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Villingen-Schwenningen Polizei ermittelt nach Pfefferspray-Attacken

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Nach zwei Pfefferspray-Attacken ermittelt die Polizei wegen Körperverletzung. (Symbolbild) Foto: ©SiberianPhotographer_stock.adobe.com

Villingen-Schwenningen - Zwei eigentlich harmlose Vorfälle sind in den vergangenen Tagen in VS eskaliert. In beiden Fällen attackierte einer der Streithähne seinen Kontrahenten scheinbar ohne Not mit Pfefferspray. Die Polizei sucht Zeugen – denn es handelt sich dabei nicht um ein Kavaliersdelikt.

Die Handhabe ist einfach, die Folge ist für die Betroffenen überaus unangenehm: In der Doppelstadt sind innerhalb einer Woche zwei Personen mit Pfefferspray angegriffen worden. Vorausgegangen waren den beiden Taten offenbar jeweils eine Nichtigkeit. Doch die möglichen strafrechtlichen Folgen für die Täter haben es in sich.

Es geht dabei um zwei Fälle: Die erste Tat ereignete sich an Silvester gegen 9 Uhr im Bereich der ehemaligen Jugendherberge in Villingen. Zu diesem Zeitpunkt war ein Mann mit seinem – zunächst nicht angeleinten – Mischlingshund in Richtung des Regenrückhaltebeckens unterwegs. Ein entgegenkommender Jogger habe dem Mann dabei schon von weitem zugerufen, er solle seinen "blöden Köter" an die Leine nehmen.

Obwohl der Hundebesitzer der barschen Ermahnung sofort nachkam, passierte das Unfassbare: Als sich das Herrchen nach dem Anleinen wieder aufrichtete, sprühte ihm der Jogger ohne Vorwarnung aus nächster Nähe Pfefferspray ins Gesicht. Anschließend rannte der Täter in Richtung St. Georgener Straße davon. "Der Hund war nach Angaben des Besitzers gegenüber dem Jogger nicht aggressiv aufgetreten", berichtet Polizeisprecher Michael Aschenbrenner. Das Opfer erstattete sofort Anzeige bei der Polizei und konnte dabei eine recht genaue Beschreibung des Joggers abgeben (siehe Infokasten).

Auf ähnliche Art und Weise hat ein Fußgänger am vergangenen Samstagabend einen Konflikt in Schwenningen lösen wollen. Hintergrund der Angelegenheit: Ein älteres Ehepaar war im Bereich der Alten Poststraße, Einmündung Schützenstraße fälschlicherweise davon ausgegangen, dass ein 30-jährigen Mercedes-Fahrer den Beiden gegen 23 Uhr das Überqueren der Straßen ermöglicht. Als dies jedoch nicht der Fall war, schlug der ältere Mann auf den Kofferraumdeckel des Mercedes, woraufhin der Fahrer ausstieg, um den Fußgänger zur Rede zu stellen. Auch hier setzte er ohne Vorwarnung eine Ladung Pfefferspray in das Gesicht des 30-Jährigen.

"Hier haben wir aber ebenfalls lediglich die Aussage des Autofahrers", erklärt Aschenbrenner und ergänzt: "Es kann natürlich auch sein, dass sich der Täter zunächst vom 30-Jährigen bedroht gefühlt habe, wenn dieser beispielsweise auf den Mann schnell zugegangen ist." Aschenbrenner betont jedoch: "Es ist aber natürlich schon heftig, gleich mit Pfefferspray ins Gesicht zu sprühen."

In beiden Fällen besteht der Verdacht einer gefährlichen Körperverletzung. Das hänge damit zusammen, dass es sich bei Pfefferspray um eine Waffe handelt. Das handelsübliche Pfefferspray sei von der Konzentration zwar nicht mit dem vergleichbar, das beispielsweise die Polizei verwendet und deshalb frei verkäuflich – nichtsdestotrotz sind die Folgen für die Betroffenen überaus unangenehm. Schließlich führe der Einsatz zu starken Augenreizungen. "Dieses so genannte Tierabwehrspray oder Reizstoffsprühgerät ist frei verkäuflich und kann ohne kleinen Waffenschein geführt werden", berichtet der Polizeisprecher. Sollte es jedoch gegen Personen eingesetzt werden, wird die Tat als Angriff mit einer Waffe gewertet.

Es gebe hier laut dem Polizeisprecher jedoch aus Ausnahmen. Aschbrenner: "Notwehr wäre ein Rechtfertigungsgrund für einen Einsatz dieses Sprays." Ob das in den beiden Fällen vorliegt, müsse jedoch – sobald die Täter feststehen – jedoch ermittelt werden. Im Raum stehe auch eine Fahrlässigkeit. Momentan steht allerdings weiterhin der Verdacht einer gefährlichen Körperverletzung im Raum. Laut Strafgesetzbuch ist dieses Delikt selbst in einem minder schweren Fall mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten zu bestrafen.

In beiden Fällen sucht die Polizei nach Zeugen der Taten. Der Jogger im Bereich der ehemaligen Villinger Jugendherberge wird als circa 50 Jahre alt, etwa 180 bis 185 Zentimeter groß, mit kurzen grauen Haaren beschrieben. Bekleidet war er nach Angaben der Polizei mit einer schwarzen Jogginghose sowie einer grünen Jacke. Hinweise nimmt das Villinger Revier (07721/6010) entgegen. Der ältere Fußgänger, der in Schwenningen einen Autofahrer angegriffen haben soll, ist circa 70 Jahre alt, etwa 170 bis 175 cm groß, schlank und trägt eine Brille. Bekleidet mit dunkelbrauner Mütze, grüner Jacke und Stoffhose. Die Begleiterin war etwa gleich alt. Hinweise in diesem Fall bitte an die Polizei Schwenningen, Telefon 07720/85000.

Ihre Redaktion vor Ort Villingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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