Menschen nutzen Zeit zum Ausmisten und Gärtnern
Kurzarbeit, Osterferien ohne Reisepläne und die Lust auf Frühjahrsputz – all das zollt nun seinen Tribut. Die Recyclinghöfe und Grüngutsammelstellen im Landkreis werden förmlich überrannt. Nun wird darauf reagiert.
Schwarzwald-Baar-Kreis. In der Donaueschinger Raiffeisenstraße ist Stau. Keine Spur von den angeblich wie leergefegten Straßen. Hier herrscht Hochbetrieb. Bis zum Pferdekreisel reihen sich die Autos aneinander, viele davon in Transportergröße oder mit schwer beladenem Anhänger. Nur ein paar Kilometer weiter, an der Grüngutsammelstelle in Hüfingen, ein ähnliches Bild: Unablässig brausen mit Kompostware beladene Autos durch das Tor herein und geleerte wieder hinaus. So, wie auf der Südbaar ist das Bild, sagt das Landratsamt, im kompletten Kreisgebiet. Auch am Recyclingzentrum in Villingen etwa kam es in der vergangenen Woche zu einem Rückstau bis auf die Straße am Krebsgraben.
Recyclinghöfe und Kompostanlagen arbeiten am Anschlag. Von Flaute und Corona-Krise herrscht hier keine Spur. Doch weil den Einrichtungen an den Öffnungstagen der Kollaps droht, wird nun reagiert: Nach den Ostertagen wurden die Öffnungszeiten ausgeweitet, das teilte das Landratsamt im Vorfeld mit.
Die Menschen, so die Einschätzung dort, halten sich momentan mehr und länger als sonst zu Hause auf. Die Folge ist nicht nur vermehrt anfallender Abfall, sondern auch die Lust, sich zu Hause schön einzurichten. Keller und Garagen werden ausgemistet, Garten und Terrasse auf Vordermann gebracht, Reparaturarbeiten werden erledigt und lange verschobene Projekte endlich in Angriff genommen.
Während der Öffnungszeiten der Recyclingzentren, Wertstoffhöfe, Kompostanlagen und Grüngutsammelstellen geht es deshalb dort besonders rund. So sehr, dass es in den letzten Tagen vermehr zur Überlastung der Zufahrten und Verkehrsbehinderungen im öffentlichen Straßenraum, wie eingangs geschildert, gekommen sei.
"Das Amt für Abfallwirtschaft des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis hat das Ziel, die Dienstleistung weiter aufrecht zu halten. Jedoch können die Leistungen nur angeboten werden, wenn der Betrieb diszipliniert und geregelt abläuft und der Verkehrsraum vor den Standorten nicht gestört wird", stellt die Behörde klar.
Gleichzeitig zu einem eindringlichen Appell an die Nutzer, Anlieferungen, die für den heutigen Samstag, 11. April, geplant sind, auf die kommende Woche zu verschieben, wird auch organisatorisch reagiert: Damit sich die Nutzerströme besser verteilen, werden seit Dienstag die Öffnungszeiten erweitert.
Trotzdem sei an allen Sammelstellen mit längeren Wartezeiten zu rechnen – und das, obwohl für jeden Standort geregelt ist, dass nur eine begrenzte Anzahl an Fahrzeugen eingelassen wird. Anlieferungen von Bürgern anderer Landkreise werden strikt abgewiesen.
Nimmermüde macht man beim Landratsamt Schwarzald-Baar auch auf die Regeln aufmerksam, die für die Bürger auf Recyclinghöfen und Co. gelten. Bei Nichteinhaltung sei der Landkreis gezwungen, die Sammelstellen zu schließen.
Anlieferungen sollten nur erfolgen, wenn sie dringend notwendig sind.
Wertstoffe sollten zu Hause gesammelt werden und bereits dort in jeweilige Abfallarten getrennt werden, damit diese zügig in die jeweiligen Container gegeben werden können, sodass möglichst wenig Zeit auf dem Wertstoffhof benötigt wird.
Auf Kleinstanlieferungen sollte verzichtet werden.
Für Grüngutanlieferungen können alternativ die Kompostanlagen in Villingen und Hüfingen genutzt werden.
Die Müllumschlagstation Tuningen und die Deponie Talheim (Landkreis Tuttlingen) sind für Privatanlieferer kommende Woche noch geschlossen – und zwar sowohl für Sperrmüll- als auch für Restmüllanlieferungen, Bauschutt und sonstige Abfälle aus privaten Haushalten. Eine Öffnung für Privatanlieferungen wird voraussichtlich ab dem 20. April möglich sein, wird aktuell in Aussicht gestellt.
Im Bereich aller Sammelstellen sind die Corona-bedingten Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:
Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Besuchern sowie zum Betriebspersonal.
Nur eine Person verlässt das Auto, es sei denn, für die Entladung von schweren Gegenständen sind zwei Personen notwendig (zum Beispiel Kühlschrank) – das Betriebspersonal kann aus Gründen des Infektionsschutzes nicht beim Entladen helfen.
Gerät zum Entladen, wenn nötig (gegebenenfalls Besen, Gabel), sowie Handschuhe selbst mitbringen.
Anweisungen des Betriebspersonals sind zu befolgen.
Was nicht den Annahmekriterien entspricht, muss wieder mitgenommen werden.
Recyclingzentren in Villingen und Schwenningen: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 13 bis 19 Uhr, Samstag von 8 bis 14 Uhr.
Recyclingzentrum Donaueschingen: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 14 bis 19 Uhr, Samstag 8 bis 14 Uhr.
Recyclingzentren in Bad Dürrheim, Blumberg und St. Georgen: Mittwoch 14 bis 19 Uhr, Samstag 8 bis 14 Uhr.
Recyclingzentren Furtwangen und Schonach: Mittwoch 16 bis 19 Uhr, Samstag 8 bis 14 Uhr.
Wertstoffhof Gütenbach: Öffnungszeit bleibt bei samstags 9 bis 12 Uhr
Wertstoffhöfe in Bräunlingen, Brigachtal-Klengen, Dauchingen, Hüfingen, Königsfeld-Erdmannsweiler, Mönchweiler, Niedereschach, Oberbaldingen, Pfaffenweiler, Schönwald, Tuningen, Unterkirnach, Vöhrenbach und Wolterdingen: Mittwoch 17 bis 19 Uhr, Samstag 8 bis 13 Uhr.
Grüngutsammelstellen in Obereschach, Villingen (Friedengrund), Schwenningen (Schillerhof und Wanderparkplatz) sowie Weigheim: Mittwoch 15 bis 18 Uhr, Samstag 13 bis 17 Uhr.
Kompostanlagen Villingen und Hüfingen: unverändert bei 7.30 bis 12 Uhr und 13 bis 17.30 Uhr von Montag bis Freitag sowie am Samstag von 7.30 bis 13 Uhr.