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Villingen-Schwenningen Polizei ermittelt nach blutiger Demo

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Die Ruhe im Rietviertel ist längst wiederhergestellt. Foto: Eich

Villingen-Schwenningen - Nach den Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden im Verlauf einer Kundgebung mit mehreren Verletzten am vergangenen Samstag laufen weiterhin die Ermittlungen seitens der Polizei. Neue Videoaufnahmen zeigen derweil das Ausmaß der Gewalt.

Die Ruhe im Rietviertel ist längst wiederhergestellt – auch vor dem Lokal des türkischen Vereins in der Bogengasse. Dort sitzen, bei geöffneter Türe, wie üblich türkische Männer an Tischen und spielen Karten. Im Fenster hängt die türkische Flagge mit den Konterfei von Kemal Atatürk, dem Begründer der Republik Türkei.

Genau hier spielten sich im Rahmen einer Kundgebung gegen den Angriff der Türkei auf Nordsyrien wüste Szenen ab. Dies machen Videoaufnahmen deutlich, die am Samstag ins Internet gestellt wurden. Zu sehen ist darauf, wie die Polizei in Streit geratene Menschenmengen vor dem Lokal auseinanderhalten will – eine Blutlache zeugt davon, dass es zuvor zu einer Auseinandersetzung kam.

Dem Schwarzwälder Boten liegen nun weitere Videosequenzen vor, die die Entstehung des Konflikts und das gesamte Ausmaß der Gewalt zeigen. Dabei ist zu sehen, wie die Gruppe mit rund 80 Sympathisanten der Kurden ihren Marsch von der Rietgasse in die Bogengasse fortsetzt und "Terrorist Erdogan" skandiert. Zunächst scheint der Demonstrationszug, der im Gegensatz zur zuvor am Osianderplatz abgehaltenen Kundgebung nicht genehmigt war, ohne Zwischenfälle die Gasse zu passieren – doch dann wird es laut. Vor dem türkischen Vereinslokal empfangen mehrere Männer bereits die Demonstranten, hierbei kommt es ganz offensichtlich zu verbalen Entgleisungen zwischen den beiden rivalisierten Lagern, mehrere Menschen werden zurückgehalten.

Mit Fahnenstange geschlagen

Und plötzlich eskaliert die Situation vollends: Die Demonstranten schlagen mit Fahnenstangen in Richtung der Menschengruppe vor dem Lokal, die Auseinandersetzung arten kurzzeitig zu Tumulten aus, als mehrere Menschen auf sich einprügeln. Zwischendrin auch Kinder, die schreien und weinen vor Angst.

Überraschend scheint der Angriff jedoch nicht gekommen zu sein. Denn eine andere Sequenz, die aus einer Wohnung aus dem Obergeschoss gefilmt wurde, zeigt, dass zumindest einer der Männer, der offensichtlich zu dem türkischen Lokal gehört, mit einem Schlagwerkzeug bewaffnet ist. Er hält sich im Hintergrund, als plötzlich Polizei in die Szene stürmt.

Eine jener Frauen, die sich dem Demonstrationszug angeschlossen hatte aber anonym bleiben möchte, wendet sich mit einer E-Mail an unsere Redaktion und beschreibt derweil die Situation aus ihrer Sicht. So hätte insbesondere ein Mann aus der Gruppe, die das Lokal verlassen hatte, die Demonstranten beleidigt und bedroht, "während viele von uns versucht haben, ihn zu beruhigen". Das schien jedoch ganz offensichtlich nicht zum Erfolg geführt haben. Und sie betont: "Diese Demo war letztendlich nicht gegen Türken, ich bin selber eine Türkin. Sondern gegen Krieg und gegen den Angriff auf das kurdische Volk."

Die Polizei kann derweil noch keinen genauen Hergang rekonstruieren. Insbesondere der Beginn der Eskalation sei Bestandteil der Ermittlungen, berichtet Polizeisprecher Dieter Popp auf Anfrage unserer Zeitung. Um Licht in das Dunkel zu bringen wurde aufgrund des politischen Hintergrunds bei der Staatsschutz-Abteilung der Kriminalpolizei eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Hier werden Videosequenzen und Bilder analysiert, um die Verantwortlichen der Auseinandersetzungen zu ermitteln. Klar sei bislang: Zwei Personen wurden verletzt, ein Mann habe einen Schlag mit einer Fahnenstange versetzt bekommen, eine Frau musste ebenfalls vom Rettungsdienst betreut werden.

Die Polizei bittet außerdem Zeugen oder jene, die Bildmaterial zur Verfügung stellen können, sich an die Polizei in Villingen 07721/6010 oder an die Kripo in Rottweil 0741/4770 zu wenden.

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