Seine Heimatprimiz feierte Francesco Riegger im Villinger Münster. Er war am 30. Juni zusammen mit drei anderen Diakonen in Wigratzbad (bei Wangen im Allgäu) von Erzbischof Wolfgang Haas zum Priester geweiht worden. Foto: PMT Foto: Schwarzwälder-Bote

Francesco Riegger feiert Heimatprimiz im Villinger Münster / Hochamt in römischem Ritus

VS-Villingen. Francesco Riegger feierte im Münster seine Heimatprimiz. Am 30. Juni war Riegger zusammen mit drei anderen Diakonen in Wigratzbad (bei Wangen im Allgäu) von Erzbischof Wolfgang Haas zum Priester geweiht worden. Dort befindet sich das Seminar der Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP), in dem die Seminaristen sieben Jahre auf das Priesteramt vorbereitet werden. Jetzt zelebrierte er zum ersten Mal ein feierliches Hochamt im Villinger Münster, der Kirche, in der er während seiner Jugendzeit oft als Ministrant am Altar gedient hatte.

Nach der Begrüßung durch Dekan Josef Fischer erläuterte Pater Jérôme Bücker FSSP einige Unterschiede zwischen der Zelebration in der außerordentlichen Form des römischen Ritus und der Form, wie sie in den meisten Gemeinden heute praktiziert wird: die gemeinsame Gebetsrichtung von Priester und Volk zu Gott hin; den Empfang der heiligen Kommunion knieend und auf die Zunge; Latein als Liturgiesprache, die weltweit alle Katholiken verbindet, die diesen Ritus verwenden.

Eine lange Reihe von Ministranten und Klerikern zog durch den Mittelgang der gut gefüllten Münsterkirche zum Altar. Ganz am Ende schritt der Primiziant, begleitet vom Presbyter Assistens, P. Christoph Fuisting FSSP, Kaplan Marc Kalisch als Diakon und Diakon André Hahn als Subdiakon.

Nachdem er die Mitfeiernden zu Beginn des Hochamts mit Weihwasser besprengt hatte ("Asperges"), trat Pater Riegger zusammen mit seiner Assistenz an die Stufen des Altars, um die Vorbereitungsgebete zu sprechen ("Stufengebet"). Währenddessen sang die aus Stuttgart angereiste Frauen-Schola den Introitus: Ecce, Deus adjuvat me, et Dominus susceptor est animae meae (Sieh, Gott ist mein Helfer und der Herr der Hort meiner Seele).

Für die Gläubigen lagen zweispaltige Faltblätter mit den wichtigsten lateinischen Texten und ihrer Übersetzung ins Deutsche aus. So konnten die Besucher die Gebete mitverfolgen; sie konnten aber auch die Zeremonie selbst wirken lassen – dazu gehören nicht nur die Worte und Gebete, sondern auch die Musik, der Weihrauch, die Kerzen, die Gebärden, die "liturgische Choreographie".

In seiner Primizpredigt ging Pater Sven Conrad FSSP auf den Primizspruch des Neupriesters ein: "Nicht mehr Knechte, sondern Freunde". Das Zitat stammt aus dem Johannesevangelium – dort steht: "Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe."

Nach dem Schlusssegen und dem Gesang des Te Deum laudamus (Großer Gott, wir loben Dich) waren alle eingeladen zum Stehempfang im Münsterzentrum. Viele nutzten die Gelegenheit, dem Primizianten zu gratulieren.

Weitere Informationen: www.pro-missa-tridentina.org