Herzlichen Applaus und flüssigen Dank dürfen die Hauptakteure beim Jubiläumskonzert des Bach-Chores empfangen. Zu sehen sind (von links) Brigitte Heß, Michael Vogelmaier, Florence Awotula und Christof Wünsch. Foto: Kouba Foto: Schwarzwälder Bote

Johanneskirche: Bach-Chor feiert 50-jähriges Bestehen / Querschnitt vom 15. Jahrhundert bis heute

Fünfzig Jahre existiert der Bach-Chor Schwenningen – Grund für ein Jubiläumskonzert in der Johanneskirche mit einem Querschnitt vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

VS-Schwenningen. Pfarrer Klaus Gölz hieß das Publikum herzlich willkommen und erinnerte an den Singkreis, den Rüdiger Just 1968 gründete. Die "feste Größe" im Gemeindeleben verfüge über ein großes Repertoire, habe Reisen auch ins Ausland unternommen und werde immer wieder durch Instrumentalisten unterstützt. Pfarrerin Brigitte Güntter sorgte mit Gebeten und Segen für den liturgischen Rahmen und Psalm 98 setzte ein Zeichen religiösen Hintergrunds der Musik.

Seit 1991 leitet Kantor Christof Wünsch den Bach-Chor. Mit freundlicher Ausstrahlung und leidenschaftlichem Dirigieren ließ er begeisternd den Funken auf die Chormitglieder und das Publikum überspringen. Das Programm bot nicht nur musikhistorische Stationen, sondern ließ auch ökumenischen Geist spüren. Nicht von ungefähr stand die "Licht-Messe" von Lorenz Maierhofer im Zentrum. Der Bayer fühlt sich dem Ordo Missae verbunden, nutzt die lateinische Sprache und spricht durch einen modernen Mischstil an.

Sänger und Musiker begeistern Publikum

Bewegende Dynamik und Rhythmik bestimmten das aus der Tiefe aufsteigende "Kyrie", ein mehrteiliger Bittruf bei dem auch die Solisten Florence Awotula (Mezzosopran) und Michael Vogelmaier (Bariton) zur Geltung kamen. Vogelmaier beeindruckte mit klarer Aussprache beim "Gratias" des Gloria und innig erklang das "Qui tollis", alles abgerundet durch ein strahlendes Amen.

Zur Farbigkeit trugen Geigen, Bratsche, Cello und Kontrabass nicht nur beim "Credo" bei und jubelnd erklang das "Hosanna" im "Sanctus" mit Vokal-Solisten, die mit Tiefgang das "dona nobis pacem" vermittelten.

A capella erklang vom Chor das ruhig-festliche "Alta trinita beata", um zu "Look at the world" mit beeindruckendem Refrain des Engländers John Rutter zu wechseln. Ein Lied der Hoffnung und Gottestreue erklang mit "Alles hat seine Zeit" und zum Song der Freude wurde "Gott, du lässt uns heute atmen", ergänzt durch das hymnische "The Ground" des Norwegers Ola Gjeilo, dem schlicht-feierlichem Vaterunser des Giorgio Moroder und dem marschmäßigen "Gott kommt".

Tief empfunden und kunstvoll sang Florence Awotula "O magnum mysterium", um leuchtenden Sopran und satten Mezzo hören zu lassen. "Der Herr segne dich" (Pepper) und "Dona nobis pacem" der Amerikanerin Audrey Snyder rundeten das Programm ab, zu dessen Gelingen auch die versierte Pianistin Brigitte Heß und Gundula Awotula (Orgel) beitrugen.