An der Neckarquelle starten am 30. September 59 Läufer. Es heißt, insgesamt 377 Kilometer zurückzulegen. Foto: Schulze Foto: Schwarzwälder Bote

Marathon: Neckarlauf startet am 30. September in Schwenningen / Sieben Etappen warten auf die Teilnehmer

Bald ist es wieder soweit: Der Neckarlauf startet am Sonntag, 30. August, an der Neckarquelle. Alle Läufer haben sich bestens auf das Ereignis vorbereitet und warten schon gespannt auf den Start.

VS-Schwenningen. Ab Sonntag, 30. August, heißt es für alle Teilnehmer wieder "Laufen – Essen – Schlafen". Der Tag geht früh los, denn bereits morgens um 7 Uhr startet der 377 Kilometer lange Lauf an der Neckarquelle. Es werden insgesamt 59 Läufer teilnehmen, 16 Frauen und 43 Männer. Der Lauf endet am 5. September an der Mündung in den Rhein.

Die Teilnehmer sind in diesem Jahr bunt durchmischt: die ältesten Teilnehmer sind die 80-jährige Berlinerin ­Sigrid Eichner und der 72-jährige Detlef Korioth aus Salzuflen. Zu den jüngeren Läufern gehören der aus München kommende 22-jährige Martin Zhang und die 34-jährige ­Katrin Neugebauer aus ­Stadthagen.

Viele Läufer reisen für diesen Tag auch extra aus anderen Ländern beziehungsweise Bundesländern an und nehmen teilweise lange Strecken in Kauf. Für den Neckarlauf angereist kommen ein Österreicher, ein Japaner und ein Holländer, so Ingo Schulze, Pressesprecher des Neckarlaufs. Andere Läufer kommen aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Am Tag sollen durchschnittlich 54 Kilometer zurückgelegt werden.

Die Maximalzeit, die einem Läufer zur Verfügung steht, beträgt laut Schulze im Schnitt elf Minuten pro Kilometer. Die 59 Teilnehmer werden während des Neckarlaufs im Schnitt nach etwa zehn Kilometern versorgt. So gibt es auf der Strecke 28 Verpflegungspunkte.

Es sind insgesamt sieben Etappen geplant. Die erste große Etappe, die von den Läufern gemeistert werden muss, fängt an der Neckarquelle an und endet nach etwa 57 Kilometern in Sulz-Mühlheim. Der nächste Abschnitt führt nach Tübingen. Diese Strecke ist 47 Kilometer lang. Danach geht es für die Läufer für etwa 52 Kilometer nach Lichtenwald. Von Lichtenwald nach Besigheim heißt es dann für knapp 69 Kilometer "Zähne zusammenbeißen". Diese Strecke ist nämlich die längste Strecke, die von den Teilnehmern zurückgelegt werden muss.

Im nächsten Abschnitt haben es die Läufer dann vergleichsweise "leicht". Denn nach 47 Kilometern endet der Abschnitt in Gundelsheim. Von dort aus geht es dann in das 57 Kilometer entfernte Neckargemünd. Das ist auch gleichzeitig der vorletzte Abschnitt. In der siebten und letzten Etappe werden noch mal 47 Kilometer zurückgelegt, bis die Läufer dann nach 377 Kilometer das Ziel in Mannheim-Sandhofen erreichen.

Doch wie sieht eigentlich ein Tagesablauf von Läufern aus? Der Tag beginnt früh morgens um 5 Uhr. Nach dem Frühstück wird das Gepäck verladen. Die Läufer sind in zwei Gruppen eingeteilt, die jeweils getrennt voneinander um 7 Uhr starten. Danach wird gelaufen, und alle Teilnehmer werden auf ihrer Strecke an den 28 Verpflegungspunkten ausreichend bis zum Abendessen um 18 Uhr versorgt. Die Grundausrüstung besteht aus einem Schlafsack, einer Schlafunterlage und wenn möglich auch Besteck. Das eigene Smartphone darf natürlich auch nicht auf der kleinen Reise fehlen.

Geschlafen wird an den verschiedenen Zwischenzielen in Turnhallen und aufgrund der Corona-Richtlinien gegebenenfalls auch mit den Schlafsäcken auf Feldern von Bauern, erklärt Schulze.

Oftmals schlafen Läufer jedoch unruhig, weil ihnen doch das eine oder andere schmerzt, führt er weiter aus. Die wenigsten Läufer können entspannt schlafen. Bei einem Deutschland- oder Europalauf habe man sich im Regelfall nach sieben bis zehn Tagen daran gewöhnt. Beim Neckarlauf bleibe jedoch nicht viel Zeit dafür. Das Startgeld beträgt laut Schulze 690 Euro, es wird mit 90 Euro pro Wettkampftag gerechnet.

Prognose: 65 Prozent der Sportler erreichen das Ziel

Neben dem Veranstalter Thomas Dornburg wird der Neckarlauf von zwölf weiteren Personen betreut. Die Prognose von Schulze lautet, dass etwa 65 Prozent der Läufer nach sieben Etappen am Ziel ankommen.

Damit auch auf der richtigen Strecke gelaufen wird, kommen GPS-Systeme, Streckenbeschreibungen in Papierform, Papierpfeile und Sprühkreide zum Einsatz.

Selbstverständlich gelten auch während des Neckarlaufs die üblichen Corona-Vorschriften. Hierfür wurde ein spezielles Hygiene­konzept erstellt und bereits an verschiedenen Stellen ­vorgelegt, teilt der Presse­sprecher mit.

Neben der Freude am Erfolg haben die Sieger die Möglichkeit, einen Pokal und eine Erinnerungsgabe zu erhalten. Da eine so lange Strecke wie der Neckarlauf anspruchsvoll ist, sollte ein Läufer auch gewisse Voraussetzungen mitbringen: "Er sollte schon an mehreren Marathonveranstaltungen teilgenommen haben. Besser ist es, wenn er auch Zehn-Kilometer-Wettkämpfe bestritten hat", erklärt Schulze. Er fügt hinzu: "Natürlich kann er sich nicht vom Sessel erheben und dann mal schauen, was läuft. Der Großteil der Läufer hat bereits etliche 1000 Kilometer hinter sich und betreibt es seit Jahren. Natürlich werden auch einige Unerfahrene dabei sein". Getreu dem Motto "Irgendwann muss man damit beginnen", habe aber jeder die Chance, bei einem Marathon mitzumachen.

Doping komme beim Langstreckenlauf "eigentlich" nicht zum Einsatz, erklärt Schulze, der als Veranstalter nach drei Europaläufen, sechs Deutschlandläufen und weiteren Mehrtagesläufen so eine Situation noch nie erlebt hat. Am meisten zu schaffen mache den Läufern zu wenig Schlaf, Muskelkrämpfe, Shin  Splint (eine Knochenhautentzündung im Schienbein­bereich) sowie Schmerzen in der Hüfte oder im Rückenbereich.

"Alle Läufer haben sich aber gut auf dieses Ereignis vorbereitet und warten schon gespannt auf den Start", so Schulze. Für 2021 seien noch ein Neckarlauf und ein Deutschlandlauf geplant. Im Jahr 2022 sei zudem ein Transeuropalauf geplant, teilt Schulze mit.

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