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Villingen-Schwenningen Neues Leben für das Saba-Areal

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Auf dem ehemaligen Saba-Gelände soll ein Gewerbepark entstehen. Foto: Eich

Villingen-Schwenningen - Das ehemalige Saba-Gelände steht vor einem großen Umbruch: Das internationale Immobilienunternehmen Ten Brinke will auf dem Areal einen neuen großen Gewerbepark entstehen lassen. Darüber hinaus sind in direkter Nachbarschaft 400 Wohneinheiten geplant. Investiert werden sollen rund 100 Millionen Euro.

Der Saba-Schriftzug ist verschwunden - und bald wird auch das gesamte Gelände, auf dem der ehemalige Rundfunkgerätehersteller seine Produktionsstätte hatte, ein neues Gesicht bekommen. Denn die Richter-Gruppe und Ten Brinke wollen auf 64 000 Quadratmetern einen neuen Gewerbepark mit angrenzender Wohnbebauung auf dem ehemaligen Villinger Kasernenareal Lyautey realisieren. Die vorbereitenden Arbeiten haben bereits begonnen.

Ausgangslage

Das gesamte Gebiet zwischen der Peterzeller Straße und der Richthofenstraße wird sich in den kommenden Jahren komplett verändern. Der Großteil des Lyautey-Areals inklusiver zahlreicher denkmalgeschützer Gebäude ist vor zwei Jahren an die DBA Deutsche Bauwert verkauft worden. Diese möchte dort 300 Wohneinheiten realisieren. Begonnen haben die vorbereitenden Arbeiten hierfür bereits im Frühjahr, mittlerweile werden die ersten Fundamente der Neubauten gesetzt. Darüber hinaus beginnt zeitnah die Sanierung der Mannschaftsgebäude entlang der Kirnacher Straße.

Der nördliche Teil des Lyautey-Areals (knapp 13.700 Quadratmeter) ist, ebenso wie das ehemalige Saba-Areal - das als Innovationspark geführt wird - im Besitz der Richter-Gruppe aus Mainz und Ten Brinke. Auf dem Ex-Kasernengelände hatte ursprünglich Werner Wohnbau die Realisierung von Reihenhäusern geplant, die Richter-Gruppe entschied sich aber dazu, die Fläche anderweitig zu bebauen. Hierfür holte sie im September 2018 das Immobilienunternehmen Ten Brinke mit ins Boot. Dieses fungiert als Investor und Entwickler. "Die Pläne der IHK, sich hier niederzulassen, waren der Grund, warum wir eingestiegen sind", berichtet Kai Engesser von Ten Brinke im Vor-Ort-Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Engesser ist Niederlassungsleiter der Ten Brinke Baden-Württemberg mit Sitz in Böblingen, die für die Entwicklung verantwortlich ist.

Zu diesem Zeitpunkte hatte die Industrie- und Handelskammer noch in Erwägung gezogen, auf dem Gelände die bisherigen Standorte zu zentralisieren. Neben der dort ohnehin ansässigen Akademie sollten auch die Geschäftsräume aus dem Romäusring dorthin wandern. Mittlerweile hat sich die IHK dazu entschieden, einen Neubau im Zentralbereich zu realisieren. Engesser: "Das ist natürlich schade, es wäre quasi ein toller Ankermieter gewesen".

Stattdessen habe man sich Gedanken gemacht, wie das Gebiet anderweitig entwickelt werden könnte. Angedacht ist nun eine Mischung aus Wohnen im östlichen Teil des Areals und Gewerbe sowie Dienstleistungen im westlichen Teil.

Planungen Wohnungsbau

Was das Thema Wohnen betrifft, so werden auf dem ehemaligen Kasernengelände zunächst vier Mehrfamilienhäuser mit 102 Wohneinheiten erstellt, die vermietet werden sollen. Mit inbegriffen sind hier außerdem 15 öffentlich geförderte Wohnungen, die mit einem Wohnberechtigungsschein gemietet werden können. Dieses Wohnprojekt "Am Kurpark" hat auch bereits einen Käufer gefunden. So hat die ZBI Zentral Boden Immobilien Gruppe für den offenen Immobilien-Spezialfonds "ZBI Union Wohnen Plus" die rund 1000 Quadratmeter Wohnfläche erworben. Dieser Fonds richtet sich an­institutionelle Anleger wie Kreditinstitute, Versicherungen oder Krankenkassen.

Was die Gebäude betrifft, so handelt es sich hierbei um KfW-Effizienzhäuser 55, die die Mieter bei den Nebenkosten entlassen sollen. Der geplante Wohnungsmix reicht von kompakten Zwei- bis zu geräumigen Vierzimmerwohnungen mit Balkon oder Terrasse. Neben einer Tiefgarage mit 96 Stellplätzen sind weitere 50 Außenstellplätze vorgesehen.

Für Ten Brinke ist das aber nur der Startschuss der Quartiersentwicklung. Denn insgesamt sollen bis zu 400 Wohneinheiten entstehen, insbesondere rund um den denkmalgeschützten Park mit dazugehöriger Villa der Familien Scherb und Brunner-Schwer bis zum Ufer der Brigach. Dort sind auch Eigentumswohnungen geplant. "Die Mischung im Gebiet soll passen", erklärt hierzu Engesser.

Der neue Gewerbepark

Das ehemalige Saba-Gelände soll derweil als neuer Gewerbepark eine Renaissance erleben. Im ersten Schritt, quasi als Flaggschiff, ist der Bau eines großen Bürogebäudes mit 6000 Quadratmetern Büromietfläche inklusive Tiefgarage geplant. Hier sollen auch jene Mieter neue Flächen erhalten, die bereits im Park ansässig sind und sich verbessern oder vergrößerun möchten.

Überhaupt soll das gesamte Areal überplant werden. Hier werde auch ein Großteil der Gebäude zurückgebaut. "Die meisten Gebäude sind aber bis in vier Wochen leer", so Engesser. Das Gebäude A, in dem die IHK-Akademie untergebracht ist, wird so lange bleiben, bis der IHK-Neubau steht. Die nächsten Jahre noch Bestand haben werden die Gebäude B mit der Parkverwaltung sowie das Gebäude G, in dem noch eine Firma untergebracht ist. Langfristig sollen diese aber ebenfalls weichen. Mit den die neue Konzeption eingebunden ist lediglich Gebäude C ganz am nordwestlichen Rand des Gebiets.

Was den zeitnahen Abriss der ersten Gebäude betrifft, habe man die Sommerferien genutzt, um eine Gebäudeschadstoffuntersuchung anzustellen. Auffälligkeiten habe man jedoch keine feststellen können, weswegen die Abbrucharbeiten ausgeschrieben und damit vorangetrieben werden können.

Was dort nach dem Abbruch der Gebäude geschieht ist noch nicht gänzlich geklärt. "Das ist noch nicht ausgeplant", macht Engesser deutlich. Der Bebauungsplan müsste allerdings auf alle Fälle erweitert werden. Klar ist auch: Zukünftig werde hier nicht störendes Gewerbe Platz finden, Produktionsstätten gehören dort demnach der Vergangenheit an.

Zeitplan und Ausblick

Momentan laufen bereits die Arbeiten für die Haupterschließungsstraße, die an die Kirnacher Straße angeschlossen ist. Bis zum Jahresende soll die Straße fertig sein, währenddessen möchte Ten Brinke auch schon die ersten Gebäude auf dem Ex-Saba-Gelände zurückgebaut haben. Auch beim Bau der Wohnprojekts "Am Kurpark" als erster Bauabschnitt soll dieses Jahr der Spatenstich erfolgen. "Sobald die Baugenehmigung da ist, können wir vier Wochen später starten", macht der Projektleiter deutlich.

Als zweiter Bauabschnitt ist das große Bürogebäude geplant - Startschuss voraussichtlich im ersten oder zweiten Quartal 2021. "Bis Jahresende möchten wir auch entscheiden, wie das Gebiet grundsätzlich strukturiert ist", gibt Engesser den Zeitplan für die Planung der weiteren Bauabschnitte vor. Die Entwicklung der Gewerbeflächen sei natürlich noch von der Nachfrage abhängig, man sehe in VS jedoch den Bedarf für große Mietflächen. Engesser: "Bei der Nachfrage des Wohnraums sehen wir keine Probleme."

Vielleicht bis in zehn Jahren könnte das Gesamtprojekt abgeschlossen sein. "Konkrete Zeitpläne gibt es aber nicht", zeigt der Projektleiter schließlich auf. "Das hängt für uns alles von der Nachfrage ab."

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