene Felix Schlenker (1920 bis 2010) seine überregionale Reputation erfahren.

Solche Arbeiten befinden sich in vielen Sammlungen, unter anderem auch in so bedeutenden wie in der Staatsgalerie Stuttgart und der Galerie der Stadt Stuttgart. Einige dieser Werke sind im Besitz der Städtischen Kunstsammlung Villingen-Schwenningen, viele gehören aber nun seiner Witwe Bärbel ­Schlenker. Eine Auswahl dieser Arbeiten werden ab diesem Samstag in der Städtischen Galerie an der Friedrich-Ebert-Straße in Schwenningen in einer Ausstellung zum 100. Geburtstag Schlenkers gezeigt.

Jeder Ausstellungsmacher hat seine Sicht auf die Dinge. So hat sich Vanessa Charlotte Heitland, die am Jahresende zwar die Galerie verlassen, aber für das laufende ein komplettes Programm konzipiert hat, für die nun präsentierte Auswahl entschieden. Figürliche Arbeiten, wie etwa seine späten "Gsiater" oder seine ganz frühen Porträts aus seiner Fluorner Dorfzeit, wo er Ende der 1940er Jahre als Junglehrer arbeitete, sind nicht dabei. Gegenständliche Porträts, die manche Ausstellungskuratoren im Gesamtwerk Schlenkers als Stilbruch sehen, passen schließlich auch nicht ins Ausstellungskonzept aus Sackleinen, Brettern, Drahtgittern, Stoffresten, Glassplittern, Sand.

Zu sehen sind nun Werke, die trotz ihrer Abstraktion ein subjektives Weltbild des als schwierig geltenden Künstlers wiedergeben. Kunstschaffen war für den kritischen Geist auch immer Erinnerungsarbeit.

In seinem Tagebuch notierte er 1990 so zu seiner Installation für Anne Frank: "Schrecken der Geschichte nicht zu bewältigen, nicht zu vergessen." An vergangene Zeiten in visueller Form noch zu erinnern, aber sie künstlerisch zu etwas Neuem zu überführen, das war das Prinzip seiner Assemblagen und Materialcollagen.

Dabei ging er konsequent seinen Weg. Werden zu Beginn seines Schaffens noch deutliche Anklänge an Paul Klee sichtbar, löst er sich bald von seinem Vorbild und es entstehen ab 1958 – unter Einfluss des Informel und der neuartigen Bildfindungen und Konzepte von Künstlern wie Alberto Burri, Antoni ­Tàpies oder Karl Fred ­Dahmen – die ersten Materialbilder. Das Rudimentäre, Archaische der frühen Materialbilder aus Sackleinen, Stoffen, rostigen Blechen, Holzstücken und Hufnägeln mündete zunehmend in serielle Bahnen.

Schließlich wurde auf den Einsatz der prägenden Fundstücke ganz verzichtet. Die Arbeiten wurden immer strenger und reduzierter. So entstanden schon Ende der 1960er-Jahre aus weißem Mattlack auf Hartfaser seine ersten großformatigen "Meditationsbilder". Der "Meister des Nichts" hat seinen Weg gefunden.

Die Ausstellung wird an diesem Samstag um 16 Uhr eröffnet. Es sprechen Bürger­meister Detlev Bührer und Johann-Karl Schmidt, ehemaliger Museumsdirektor.

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