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Villingen-Schwenningen Neues Verfahren verhindert Infektion

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Die Stationsassistentin Anita Häussermann bereitet die abgepumpte Muttermilch im Kurzzeitpasteurisierungsverfahren für die Fütterung eines Frühgeborenen vor.Foto: Klinikum Foto: Schwarzwälder Bote

Schwarzwald-Baar-Kreis. Jeder zweite Erwachsene in Deutschland trägt das humane Zytomegalievirus in sich – ohne es zu wissen. Ist der zur Familie der Herpesviren gehörende Erreger für gesunde Erwachsene in der Regel harmlos, so kann er besonders für sehr kleine, unreife Frühgeborene gefährlich werden.

Das Virus ist über die Muttermilch übertragbar, wodurch die Frühgeborenen infiziert werden und schwer erkranken können. Gleichzeitig enthält gerade die Muttermilch besonders wichtige Nährstoffe. Damit die Kleinen bedenkenlos die wertvolle Muttermilch zu sich nehmen können, setzt die Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde des Schwarzwald-Baar- Klinikums jetzt auf ein neues Verfahren. Dabei wird das Virus in der Muttermilch erfolgreich inaktiviert, ohne die für die Entwicklung des Frühgeborenen elementaren Nährstoffe zu vernichten.

"Bei Frühgeborenen ist das Immunsystem noch nicht voll ausgebildet, sodass sie keine wirkungsvolle Abwehr gegen das humane Zytomegalievirus (HCMV) besitzen. Eine HCMV-Infektion kann daher zu sehr schweren Komplikationen führen und manchmal sogar tödlich enden", erklärt Matthias Henschen, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde. Gleichzeitig ist die Muttermilch aufgrund ihrer Bestandteile gerade bei frühgeborenen Kindern mit einem Gewicht unter 1800 Gramm wichtig für das Wachstum und die Immunabwehr. "Damit wir die Frühgeborenen trotzdem mit Muttermilch füttern können, setzen wir ein neues Verfahren ein, bei dem das HCM-Virus zuverlässig inaktiviert wird. Gut ist: Die für die Kleinen so wichtigen Proteine und Enzyme bleiben dabei erhalten", erläutert Marianne Brunner, pflegerische Klinikleitung des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin.

In einem speziellen Gerät wird die zuvor von der Mutter abgepumpte Milch zur Kurzzeitpasteurisierung in einem rotierenden Rundkolben mit integriertem Temperaturmessfühler erwärmt und anschließend rasch abgekühlt. Je nach Milchmenge dauert das 60 bis 120 Sekunden. "Das vollautomatische Verfahren und die praktische Handhabung des neuen Geräts erleichtern den Alltag auf der Früh- und Neugeborenenstation", so Brunner.

Das Schwarzwald-Baar-Klinikum ist ausgewiesenes "Perinatalzentrum Level 1". Es erfüllt sehr hohe Qualitätskriterien und bietet eigenen Angaben zufolge rund um die Uhr ein Höchstmaß an Sicherheit für Mutter und Neugeborene.

Insbesondere extrem Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1250 Gramm müssen in einem solchen Perinatalzentrum der Stufe 1 versorgt werden. Fachärzte sowie Pflegefachkräfte der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe als auch der Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde arbeiten hier Tag und Nacht eng zusammen, so die Mitteilung der Klinik. "Damit sind die Voraussetzungen einer maximalen Versorgung für die Mutter und frühgeborene Kinder – aber auch für reife Neugeborene – gegeben."

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