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Villingen-Schwenningen NPD-Rechtsextremist Jürgen Schützinger nicht geehrt

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Zu "rechts" um vom Städtetag des Landes geehrt zu werden: Jürgen Schützinger. Foto: Archiv

Villingen-Schwenningen - Angesichts von 1300 Ehrungen durch den Städtetag alleine in diesem Jahr bislang wäre es ein Leichtes gewesen, auch Jürgen Schützinger in der Reihe der Geehrten einfach durchlaufen zu lassen. Doch dass das dieser Ehrung des NPD-Funktionärs beinahe tatsächlich geschehen wäre, sei ein Fehler, den man nun ausbügle, so der Dezernent des Städtetags Norbert Brugger.

Indem man die Ehrung Jürgen Schützingers eben nicht einfach durchwinke, vermeide man einen noch schlimmeren Fehler. Die Sektgläser standen im Foyer der Neckarhalle bereit, der feierliche Rahmen war gesteckt, aber für den langjährigen Stadtrat Schützinger sollte es keine Feierstunde werden.

Inmitten des Publikums stand er an der Seite seiner Frau, verfolgte zumindest äußerlich reglos, auch ohne Beifall zu klatschen, die Ehrung seiner Gemeinderatskollegen und auch die lange Rede Bruggers, in der der Vertreter des Städtetags auf den Fauxpas um Schützingers beinahe geschehene Ehrung einging. Durch seine 40-jährige Tätigkeit als Stadtrat wäre auch Schützinger geehrt worden, stünde er politisch nicht auf Seiten der NPD und damit auf demokratiefeindlicher Seite.

Verboten ist NPD nicht

Dass Schützinger sich für seine Heimatstadt engagiert, stellte Brugger nicht in Abrede, aber: "Es wäre schön, wenn er der Demokratie ebenso verbunden wäre." Verboten ist die NPD nicht – die Weisheit dieser Entscheidung des Bundesverfassungsgericht habe auch er jetzt erst durchschaut: Damit, so Brugger, mache man sich nicht zum Steigbügelhalter für eine wachsende NPD, die dadurch noch mehr Aufmerksamkeit errege. "Die NPD ist zu unbedeutend für ein Verbot, sagt das Gericht."

Bedeutsam hingegen waren die Worte, die Oberbürgermeister Jürgen Roth für das Engagement der zu ehrenden Gemeinde- und Ortschaftsräte fand. Sie engagierten sich uneigennützig für die Allgemeinheit. Nicht immer sei das leicht – denn man müsse sich auch dem Unmut der Bürger stellen. "Danke für Ihre Treue, Ihren jahrelangen Einsatz", sprach es Roth aus dem Herzen, bevor er jedem einzelnen Geehrten die entsprechende Urkunde für ihren Einsatz überreichte: Kurt Weiß (Verdienstabzeichen des Städtetags Baden-Württemberg in Gold mit Lorbeerkranz), Karl Hirt, Edgar Schurr, Hans-Joachim von Mirbach und Dietmar Wildi (Verdienstabzeichen des Städtetags Baden-Württemberg in Gold) sowie Brigitte Eckert, Reinhold Kaiser und Anja Keller (Verdienstabzeichen des Städtetags Baden-Württemberg in Silber).

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