Hans-Joachim Schleusener vor den Toren der Verkehrsschule. Jeder Viertklässler muss sich von der Kreisverkehrswacht das Radfahren im Straßenverkehr beibringen lassen. Doch ihre eigene Zukunft ist vollkommen ungeklärt. Foto: Eich Foto: Schwarzwälder Bote

Wendepunkt: Welche Zukunft blüht der Einrichtung?

Schwarzwald-Baar-Kreis. Für die Kreisverkehrswacht Schwarzwald-Baar könnte die Oberbürgermeisterwahl in Villingen-Schwenningen entscheidend sein. Kurz nach der Fusion der Verkehrswacht Villingen-Schwenningen mit der Verkehrswacht in Donaueschingen steht sie auch schon am nächsten Wendepunkt in ihrer Geschichte. Sie soll umziehen und müsste dafür eine neue Verkehrsschule bauen. Aber: "Unser Verein hat die finanziellen Mittel nicht, wir leben ausschließlich von Spenden und Geldbußen der Gerichte", erklärt Hans-Joachim Schleusener im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten.

 

Jeder Viertklässler muss dort hin

Nun also hängt viel vom künftigen Oberbürgermeister ab: Lässt er die Verkehrswacht vielleicht doch am bisherigen Standort an der Schwenninger Steige? Oder beharrt auch er darauf, dass auf dem dortigen Areal Einrichtungen der Medizin- oder Medizintechnik viel besser aufgehoben seien und die Verkehrsschule doch bitteschön auf den Klosterhof umziehen möge? Falls ja, würde er ein solches Vorhaben finanziell tragen oder wesentlich bezuschussen?

Parcours für Senioren auf E-Bikes geplant

Obgleich es sich bei der Kreisverkehrswacht um einen Verein handelt, widmet er sich doch einer Pflichtaufgabe: Alle Viertklässler müssen, so Schleusener, in der Schule die Verkehrsschule besuchen und die richtige Teilnahme am Straßenverkehr mit dem Fahrrad lernen. "Wir sorgen dafür, dass die Verkehrsschule funktioniert", erläutert Schleusener.

Doch die Finanzierung dieser Aufgaben ist kniffelig – "wir brauchen dringend wieder Spenden", so Schleusener, der sich daher besonders über die Zusage des Rotary-Clubs Schwenningen freute, die Verkehrswacht aus den Mitteln der Weihnachtslotterie für die Dauer von fünf Jahren zu unterstützen.

Ein weiteres Vorhaben der Kreisverkehrswacht liege den Rotariern dabei besonders am Herzen: die Verkehrswacht plant einen Parcours für ältere Pedelec-Fahrer. Grund: Folgenschwere Unfälle von Senioren auf E-Bikes häufen sich. Doch eine Möglichkeit, den Umgang mit dem motorisierten Fahrrad und die Teilnahme am Verkehr damit zu üben gibt es bislang nicht.

Auch ohne Umzug auf den Klosterhof müsste die rund 200 Mitglieder starke Verkehrswacht hinsichtlich der Verkehrsschule handeln, macht Schleusener deutlich: "Das Gebäude ist viele Jahre alt und nicht mehr auf dem neuesten Stand. Wir müssen in jedem Fall etwas machen." Wie lange der Status Quo an der Steige noch dauert, weiß im Verein niemand so genau: Der Pachtvertrag, so Schleusener, werde jeweils nur kurzfristig um weitere zwei Jahre verlängert. Viel Spielraum für den Verpächter also, die Verkehrswacht binnen kurzer Zeit vor vollendete Tatsachen zu stellen.