Künftig soll an Heiligabend in der Villinger Färberstraße nicht mehr so lange gefeiert werden dürfen. Foto: Archiv

Wegen aggressiver Stimmung in Färberstraße: Ordnungsamt will an Heiligabend Sperrzeitverkürzung aufheben.

Villingen-Schwenningen - Wenn es nach dem städtischen Ordnungsamt geht, haben künftig in der Nacht von Heiligabend auf den ersten Weihnachtsfeiertag in Villingen die Gaststätten nicht mehr bis 4 Uhr, sondern nur noch bis 2 Uhr morgens geöffnet. Die Stadt will damit auf die in den vergangenen zwei Jahren zunehmend "aggressive Stimmung in der gesamten Färberstraße" reagieren, heißt es in der Vorlage zur Sitzung des Verwaltungsausschusses am Mittwoch, 12. Februar, 17 Uhr, im Schwenninger Rathaus.

Die Verkürzung der Sperrzeit auf 4 Uhr ist gesetzlich möglich, wenn ein grundsätzlicher Bedarf an einer längeren Öffnung von Gaststätten vorhanden ist, der im Interesse der Allgemeinheit liegt. Dies sei gegeben wegen des traditionellen Kuhreihens, der seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil im Villinger Stadtgeschehen ist und der einen großen Zulauf an Bürgern aller Altersgruppen hat. Genauso üblich und von einer Vielzahl von Bürgern gewünscht, sei das anschließende gemeinsame Treffen in den Gaststätten, heißt es in der Vorlage.

Aber in den vergangenen zwei Jahren habe sich die Situation vor allem in der Färberstraße und der Schlösslegasse verschärft. Erhebliche Polizeipräsenz habe aufgefahren werden müssen, um für Ruhe zu sorgen. "Beim Eintreffen der Streifen herrschten in der Färberstraße Zustände wie an Fasnet, wobei die Passanten erheblich alkoholisiert gewesen seien", schreibt die Verwaltung.

Angesichts der angestiegenen Ordnungs- und Ruhestörungen erachtet das Bürgeramt eine Sperrzeitverkürzung bis 4 Uhr "unter ordnungsrechtlichen Gesichtspunkten sowie im Hinblick auf die kritisch zu beurteilende Sozialadäquanz nicht mehr für vertretbar."

Die Öffnung der Gaststätten nur noch bis 2 Uhr werde aus Sicht der Gaststättenbehörde dem "Ausgehbedürfnis der Besucher des Kuhreihens und dem öffentlichen Interesse an einer Eindämmung der strafrechtlichen Vorkommnisse" gerecht.

Der Förderverein der Stadtmusik, der den Kuhreihen patentieren ließ, hatte sich im Vorfeld des Heiligabends kritisch wegen des Glühweinausschanks des Jugendhauses und der Aidshilfe geäußert.

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