Holger Bannasch folgt auf Steffen Baumeister amSchwarzwald-Baar-Klinikum
Noch wohnt Holger Bannasch im Personalwohnheim des Schwarzwald-Baar-Klinikums. Doch der neue Direktor der Klinik für Plastische, Hand- und Ästhetische Chirurgie will bald mit Frau und drei Töchtern in die Region ziehen.
Schwarzwald-Baar-Kreis. Am 1. August trat er am Schwarzwald-Baar-Klinikum die Nachfolge von Steffen Baumeister an, der sich nach sieben Jahren Klinikbetrieb in Villingen niederließ. Von den zwölf Ärzten und dem Pflegepersonal - "ein tolles Team" - der am Donaueschinger Standort agierenden Klinik sei er "herzlich aufgenommen" worden, freut sich Holger Bannasch.
Der gebürtige Waldshuter studierte Humanmedizin in Marburg und Freiburg und folgte seiner dabei entdeckten Neigung zur Anatomie und Präparation. In seiner Doktorarbeit widmete er sich der Gewebeersatzforschung und deren Transfer ans Krankenbett. Seit 2004 ist er Facharzt für Plastische Chirurgie, war Mitbegründer der privaten Freiburger Erich-Lexer-Klinik für Ästhetische und Plastische Chirurgie und erwarb 2006 die Zusatzbezeichnung Handchirurg.
Seit 2010 war er am Uniklinikum leitender Oberarzt und seit 2011 dort zudem Sektionsleiter für plastisch-rekonstruktive Tumorchirurgie. 2014 übertrug man ihm die Leitung des Sakomzentrums im Tumorzentrum Freiburg, das sich Oberflächenschäden nach Weichgewebstumoren annimmt.
An seiner neuen Aufgabe gereizt habe ihn, in einem Haus der medizinischen Versorgung auf höchstem Niveau jetzt Prozesse selbst gestalten und personelle Entscheidungen treffen zu können. Und das an einem Klinikum mit bestem Ruf und einem großen Einzugsgebiet.
Das Schwarzwald-Baar-Klinikum ist unter anderem eine von nur zehn Kliniken in Deutschland, die von der Berufsgenossenschaft zur Teilnahme am Schwerstverletzungsartenverfahren Hand (SAV Hand) zugelassen sind. Den ursprünglichen Schwerpunkt der Handchirurgie mit einer lückenlosen Replantationsbereitschaft habe schon sein Vorgänger erfolgreich auf die Plastische Chirurgie ausgeweitet. Holger Bannasch will diesen Prozess interdisziplinär fortführen, kündigt Präsenz auch am Hauptstandort an und will außerdem die ästhetische Chirurgie aus der "Schmuddelecke" herausholen. "Klassische Schönheitschirurgie werde ich auch anbieten", sagt der 48-Jährige und betont, dass ästhetische immer auch funktionelle Verbesserungen sein sollten. Aus seiner Perspektive sei der Direktorenposten eine "Lebenszeitstelle", versichert er. "Eine Niederlassung finde ich nicht so reizvoll".
Das Leistungsspektrum der Klinik für Plastische, Hand- und Ästhetische Chirurgie umfasst neben der Handchirurgie (Replantationen, komplizierte Brüche der Handwurzel), die Plastische Chirurgie (Wiederherstellung von Weichteildefekten, Behandlung von chronischen Wunden und Körperstraffung nach starkem Gewichtsverlust), die Brustchirurgie (Wiederaufbau der weiblichen Brust nach Krebs, Verkleinerung bei physischen Beschwerden, Ausgleich angeborener Fehlbildungen), die Tumorchirurgie (nach Haut- oder Weichgewebstumoren) sowie die Ästhetischen Chirurgie