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Villingen-Schwenningen Mutmaßlicher Terrorist aus Sri Lanka angeklagt

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Die Fahne der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) wird bei Demonstrationen oft mitgeführt. Foto: Trezzini

Karlsruhe/Villingen-Schwenningen - Die Bundesanwaltschaft hat gegen einen mutmaßlichen Terroristen aus Sri Lanka Anklage wegen Beihilfe zum Mord erhoben. Wie die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte, soll das Mitglied Navanithan G. der Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) in seinem Heimatland 2005 am tödlichen Anschlag auf den sri-lankischen Außenminister Lakshman Kathirkamar beteiligt gewesen sein.

Der 40-Jährige soll sich vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart verantworten. Er war am 16. Januar 2019 bei Villingen-Schwenningen verhaftet worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Die LTTE kämpften 26 Jahre für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden Sri Lankas. Die Bundesanwaltschaft stuft die Vereinigung als Terroror­ganisation ein. 2009 besiegte die Armee die Aufständischen.

Der Bundesanwaltschaft zufolge gehörte der Beschuldigte Navanithan G. von Ende August 2002 bis Mai 2009 der Geheimdiensteinheit der Organisation an. Er soll Informationen über Gegner beschafft und Erkenntnisse geliefert haben, die bei dem tödlichen Anschlag auf Kathirkamar verwendet wurden. In der Endphase des Bürgerkriegs habe er Führungspersönlichkeiten der LTTE zur Flucht aus Sri Lanka verholfen.

Wie kam es zur Festnahme?

Rückblick: Auch wenn 8000 Kilometer Luftlinie Villingen-Schwenningen und Colombo, die Hauptstadt Sri Lankas, trennen. Genau dort wird ­der 39-jährige Navanithan G. am Rande des Schwarzwalds festgenommen. Wie kam es zu der Festnahme? "Zu den näheren Angaben des persönlichen Umfeld möchten wir uns derzeit nicht äußern", hieß es im Januar von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe auf Anfrage unserer Zeitung. Und auch die Tamilen in Villingen-Schwenningen konnten sich nicht erklären, warum das Oberzentrum zu einem Rückzugsort für einen mutmaßlichen Terroristen wurde.

Wo der 39-Jährige im Schwarzwald-Baar-Kreis gewohnt hatte, verriet die Behörde nicht. "Völlig überrascht" zeigte sich beispielsweise Pirakas Pavalanathan. Er ist einer von rund 500 Tamilen im Schwarzwald-Baar-Kreis und gleichzeitig Rektor der tamilischen Schule in der Doppelstadt, in der die Sprache des Volkes gelehrt wird. Vor allem die Kultur stehe in der Schule im Vordergrund, über Politik unterhalte man sich eigentlich nicht. "Aber wir fragen uns schon, wer das war und warum er ausgerechnet hier war", meinte Pavalanathan damals.

Mutmaßlich an mindestens einer Attacke beteiligt 

Doch Navanithan G. wird noch für eine weitere Tat verantwortlich gemacht. Im Fadenkreuz der tamilischen Terroristen war hierbei Douglas Devananda, ein tamilischer Politiker und Führer der Eelam People Democratic Party (EPDP).

Die LTTE hatten insgesamt zehn Mordanschläge auf den Kritiker der Vereinigung verübt – sie schlugen jedoch alle fehl. An mindestens einer dieser Attacken soll auch 39-Jährige beteiligt gewesen sein. Ihm wird deshalb zusätzlich auch noch versuchter Mord vorgeworfen.

Ihre Redaktion vor Ort Villingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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