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Villingen-Schwenningen Plötzlich fehlt die komplette Rente

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Sindy Winter, Dubravka Oredic und Dragan Oredic (von links) freuen sich über die große Unterstützung der Bürger von Villingen-Schwenningen. Foto: Großklaus

VS-Schwenningen - Auf einmal war die gesamte Rente einer Schwenningerin weg. Ihre Nachbarin kommt ihr mit einem Spendenkonto zur Hilfe. Die Bürger der Doppelstadt haben fleißig unterstützt.

Dass es doch noch gute Menschen gibt, das haben eine Rentnerin und ihr Sohn aus Schwenningen über die letzten Wochen erfahren dürfen.

"Es war ein Schock", berichtet Dragan Oredic, als seiner Mutter nach einem Besuch in der Sparkasse ihr gesamtes Geld fehlte. Die Rentnerin Dubravka Oredic hatte Ende Juli eine neue Bankkarte abgeholt und dabei auch ihre gesamte Rente von 900 Euro abgehoben.

Rentnerin wollte Geld lieber Bar

Beim anschließenden Einkaufen, irgendwo zwischen City-Rondell, Netto-Markt und dem Apollo-Optik-Geschäft, muss es dann passiert sein: Das gesamte Geld, sowie die neue Bankkarte waren nicht mehr aufzufinden.

Schon länger habe sie Probleme damit gehabt, ihr Geld über ein Konto zu verwalten und habe es daher lieber bar bei sich Zuhause haben wollen, erklärt ihr Sohn. Dass diese Aktion so schlecht ausgehen würde, damit hat die Rentnerin wohl nicht gerechnet.

Dubravka Oredic zeigt im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten das leere Kuvert mit Quittung der Sparkasse vor: "Das Geld ist weg."

Für die zerbrechliche Frau und ihren Sohn, der eine geistige Beeinträchtigung hat und in einer Behindertenwerkstatt arbeitet, ist das eine schwierige Situation.

Große Bereitschaft der Mitbürger zu helfen

Sofort hätte Dragan Oredic den Rollator seiner Mutter durchsucht und dann seine Nachbarin Sindy Winter informiert, die dann das Bürgeramt anrief. Gemeinsam hätten sie dann auch im City-Rondell, im Netto und beim Busfahrer nach dem Umschlag gefragt und wollten eine Anzeige bei der Polizei erstatten, welche ihnen jedoch schnell die Hoffnung nahm. Eine Anzeige gegen "Unbekannt" bringe meistens keine Ergebnisse.

Sindy Winter wendete sich dann selbst an die Mitbürger aus Villingen-Schwenningen, indem sie einen Post in die Facebook-Gruppe "Stadtgeflüster VS" hochlud, um nach Informationen zu fragen. Ihre Hoffnung war, einen möglichen Dieb aufzuschrecken, damit er das Geld an die Rentnerin zurückzugibt.

Das passierte zwar nicht. Doch was folgte, war in Sindy Winters Augen eine "wahnsinnige Reaktion". "Die Leute wollten Essen vorbeibringen und waren bereit, Geld zu geben", erzählt sie weiter. Sie wurde von den Menschen ermutigt, sich zu melden, falls das Geld weiterhin nicht auftauchen würde.

1400 Euro kommen zusammen

Das tat die hilfsbereite Nachbarin am Montag, indem sie über das Internet ein Spendenkonto einrichtete, um hilfsbereiten Menschen die Möglichkeit zu geben, die Oredics zu unterstützen. Innerhalb eines Tages gingen 700 Euro ein, der Beitrag wurde 900 Mal geteilt. Kleine und große Beträge wurden gespendet und sogar die Kirchengemeinde der Rentnerin, die ursprünglich aus Jugoslawien kommt, unterstützte diese mit 500 Euro. Aktuell liegt also ein Betrag von 1400 Euro vor.

Sindy Winter wolle die 900 Euro bar an Dubravka Oredic übergeben und überlege zusätzlich das übrig gebliebene Geld an ein Hilfswerk zu spenden. Dies sollen die Spender entscheiden, von denen das Geld schließlich stamme. "Menschen mit Herz gibt es also doch noch", fasst es Dragan Oredic zusammen und ist dankbar für die Unterstützung. Sein besonderer Dank gehe an Sindy Winter, sowie jeden, der den Beitrag geteilt und "seinen eigenen Teil dazu beigetragen hat".

Bei aller Freude über die Dankbarkeit sieht Sindy Winter ihre Tat als selbstverständlich an: "Wenn jeder ein bisschen so denken würde, wäre diese Welt ein Stückchen besser." Die Rentnerin selbst freut sich über Sindy Winter als "gute Nachbarin" und drückt ihr lächelnd die Hand, froh darüber, "dass es noch gute Leute gibt".

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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