Matthias Eschbach (von links), Markus Kreutz und Axel Heil vor der künstlerischen Installation eines "Fastentuches" zur Verhüllung des Altars in der Klosterkirche der St. Ursula-Schulen, die derzeit wegen Corona nicht vorort erlebbar ist. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

Religion: Nach den Osterferien soll es einen Gottesdienst in St. Ursula geben

VS-Villingen. Die Trauer­metten am Kar­freitag und -samstag wird es wegen des Coronaviruses zwar nicht geben, doch an der Möglichkeit für die Bevölkerung, die dazu-gehörende Kunstinstallation in der ­Klosterkirche der St. Ursula Schulen zu sehen, wollen die Veranstalter festhalten.

Wenn nach den Osterferien der Schulbetrieb wieder beginnen sollte, planen der Künstler Axel Heil und die beiden Lehrer Markus Kreutz und Matthias Eschbach dafür einen dann neu zu gestaltenden Gottesdienst in der kleinen Kirche.

Dreigeteilter Vorhang aus weißer Gaze

Bereits zum vierten Mal gestaltete Axel Heil auf Anregung des angehenden Diakons Markus Kreutz die in der katholischen Kirche traditionelle Altarverhüllung in der Fastenzeit. Seit Aschermittwoch ist der prächtige Altar nicht mehr zu sehen. In diesem Jahr wählte Heil dazu einen dreigeteilten Vorhang aus weißer Gaze. Die Teilungen verbarg er hinter Papier, das er in einer Ausspartechnik mit Wachs und flüssiger Acrylfarbe in Rot, Grün und Blau zu einer malerischen und graphischen Fläche mit "unendlicher Kreuzsymbolik" verwandelte.

Termine zur Besichtigung abgesagt

An den nächsten Sonntagen sollte die Bevölkerung durch eine offene Klosterkirche eigentlich die Möglichkeit erhalten, das Kunstwerk zu betrachten. Doch auch diese Termine wurden jetzt abgesagt. Heil, der zwei Jahre lang als Kunstlehrer an den St. Ursula-Schulen unterrichtete, setzt seit vier Jahren künstlerisch einen Brauch um, der in der katholischen Kirche schon seit dem neunten Jahrhundert zu finden ist. Die Gläubigen verzichteten damit in der ­Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern auch auf den Zugang zum Altar und sogar dessen optischen Reiz, um dem anschließenden Osterfest als höchstem katholischen Feiertag durch die Enthüllung des Altars einen noch größeren Glanz zu verleihen.

In diesem Jahr fallen die frühmorgendlichen Trauergottesdienste am Karfreitag und Karsamstag in der ­Klosterkirche unter der Leitung von Markus Kreutz nun aus gegebenem Anlass aus und damit auch die von ­Matthias Eschbach arrangierte und dirigierte Johannes­passion von Johann Sebastian Bach. In den vergangenen Jahren erlebten mehr als 100 Menschen die Trauermetten.