Sie sind maßgeblich am "Digital Mountains" beteiligt: (von links) Rudolf Mietzner (BWcon), Simon Herrlich (Hahn-Schickard-Gesellschaft), Thomas Wolf (Industrie- und Handelskammer), Anke Blessing (Virtual Dimension Center) und Martin Friedrich (Technologiezentrum). Foto: Vaas Foto: Schwarzwälder Bote

Wirtschaft: Technologiezentrum St. Georgen übernimmt Federführung beim Projekt "Digital Mountains" / Land fördert

Die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg ist sehr industrielastig, mehr als der Raum Stuttgart, und verfügt über großes Know-how. Das Wissen über die Digitalisierung soll jetzt unter Federführung des Technologiezentrums St. Georgen im "Digital Mountains" gebündelt und ausgebaut werden.

Schwarzwald-Baar-Kreis. Das Land Baden-Württemberg fördert durch den Wettbewerb Digital Hub die regionale Innovationskraft und stärkt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. "Digital Mountains" als regionales Digitalisierungszentrum bildet einen Kristallisationspunkt für digitale Innovationen und ist Anlaufstelle für die digitale Transformation in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg (SBH).

Zahlreiche Kompetenzträger schaffen eine Service-Plattform, um Kompetenzen zu bündeln, Synergien zu schaffen und Bedarfslücken der Unternehmen zu schließen. Unternehmen, Gründer und Bildungseinrichtungen sollen eine optimale Beratung und Abwicklung für ihre Bedürfnisse im Digitalisierungsbereich finden.

In der Region SBH gibt es eine hohe Industriedichte: Unternehmen aus der Automobilindustrie, Maschinenbau, Mikrotechnik, Medizintechnik, Kunststoff und Zerspanung sind hier angesiedelt. Sie sind Partner der Landesinitiative Industrie 4.0. Darüber hinaus gibt es die Stiftungsprofessur Hahn-Schickard-Gesellschaft, die Lernfabriken 4.0 an beruflichen Schulen, die Veranstaltungsreihe Gespräche zur Zukunft sowie zwei Technologietransfermanager bei der regionalen IHK.

St. Georgen ist mit dem Technologiezentrum (TZ) ein regionaler Anlaufpunkt für das Thema Digitalisierung. Hier sind nicht nur eine Vielzahl von Unternehmen mit digitalem Geschäftsmodell beheimatet, sondern mit dem Virtual Dimension Center (VDC) auch eines der größten Netzwerke für AR/VR in Deutschland und mit der 3D-Labs GmbH ein Kompetenzzentrum im Bereich 3D-Druck. Durch den geplanten Einzug der Abteilung "Software Solutions" der Hahn-Schickard-Gesellschaft wird das Technologiezentrum zudem zum Institutsstandort.

Bei der Forschung und Entwicklung (FuE) gibt es neun geplante Umsetzungsprojekte. Zur In­frastruktur gehören SmartCPS-Labor und AR/VR-Testlabor. Das Makerspace ist für digitale Produktentwicklung zuständig. Fördertöpfe sollen ausgeschöpft werden. Wichtig ist auch die Vernetzung und Erhöhung der Kooperationsbereitschaft zwischen Unternehmen und FuE-Einrichtungen.

Spezielle Weiterbildung

Ihre Mitarbeit zugesagt haben Experten wie Axel Sikora (Hahn-Schickard-Gesellschaft/Internet der Dinge und Leiter des Instituts für verlässliche Embedded Systems und Kommunikationselektronik, Ulrich Mescheder als Leiter des Technologielabors für Mikro- und Nanosysteme, Winfried Lieber (in zahlreichen Beiräten und Gremien des Landes aktiv und eingebunden).

Die Aus- und Weiterbildung beinhaltet: Neue Ausbildungsberufe, neue Wahlpflichtfächer, neue Weiterbildungsangebote und neue Weiterbildungskonzepte. Geplant ist die Einrichtung von multifunktionalen und modernen Schulungsräumen mit den neusten digitalen Techniken.

Es gibt spezielle Weiterbildungsformate und Trainingsmöglichkeiten wie Lehrerfortbildungen, Fachkräfte-Qualifizierungen und Rettungswesen-Qualifizierungen (THW, Feuerwehr, DRK, Katastrophenschutz). Cyberlearning Spaces gibt’s im Cyber-Classroom, Cyberlearn IT in Schulungsräumen auch als außerschulische Lernorte für Schulklassen. Die Nutzung der Räumlichkeiten inklusive Technik wird für Gründer/Startups von Martin Zimmermann und Anke Blessing vom VDC begleitet.

Das VDC ist Initiator des europaweit größten Virtual Reality Kompetenzzentrums. Thomas Wolf ist bei der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, dem zentralen Bildungsträger und regional größter Anbieter im Bereich der beruflichen Weiterbildung Technologietransfermanager.

Bei der Gründung helfen eine 360-Grad-Betreuung, die Beratung durch Mentoren/Konsortialpartner, die Förderung und Umsetzung des Geschäftsvorhabens, die Analyse von Förderprogrammen, die Unterstützung bei Antragsstellungen, die Suche nach Investoren und Veranstaltungen der Konsortialpartner.

Martin Friedrich, (TZ St. Georgen) lenkt die Geschicke der PE-Stiftung und steuert wirtschaftliche und strategische Belange des Digital Hubs. Rudolf Mietzner (langjährige Erfahrung im Bereich der Digitalisierung und des Wissenstransfers) berät als Vertreter der BWcon und der Landesinitiative Allianz Industrie 4.0.

VR/AR ist die Darstellung der virtuellen Realität (Virtual Reality) sowie erweiterten Realität (Augmented Reality) durch künstliche, virtuelle Inhalte, zum Beispiel Informationen. Mit Hilfe der Technologien werden multifunktionale Schulungsräume für die berufliche und schulische Aus- und Weiterbildung geschaffen und ausgestattet.

CPS sind Cyber-physische Systeme, ein Verbund aus softwaretechnischen und mechanischen/elektronischen Komponenten, die beispielsweise über das Internet kommunizieren. Hierfür wird ein "SmartCPS Labor" eingerichtet zur Erarbeitung eines Raumkonzepts sowie der Hardware- und Software Ausstattung.

Der 3D-Druck bezeichnet den computergesteuerten, schichtweisen Aufbau dreidimensionaler Gegenstände.

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