"Nicht nur zum Tag des Flüchtlings Flüchtlinge willkommen heißen"

Villingen-Schwenningen. Der Arbeitskreis ProAsyl widmete sein Septembertreffen zu Beginn der ökumenischen interkulturellen Woche deren Motto "Herzlich willkommen, wer immer du bist". Die Mitglieder beschäftigten sich vor dem Hintergrund der Flüchtlingsdramen in Syrien mit dem Aufnahmeprogramm des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen UNHCR.

Bei diesem sogenannten Resettlement geht es darum, solchen Flüchtlingen eine neue Heimat und Sicherheit zu geben, die vom UNHCR bereits anerkannt sind und ihr Dasein in einem Flüchtlingslager irgendwo auf der Welt fristen. Besonders schutzbedürftige Flüchtlinge werden nach Einzelfallprüfung durch die Vereinten Nationen in für sie passende aufnahmebereite Staaten vermittelt, wo sie Sicherheit und ein neues Zuhause auf Dauer finden sollen.

Die Mitglieder des Arbeitskreises erfuhren, dass in Europa bislang lediglich Dänemark und Großbritannien an diesem Programm teilnehmen. Der UNHCR bemühe sich seit vielen Jahren darum, auch die Bundesrepublik Deutschland zur Teilnahme zu bewegen.

Ernst-Ludwig Iskenius wies darauf hin, dass es bereits seit mehr als vier Jahren im Zuge der "Save me"-Kampagne viele deutsche Städte und Gemeinden gebe, die sich bereit erklärt haben, Flüchtlinge im Rahmen des Resettlement aufzunehmen: "Wenn Villingen-Schwenningen sich diesem Programm anschließen und nur für ein halbes Prozent der Bevölkerung Flüchtlinge aufnehmen würde, hätten 400 schutzbedürftige Menschen einen sicheren Hafen und damit Zukunftsperspektiven", sagte Iskenius

Der Arbeitskreis will am heutigen Freitag, dem ökumenischen Tag des Flüchtlings, den Startschuss für eine breitere Diskussion geben. "Wieder verwurzelte und damit in sich ruhende Flüchtlinge sind nämlich keine Last, sondern eine Bereicherung für unsere Gesellschaft." Diese Diskussion soll mit einer Informationsveranstaltung zum Resettlement am Dienstag, 23. Oktober, weiter intensiviert werden.

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