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Villingen-Schwenningen Quelle für Keime im Trinkwasser gefunden?

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Foto: Racle Fotodesign – stock.adobe.com

Villingen-Schwenningen - Ist die Ursache für die coliformen Bakterien im Trinkwasser von Villingen-Schwenningen endlich gefunden, die zur langatmigen Chlorung in den Jahren geführt hat?

Es war das Aufregerthema im Sommer 2017 in Villingen-Schwenningen schlechthin – coliforme Bakterien im Trinkwasser. 2018 und 2019 – beinahe dasselbe Spiel, auch wenn dann nicht mehr mit der umfangreichen Mineralwasser-Ausgabe durch die Stadtwerke an die Bürger reagiert werden musste.

Den Einwohnern stieß es lange übel auf: Zunächst durfte das Trinkwasser gar nicht zum Verzehr genutzt werden, ohne vorher abgekocht worden zu sein, dann wurde es über Monate hinweg gechlort. Und warum das alles? Hier tappten die Stadtwerke im Dunkeln.

Fieberhafte Ursachenforschung

Seit gut drei Jahren betreiben die Stadtwerke Villingen-Schwenningen (SVS) eine fieberhafte Ursachenforschung. Der Gesetzgeber schreibt in der Trinkwasserverordnung vor, dass Leitungswasser bei der Überprüfung keine feststellbaren Konzentrationen von coliformen Keimen beinhalten darf. Im Herbst vergangenen Jahres wurden zuletzt bei einer Messung geringe Mengen in Teilen des Versorgungsnetzes festgestellt, sodass die SVS die sofortige Chlorung der betroffenen Gebiete veranlasste.

Bereits zu diesem Zeitpunkt kündigte SVS-Geschäftsführer Ulrich Köngeter weitere Maßnahmen an. "Unser Ziel ist es, auch in Zukunft ungechlortes Trinkwasser an unsere Kunden abzugeben", betonte der Stadtwerkechef – auch wenn zu keinem Zeitpunkt gesundheitliche Risiken bestanden hätten und die Chlorung unter dem Strich auch vorbeugend gegen eine Keimbelastung im Trinkwasser wirke.

Man tat, was dafür getan werden musste: eine großangelegte Spülung in den betroffenen Gebieten im Norden von Schwenningen wurde durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem Technologiezentrum Wasser (TZW) mit Sitz in Karlsruhe. Über 100 Messpunkte zwischen der Römer-, beziehungsweise der Schopfelenstraße in Schwenningen wurden eingerichtet, stetig Proben genommen und analysiert. Das Geld spielte hier eine untergeordnete Rolle – obgleich das Verfahren kostspielig sei, wie Köngeter wissen ließ. Wichtig war es aber, der Ursache auf den Grund zu gehen, um bei der Fehlersuche endlich den erhofften Durchbruch zu erzielen.

Leitungen sollen ausgetauscht werden

Alle Hoffnung ruhte auf der labortechnischen Untersuchung der Proben durch das TZW aus Karlsruhe – sogar Mengen im Zehntausendstelbereich sollen dabei nachgewiesen werden können. So kommt man auf die Spur auch geringster Mengen von Keimen, bei welchen der Grenzwert nicht überschritten wird.

Und nun? Treffer! " Im Gebiet der Eckener Straße in Schwenningen konnten nun äußerst geringe Anzeichen gefunden werden, sodass in diesem Bereich die mögliche Ursache für das Auftreten coliformer Keime in der Vergangenheit liegen könnte", vermutet man bei der SVS. Aktuell seien in diesem Bereich keinerlei Keimbelastungen nachzuweisen, eine Gefährdung der Gesundheit sei demnach ausgeschlossen. Aber weil verhindert werden soll, dass sich die Trinkwasserprobleme in VS jahrein, jahraus im Sommer wiederholen, will die SVS trotzdem tätig werden. In dem Straßenzug sollen die betroffenen Leitungen in den nächsten Monaten vollständig ausgetauscht werden.

Bereits am Donnerstagabend wurden die betroffenen Haushalte vom staatlichen Gesundheitsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises und von den Stadtwerken Villingen-Schwenningen informiert. Auch der bereits aufgestellte Maßnahmenkatalog wurde den betroffenen Anwohnern persönlich aufgezeigt.

"Von Beginn an sind das Gesundheitsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises und die SVS hinsichtlich dieser Thematik in engem Austausch. Die getroffenen Maßnahmen und einzelnen Schritte wurden stets gemeinsam besprochen, koordiniert und vollzogen", so Amtsleiter Jochen Früh vom Gesundheitsamt des Schwarzwald-Baar Kreises. "Wir begrüßen nun das schnelle Handeln der SVS und die Entscheidung, die Hauptleitung in der betroffenen Straße komplett auszutauschen und zu ersetzen." Ein hoffentlich letztes Mal also wird von vielen Doppelstädtern Verständnis für Trinkwasser-Einschränkungen erwartet, denn die wird es unweigerlich geben: Im ersten Schritt werden alle Haushalte in diesem Bereich ab dem 24. August behelfsmäßig mit Trinkwasser versorgt werden. Die umfangreichen Arbeiten an der Hauptleitung werden ab der Kalenderwoche 37 starten, also ab dem 7. September.

Dass damit alles vorbei ist, hofft man zwar. Hundertprozentig sicher aber ist es nicht, wie Ulrich Köngeter betont: "Es ist aber keine Garantie, dass wir die Ursache damit auch gefunden haben."

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