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Schwarzwald-Baar-Kreis Rückenwind für den Hagelflieger

Von
Foto: Kübler

Schwarzwald-Baar-Kreis - Der Einsatz des Hagelfliegers – eine homöopathische Maßnahme oder Daseinsvorsorge insbesondere in Zeiten von Klimawandel? Im Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik wurde das sachlich diskutiert.

Zuvor hatten Vertreter des Vereins zur Hagelabwehr in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Tuttlingen das Verfahren, die Einsatzmöglichkeiten und Erfolge des Hagelfliegers vorgestellt. Jetzt sollen 10.000 Euro zur Unterstützung des Vereins in den Haushaltsentwurf 2019 eingestellt werden.

Bereits 2012 war man im Fachausschuss mit dem Thema befasst. Vor dem Hintergrund fehlender wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Wirksamkeit des Verfahrens zur Hagelabwehr hatte man damals von einer finanziellen Beteiligung abgesehen, wollte aber die Forschung in diesem Bereich weiterhin beobachten und die Haltung in dieser Frage regelmäßig überprüfen. Das geschah jetzt in der jüngsten Ausschusssitzung. Ziel der Hagelabwehr ist es, vor Schäden durch Hagel zu schützen. Dazu fliegt der Hagelflieger hagelträchtige Wolken an und bringt in ihnen ein Silberiodid-Aceton-Gemisch aus. Dadurch wird Regen ausgelöst oder die Ausbildung größerer Hagelkörner verhindert.

Unsere Reporterin flog im Juli mit:

Kreisräte wie Ernst Reiser (FW) und Bernd Hezel (CDU) erinnerten sich noch an das verheerende Hagelunwetter vom 28. Juni 2006. Allein in Villingen-Schwenningen, weiß der Versicherungsfachmann Berthold Ummenhofer (FW) noch, beliefen sich die Versicherungsschäden auf 190 Millionen Euro. "Wo geflogen wird, gibt es weniger Gewitter", beschrieb Peter Hellstern, Vorstandsmitglied des Hagelabwehrvereins, die Wirkungsweise, die er mit Videoaufzeichnungen aus der Bodenseeregion vom letzten Sommer belegte. Thomas Oppenländer, Professor der Hochschule Furtwangen, unterstrich die Unbedenklichkeit vom dabei eingesetzten Silberiodid.

Zudem wurden weitere Argumente für den Hagelfliegereinsatz aufgeführt: Die besondere Gefährdung Süddeutschlands auch im Rahmen des Klimawandels, dass Versicherungen möglicherweise künftig keine Elementardeckung mehr anbieten könnten sowie die besondere Gefährdung der hiesigen Bevölkerung durch Hagelunwetter oder Hagelschäden. Das Problem sind die Kosten des Hagelfliegereinsatzes, aber auch anstehende Investitionen wie die Anschaffung von Generatoren zur effizienteren Ausbringung von Silberiodid (20 000 Euro je Gerät), die Einrichtung einer Boden-Leitstelle zur Koordinierung der Einsätze der Hagelflieger (300 Euro pro Einsatz) sowie der Einsatz eines zweiten Fliegers und die Ausdehnung des Schutzgebietes in die Kreise Rottweil und Balingen (25 000 Euro je Einsatzmonat).

Stagnierende Mitgliederzahlen haben inzwischen die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um zehn Prozent erforderlich gemacht. In dieser Situation war Vereinsvorsitzender Heinz Messner an Landrat Hinterseh herangetreten, sich im Kreistag für eine Unterstützung des Vereins im Jahr 2019 in Höhe von 5000 Euro aus dem Kreishaushalt stark zu machen. Nach wie vor, so heißt es aus der Verwaltung, gilt der Einsatz von Silberiodid zur Hagelabwehr als umstritten. Es fehle noch an neuartigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, um die Wirksamkeit von Silberiodid belegen zu können. Gleichwohl wurde der Beschlussvorschlag von Landrat Sven Hinterseh, dem Kreistag eine finanzielle Unterstützung der Hagelabwehr zu empfehlen und dazu wie in der Diskussion vorgeschlagen, fünf Cent je Kreiseinwohner oder 10 000 Euro in den Haushalt 2019 aufzunehmen, ohne Gegenstimmen und Enthaltungen durchgewunken.

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