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Villingen-Schwenningen Schildkröte sagt eigentlich schon alles

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Von Eva-Maria Huber

Villingen-Schwenningen. Muri, Muda, solche Begriffe werden den 275 Mitarbeitern der Firma Kübler in Schwenningen kaum spanisch vorkommen, eher japanisch. Seit 2008 steht im Zentrum der Unternehmensphilosophie Kaizen: Und die setzt schon bei geordneten Schubladen an.Der erste Eindruck beim Gang durch die neue Produktionshalle: Licht durchflutet die Gänge, die Mitarbeiter der einzelnen Produktionsinseln haben nicht nur ausreichend Platz, monotone und vor allem unnütze Betriebsabläufe sind im Hause Kübler verpönt.

Und damit wäre Frank Schad schon mittendrin in seinem Thema. Seit vier Jahren ist Schad, der bei Kübler gelernt und Karriere gemacht hat, Kaizenbeauftragter und versucht, "langsam aber kontinuierlich diese japanische Philosophie in die Köpfe der Mitarbeiter zu bringen". Eingebunden sind bei den Schulungen, Audits und Workshops alle: vom Lehrling über den Arbeiter bis hin zu den Führungskräften. Eingebunden sind damit auch die beiden Geschäftsführer Lothar und Gebhard Kübler.

Ein Blick auf diverse Plakate zeigt eigentlich schon alles. An einer Produktionsinsel des Unternehmens, das zu den weltweit führenden Spezialisten in der Positions- und Bewegungssensorik, Zähl- und Prozesstechnik sowie der Übertragungstechnik gehört, ist eine Schildkröte zu sehen. Nicht, dass die Mitarbeiter hier etwa in gemächlichem Tempo arbeiten. Das Tier steht für jene "Verbesserung in kleinen Schritten", die für Kaizen charakteristisch ist. Wichtiger Faktor in dem Kaizen-Regularium: Weg mit der Verschwendung und damit der Vergeudung von Zeit und damit von Ressourcen.

Unnötige Transportwege sind ebenso ein Tabu wie (unaufgeräumte) Schubladen, die teils viel Unnützes enthalten und den Arbeitsalltag sicherlich nicht leichter machen.

Skeptiker hören mit Erstaunen, dass von in der Firma ermittelten rund 1000 Punkten, auf die gut und gerne im Alltag verzichtet werden könnte, fast 600 abgestellt wurden, "zur positiven Überraschung unserer Mitarbeiter". Gemeinsam mit ihnen wurden auch Prozesse verbessert und Arbeitsvorgänge standardisiert und erleichtert.

Teamarbeit, das hört jeder Besucher aus Schads leidenschaftlichem Plädoyer heraus, ist ein weiterer Baustein im Kaizen: "Zehn Köpfe sind besser als einer", besagt eine der goldenen zehn Regeln. Gibt es beispielsweise Engpässe, "helfen alle mit, um da durchzugehen". Werden Fehler gemacht, "was menschlich ist", werde Ursachenforschung betrieben, statt diese zu vertuschen oder anderen in die Schuhe zu schieben.

Wer im Unternehmen, das vor mehr als 50 Jahren von Fritz Kübler gegründet wurde, Filippo Zerbo, Teamleiter Marketing Kommunikation, nach Nachhaltigkeit fragt, landet immer wieder bei Kaizen, jener Methodik, die ständige wie behutsame Verbesserungen in kleinen Schritten anstrebt.

Dabei geht es sicherlich um Qualitätsmanagement, hohe Flexibilität und niedrige Kosten und damit darum, dass sich die Kübler Group mit international etwa 400 Mitarbeitern auch in Zukunft erfolgreich am Markt behaupten kann.

Doch es geht auch um mehr. "Um das Wohlbefinden der Mitarbeiter", so Schad und Zerbo. Fluktuation gebe es im Hause Kübler kaum: "Wenn Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen, stellt sich der Erfolg von ganz alleine ein", so das Credo.

Was hinter Kaizen steckt, hat offensichtlich auch schon andere die Ohren spitzen lassen: Schad lädt nicht nur Mitarbeiter zu Schulungen ein, sondern mittlerweile auch Kunden und Manager anderer Unternehmen. "Das spricht sich allmählich herum, was wir da machen", meint Schad nicht ohne Stolz.

 
 

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