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Villingen-Schwenningen Neue Katzenmutter tritt Dienst an

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Irmgard Langenbacher war die erste Katzenmutter, die sich von 1959 bis 1968 um das Wohl des Katers im Turm kümmerte. Foto: Schwarzwälder Bote

Sie hat den Kater im Romäusturm gehegt und gepflegt, damit er frisch herausgeputzt auf die Villinger Fasnet gehen kann: die Katzenmutter Iris Paulus. Nach zwölf Jahren übergibt sie diese Aufgabe an Lisa Langenbacher. Für die junge Frau ein schönes Amt, war doch ihre Großmutter Irmgard Langenbacher die erste Katzenmutter.

VS-Villingen. Zum ersten Mal hatte die Katzenmusik den Kater Miau am Fasnetsonntag im Jahr 1957 im Riet gesucht und war begeistert gewesen, mit welchem Engagement sich die Anwohner in das Ereignis einbrachten. Schnell war es beschlossene Sache, dass der Kater das Jahr über Unterschlupf im Romäusturm findet und sich der ein Jahr später entstandene Verein "de Riet­vo gel" um seine Pflege kümmert. Irmgard Langenbacher war eines der Gründungsmitglieder und nahm sich von 1959 bis 1968 des närrischen Turmbewohners an.

Ein gar nicht so ungefährliches Amt in früheren Zeiten, erzählen Iris Paulus und Lisa Langenbacher: Zunächst mussten ihre Vorgängerinnen für die Katerbefreiung noch mit der Leiter hoch hinauf auf einen Mauervorsprung klettern. Nach Elisabeth Faller, Anna Weber, Else Hornstein und Gisela Moser war es Iris Paulus von der Rietwieber-Kapelle, die 2007 als Katzenmutter antrat. "Es war eine tolle Zeit", stellt sie fest, sie habe viel Spaß mit der ganzen Gruppe gehabt. Jedes Mal sei der Katerempfang anders, aber immer schön gewesen. Die Katzenmusik und die Rietvögel hätten Jahr für Jahr ein neues Motto entwickelt, dann ging es ans Verfassen des Drehbuchs, um die Zuschauer mit neuen Ideen zu überraschen. Neben ihr selbst habe Albert Helmstädter über lange Jahre viele Texte geschrieben, inzwischen bringe Barbara Stern das Spiel zu Papier. Gerne habe sie sich passend verkleidet, erzählt Iris Paulus, sie war schon als Hippie, Putzfrau oder Funkenmariechen auf dem Turm. Von oben eröffne sich ein imposanter Blick auf die unzähligen Menschen, die alle schunkeln, singen und lauthals nach dem Kater rufen. Über die Jahre habe das Duell zwischen Rietbürgermeister und Generalfeldmarschall immer mehr Zuschauer angelockt.

Aber auch das Einfangen des Katers am Fastnetsdienstag, wenn ihn das Vorstandsteam der Katzenmusik mit der Zugpolizei zurück ins Riet bringt, locke inzwischen viele Besucher an. "Freiwillig geht er nie in den Turm", stellt die Katzenmutter mit einem Augenzwinkern fest. Da gebe es lustige Szenen, wenn sich der Kater irgendwo versteckt oder die Musiker die Kutsche blockieren. Zum letzten Mal hat Iris Paulus das von der Fasnet mitgenommene Tier im vergangen Jahr wieder in Empfang genommen. Ihr Mann Klaus Paulus hörte 2018 als Rietbürgermeister auf, "jetzt sind wir miteinander in Rente", sagt sie lachend.

Sein Nachfolger Peter Haas schlug Lisa Langenbacher als Katzenmutter vor, die gerne in diese Rolle schlüpft und schon gespannt ist, was alles auf sie zukommt. Sie fühlt sich bei den Rietvögeln jedenfalls gut aufgehoben, jeder habe ihr Unterstützung angeboten. "Meine Oma wäre stolz auf mich", freut sich Lisa Langenbacher, war sie es doch, die ihr schon früh einen Bezug zu Villingen und der Fasnet vermittelte. Jetzt ist die Enkeltochter der ersten Katzenmutter mit 26 Jahren die jüngste Frau, die den "Rolli" unterm Jahr aufpeppelt und für sein glänzende Fell sorgt. Ebenso wie Iris Paulus hat sie den Kater ins Herz geschlossen, "er ist ein liebenswertes Tier", es sei kein Wunder, dass ihn gerade die Kinder so mögen. Die Wachablösung im Turm ist übrigens auch Thema beim Katerempfang mit der alten und der neuen Katzenmutter, die manche Überraschung verspricht. Mehr sei nicht verraten. Aber wenn genügend Besucher "Miau, Miau, Miau, isern Kater wenn mo hau!" rufen, darf er bestimmt wieder auf die Gass.

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