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Villingen-Schwenningen Rückblick: Bickentor stand in Flammen

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Ein Spektakel vor 99 Jahren: das Bickentor brennt. Der "rasende Reporter" des Schwarzwälder fotografierte, als die Feuerwehr schon tätig war. Foto: Repro: Bräun

Villingen-Schwenningen - Das Sommer-Spektakel blieb eher ein kurzes, als am 5. August 1920 eines der ältesten Wahrzeichen Villingens, ein Baudenkmal aus grauer Vorzeit, vom Feuer bedroht war. Es war mittwochmorgens, 20 vor Elf, als Passanten bemerkten, wie aus der Schindel-Bedachung des Bickentores Qualm aufstieg und kleine Flammen die züngelten. Bedroht waren Klosterkirche und Kloster wie auch die südliche Nachbarschaft, von wo man zunächst einen Funkenflug als ursächlich annahm. Dass der spätere Schaden am Turm, am Kloster und an der Turmuhr bei nur 30 000 Mark lag, war dem beherzten Eingreifen der Klosterschwestern vor Ort zu verdanken. Während die Ersthelfer die Kirche räumten, legten andere Schlauchleitungen in den oberen Stockwerken, und auf dem Speicher ging eine dritte Mannschaft gegen die Flammen vor, die vom Gebälk des Turmdaches herüber schlugen.

Noch in der Abendausgabe des "Schwarzwälder" vom 5. August, dem damaligen Villinger Lokalblatt, meldete man "Aus Stadt und Land" das Ereignis auch für jene, die tagsüber nicht neugierige Gaffer sein konnten. Und man hatte auch gleich und spekulativ die Ursache parat: Funkenflug aus dem Kamin der benachbarten Glocken-Gießerei Grüninger, heute Seniorenresidenz: "…Funken hatten sich, offenbar vom Wind getrieben, in den Schindeln festgesetzt und den Brand herbeigeführt."

Für 34.000 Mark wurde der Turm gerichtet

Dauerte es bange Minuten bis die Feuerwehr eintraf, stand das Dach des Torturmes von zwei Seiten bereits in Flammen. Eifrige Helfer hatten sich wegen des Qualms und der Glut bereits zurückgezogen. Doch über die große mechanische Leiter und mit Unterstützung der Bahn-Feuerwehr gelang es gegen 12 Uhr mit Wasser aus der Brigach und dem Gewerbekanal den Brand unter Kontrolle zu bringen. Doch der Dachstuhl war ganz abgebrannt. Das zunächst qualmende Glockentürmchen hatte derweil einer allein vor Schaden bewahrt: der Schlossermeister August "Posto" Schleicher ließ sich einen um den anderen Eimer Wasser bringen und löschte die Flächen ab. Den eifrigen Klosterfrauen attestierte die Presse "Umsicht und Entschlossenheit" und der Wehr "rühmenswerte Opferwilligkeit". Am 6. September dann bereits die Schadenregulierung: für 34.000 Mark wurde der Turm gerichtet und die Turmuhr erhielt einen neues Glas.

Eine Schuld konnte der badische Gutachter den Glockengießern im übrigen nicht zuordnen, weil auch Polizeiwachtmeister Sieber, Zeugen vernommen hatte, die tags zuvor noch im Turm hantierten. Im Ergebnis hatten sich wohl bei extremer August-Trockenheit die Schindeln selbst entzündet und Brand und Schaden verursacht. Die Badische Gebäudeversicherung überwies im April 1921 lediglich 2000 Mark, wovon die Stadt als Eigentümerin der Türme 122 Mark an die Lehranstalt St. Ursula abtrat. Den Schaden am Zifferblatt der Uhr ersetzte die Thuringia-Versicherung.

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