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Villingen-Schwenningen "Musik war und ist mein Leben"

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Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

Als "Rosi" geht er auf der Fastnachtsbühne der Katzenmusik gerade durch die Decke. Benno Kilzer ist von seinem Erfolg als robuste Alt-Villingerin selbst überrascht. Dabei fühlt sich der Dirigent der Jugendkapelle der Stadtharmonie so gar nicht als Schauspieler.

VS-Villingen. Zu dem "Job" sei er nur auf Drängen seiner jungen Musiker gekommen, erzählt der 51-Jährige. Doch davon später mehr.

Der gebürtige Villinger ist im "alten" Kurviertel aufgewachsen, hat die Goldenbühlschule, das Romäusring-Gymnasium und später die Zinzendorfschulen in Königsfeld besucht, wo er 1988 sein Abitur ablegte. Noch ohne beruflichen Plan kam er seiner 15-monatigen Bundeswehrverpflichtung im Sanitätszug nach. "Eigentlich wollte ich danach Musik studieren", erzählt Benno Kilzer und erklärt dazu, dass er "praktisch in die Stadtharmonie hineingeboren wurde". Sein Vater Norman war Querflötist und übertrug die Begeisterung für dieses Instrument auf seinen Sohn, "sobald ich sie halten konnte".

Als Neunjähriger bekam er Unterricht, mit elf spielte er in der Jugendkapelle mit und entdeckte er dort auch seine Liebe zum Saxophon. Schon mit 13 wurde das Talent in das große Orchester unter Dirigent Wolfgang Kunzelmann entliehen. "Musik war und ist mein Leben", sagt Kilzer, der alle Leistungsabzeichen erwarb, die es gibt, Vorsitzender der Bläserjugend war, mit anderen Jugendlichen die "Harmony-Big-Band" gründete und schon mit 18 die Ausbildungslizenz in der Tasche hatte.

Bei der Stadtharmonie, aber auch beim Musikverein Unterkirnach gab er sein Können an junge Musiker weiter. Da war er bereits Dirigent – mit 17 hatte er auf Anraten Kunzelmanns nämlich auch diese Ausbildung schon hinter sich. "Der Dirigentenstab hat mich damals aber noch nicht so interessiert", sagt er rückblickend. Die Musik zum Beruf zu machen – diesen Plan verwarf er schließlich. "Aus Gründen der Vernunft", sagt er heute. Die Berufsaussichten für Musiker waren noch nie berauschend. Weshalb er jungen Musikern auch davon abrät und sagt: "Behaltet es lieber als das schönste Hobby der Welt."

Benno Kilzer studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Furtwangen und hat seither beruflich schon etliche Etappen hinter sich gebracht. Seit 2012 verdient er sein Geld im Vertrieb von ebm-papst in St. Georgen. 2001 übernahm er bei der Stadtharmonie nicht nur das Amt des Kassiers, sondern auch die vakante Leitung der Jugendkapelle. Zwei Jobs waren für den damals noch zweifachen Familienvater aber zu viel, 2002 gab er die Kapelle deshalb an Mario Mosbacher ab.

Rosi hat sogar ein ideelles Vorbild

Von 2005 bis 2010 war er zweiter Vorsitzender und kehrte 2011 – inzwischen Vater dreier Töchter, alles Musikerinnen – als Dirigent zur Jugendkapelle zurück, nachdem Mosbacher das große Orchester übernommen hatte. Die Verbindung zum Katzenmusikverein war durch seine Mitgliedschaft in der Stadtharmonie von Anfang an gegeben, denn seit Ende der 1940er-Jahre ist die Harmonie an der Villinger Fasnet die "Katzenmusikmusik". Schon mit der Jugendkapelle begleitete er die Katzen bei den Umzügen und musizierte bei deren Bällen. "Früher gab es noch keine DJs, da machten wir die Tanzmusik", erinnert er sich. 1994 warb ihn der damalige Ballregisseur Thomas Moser für das neu gegründete Männerballett an, das bis 2009 auftrat und "viel Spaß gemacht hat", so Kilzer. Aufgehört habe man seinerzeit gemeinsam.

Die Verbindung zur "KaMuVi" wurde mit seiner Wahl in den Großen Rat 2013 noch enger und Benno Kilzer stand wieder auf der Bühne. Diesmal zusammen mit dem bühnenerfahrenen Stadtharmonie-Vorsitzenden Henry Greif und der Jugendkapelle. Aus kurzen Sprechrollen wurde beim Ball 2018 auf Drängen seiner jungen Musiker zum ersten Mal der Auftritt von "Rosi", der derben Alt-Villingerin, die unsterblich in den Zunftmeister Anselm Säger verliebt ist. "Das kam gut an", erinnert sich Benno Kilzer, der sich darüber noch immer wundert.

Beim neuen Konzept des diesjährigen Balles wurde aus den bisherigen Kurzauftritten eine tragende Rolle und die Resonanz auf "Rosi" war "der Hammer". Benno Kilzer schreibt seine Texte selbst – "diesmal waren es zehn Seiten" – und verrät, dass "Rosi" ein reales Vorbild hat. Man erinnere sich an Rosa, die langjährige Bedienung in der Alten Tonhalle, die mit ihrer rauen, aber herzlichen Art viele Fans hatte. "Ihren Charakter habe ich versucht, umzusetzen", sagt ihr Darsteller, der, wenn er durch die Stadt spaziert, inzwischen schon "Rosi" gerufen wird. "Daran ist nur meine Jugendkapelle Schuld", sagt Benno Kilzer und lacht.

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