Beeindruckt vom Schwenninger Moos: Claus Ding und Ulrike von Kutzleben-Hausen vom BUND-Regionalbüro Schwenningen mit der Landesvorsitzenden Brigitte Dahlbender (rechts). Foto: BUND Foto: Schwarzwälder-Bote

Im Moos angelegte Sperren erweisen sich als effektiver Hochwasserschutz

Villingen-Schwenningen. "Die Moorrenaturierung im Schwenninger Moos trägt schon ihre Früchte." Davon ist der BUND-Regionalverband überzeugt. Trotz der auch hier heftigen Regenfälle und der ansteigenden Pegel zeigte sich die Lage in Schwenningen verhältnismäßig ausgeglichen.

 

Wie gut die Rückhaltewirkung im Moos funktioniert, davon überzeugte sich auch BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlblender, die gerade "ihr" Schwenninger Regionalbüro besucht: "Mich beeindruckt dieser dreifache Gewinn tief, zum einen für das Auge eine wunderschöne Landschaft mit den derzeit weißen Wollgrasfruchtständen, dazu die Entwicklung seltener und wichtiger Biotope und dann noch der Beitrag zum Hochwasserschutz."

"Das Moos mit seinen in den letzten Jahren angelegten Sperren wirkt wie ein Schwamm und kann ungeheure Wassermengen binden, die dann nach und nach wieder langsam abgegeben werden", erklärt Ulrike von Kutzleben-Hausen, BUND-Regionalvorsitzende. "Dieser effiziente Hochwasserschutz ist aber nur die eine Seite der Wiederherstellung des Moores. Dass zudem auch eine erhebliche Menge des klimaschädlichen Kohlendioxids beim erneuten Wachstum der Moospflanzen gebunden wird, ist die andere Seite der erfreulichen Entwicklung in unseren Mooren." "Wir hätten nicht gedacht, dass unsere Arbeit so wichtig ist und an Bedeutung zunimmt“, freut sich auch der Spezialist für Sperrenbau, Claus Ding vom BUND-Regionalbüro, "denn als wir mit dem Sperren begannen, gab es die Klimadiskussion und die Kenntnisse darüber noch gar nicht."

Sperren einzubauen ist nicht immer einfach, denn das Gelände zeigt sich von seiner feuchten Seite und lässt nur sehr beschränkten Maschineneinsatz zu. Seit einiger Zeit gibt es in der moorreichen Region immer häufiger Anfragen, die dem Schwenninger Beispiel folgen wollen. Derzeit sind Sperren auch in Bad Dürrheim in Planung.

Wie notwendig aktiver Hochwasserschutz in allen Abschnitten eines Flusslaufes ist, zeigten die Bilder in den Medien. So fordert der BUND weitere Renaturierungsanstrengungen und Maßnahmen, die den Flüssen wieder großzügig ihre Aue zurückzugeben. So könnten erst diese Flutwellen in den Unterläufen gar nicht entstehen. In der Aue könne sich das Wasser kontrollierter sammeln, ausbreiten und abbremsen. Damit werde den Überschwemmungsopfern zwar nicht sofort geholfen, aber künftige Extremwetterlagen seien nicht mehr so folgenreich. Angesichts der Summe der entstandenen Schäden, rechne sich so manche Umgestaltung. Und bei durchdachter Ausführung bekomme die Natur hochwertige Lebensräume zurück.