Foto: Marc Eich

In Vorderen See in Schwenningen gestürzt: Gesundheitszustand des einjährigen Jungen laut Polizei unverändert kritisch.

Villingen-Schwenningen - Unverändert kritisch ist der Gesundheitszustand des einjährigen Jungen, der am Dienstagvormittag in den Vorderen See in Schwenningen gestürzt ist. Es besteht laut Polizei weiterhin akute Lebensgefahr.

Wie konnte das nur passieren? Das ist die zentrale Frage. Das Kleinkind hatte sich in einem unbeobachteten Moment von der Gruppe entfernt und war in den See gefallen, wo es wenig später leblos entdeckt wurde.

"Die Ermittlungen der Kriminalpolizei zur Klärung des Unfallhergangs laufen unvermindert weiter", erklärt Polizei-Pressesprecher Matthias Preiss. Ob sich die Tagesmütter verantworten müssen, entscheidet auch der weitere Zustand des Jungen. "Bislang", so Preiss, "ergibt sich strafrechtlich kein Vorwurf." Andernfalls müsse die Justiz prüfen, ob die Tagesmütter fahrlässig gehandelt haben. Diese werden momentan noch psychologisch betreut, nachdem sie am Unglücksort kurz vor dem Zusammenbruch standen.

Daniela Kleissendorf, Vorsitzende des Vereins TaPS (Tagesmütter und Tagesväter-Pflegekinder-Service), gibt derweil zu bedenken, "dass überall etwas passieren kann". Der Vorwurf, dass man mit Kleinkindern nicht an einen See sollte, möchte sie so nicht stehen lassen. "Im Nachhinein weiß man es natürlich immer besser, ein Kleinkind kann aber auch in einer größeren Wasserpfütze ertrinken", erklärt sie.

Für professionelle Tagesmütter besteht ein Versicherungsschutz. Für die Beteiligten ist das jedoch nur ein geringer Trost. Viel größer ist momentan noch die Sorge, wie sich der Gesundheitszustand des Jungen entwickelt.

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