Der Ausbau der Gäubahn könnte doch noch in den "vordringlichen Bedarf" als der Stufe mit der höchsten Priorität des neuen Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen werden. Foto: Schwarzwälder-Bote

Bundesverkehrswegeplan: Aufrücken in den "vordringlichen Bedarf" möglich.

Villingen-Schwenningen - Der Ausbau der Gäubahn könnte doch noch in den "vordringlichen Bedarf" als der Stufe mit der höchsten Priorität des neuen Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen werden. Das stellte Staatssekretär Norbert Barthle vom Bundesverkehrsministerium dem Interessenverband Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn bei einem Treffen, an dem auch das Landesverkehrsministerium teilnahm, in Aussicht.

Staatssekretär Barthle betonte laut einer Mitteilung des Verbandes, über den Ausbau der Gäubahn sei noch nicht entschieden. Es stünden noch insgesamt sieben Milliarden Euro für Projekte zur Verfügung. Allerdings müssten vorher alle für eine gesamtwirtschaftliche Bewertung erforderlichen Unterlagen vorliegen. "Über den Status der Gäubahn im Bundesverkehrswegeplan kann Ende August weiter beraten werden", so der Interessenverband.

Zu Beginn des Treffens überreichte Rainer Kaufmann, Geschäftsführer des Interessenverbandes, Staatssekretär Barthle die Stellungnahmen von zirka 50 Gäubahnanliegern, die den "unverzüglichen Ausbau" der Strecke fordern. "Die Gäubahn ist alles andere als eine Regionalbahn. Sie verbindet Stuttgart mit Zürich und Mailand. Man kann also mit Recht von einer trans-europäischen Eisenbahnverbindung sprechen". Mit diesen Worten unterstrich Ministerialdirektor Uwe Lahl in Vertretung von Landesverkehrsminister Winfried Hermann die Forderung an den Bund.

"Die Anwohner erwarten endlich klare Fakten"

Das Land hat ein Gutachten zur Gäubahn in Auftrag gegeben. Damit wird untersucht, wie die im Vertrag von Lugano zwischen Deutschland und der Schweiz vereinbarte Fahrzeitverkürzung auf deutlich unter drei Stunden auch nach dem Rückzug der Deutschen Bahn aus der Neigetechnik erreicht werden kann. Wenn Ende 2016 über den Bundesverkehrswegeplan entschieden wird, kann dieses Gutachten nach Überzeugung der Gesprächsteilnehmer mitberücksichtigt werden.

Mit Blick auf den alten Bundesverkehrswegeplan, in dem der Gäubahnausbau im vordringlichen Bedarf enthalten war, forderte Guido Wolf, der Vorsitzende des Interessenverbands, ein Festhalten an dem Ziel von schnellen IC-Verbindungen auf der Achse Nürnberg-Stuttgart-Zürich mit optimalen Anschlüssen nach Berlin und Norditalien. "Die Anwohner erwarten jetzt endlich klare Fakten zum Gäubahnausbau", sagte Justizminister Wolf.