Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Villingen-Schwenningen "Morgen sind wir dran"

Von
Das Orgateam, ohne die der VS Music Contest so nicht möglich wäre. Hier fehlen allerdings ein paar Helfer, die ihren Aufgaben, wie das Kochen, von zu Hause aus nachkommen. Foto: Redaktion Villingen

Villingen-Schwenningen. Alles steht bereit: die Musiker greifen nach ihren Instrumenten, das Publikum steht bereits gespannt vor der Bühne. Wenn sie eine Pause brauchen, holen sie sich etwas an der Theke zu trinken. Die Band kann sich an einen ruhigen Ort zurück ziehen, vor dem Auftritt noch etwas essen.

Damit das aber auch alles so funktionieren kann, tummeln sich zwischen ausgelassenen Musikfans und Bandmitgliedern immer wieder Mädchen und Jungen, Frauen und Männer in schwarzen T-Shirts mit orangfarbenem Schriftzug: das 16 köpfige Organisationsteam veranstaltet wieder ab dem 29. März den VS Music Contest (VSMC). Das Team weiß, worauf es bei diesem Event ankommt, was gebraucht wird, wie viel, und wo man es herbekommt.

Ein Tag vor dem ersten Vorentscheid, der am Freitag Musikfans ins K3 nach Villingen holte, liefen die Vorbereitungen zur 20. Ausgabe des überregionalen Bandcontests noch auf Hochtouren. Doch zunächst stand noch eine Teambesprechung an: "Morgen sind wir dran", machte Organisator Axel Roth in der Runde nochmal deutlich. Denn in diesem Jahr musste komplett alles in ehrenamtlicher Eigenregie ohne das Jugendhaus organisiert werden. "Wir müssen alles selber machen", sagte er und betonte wie wichtig es sei, sich dabei aufeinander verlassen zu können.

Mit den Schlussworten begann auch schon die Arbeit – jeder hatte seine Aufgabe. Während die einen in der Küche verschwanden, begannen andere bereits Sofas nach oben zu tragen und wieder andere blieben im Veranstaltungsraum und kümmerten sich um Ton und Instrumente.

Zweieinhalb Kilo Fleisch, unmengen an Speck, Zwiebel und vier bis fünf Liter Brühe – all das verarbeiteten Michelle Nebel und ihr Freund zu Hause in der eigenen Küche zu Gulasch. Die Zutaten tüteten sie schon mal am Abend davor ein. Für die Vorbereitung bräuchten sie bestimmt eineinhalb Stunden, mit köcheln rechne Nebel auf jeden Fall mit drei bis vier Stunden Arbeit. Denn bevor die Bands auf die Bühne gehen, bräuchten sie etwas "Warmes im Bauch", freute sich Nebel auf die Auftaktveranstaltung. "Das ist Musik, die man nicht erwartet", sagte die 20-Jährige. Im vergangenen Jahr habe es "experimentielle Musik" gegeben, die sie voll "abgefeiert" habe. In diesem Jahr gebe es sogar eine Band mit Jungen, die bereits im Alter von zehn Jahren angefangen haben, zusammen zu spielen. Mittlerweile sind die im Jahr 2003 geborenen Musiker 15 und 16 Jahre alt.

Michelle Nebel ist bereits seit sechs Jahren im Organisationsteam dabei. 2013 kam die heute 20-Jährige "frisch" ins Jugendhaus. Hier habe sie einen Rückzugsort gefunden, erzählt die junge Frau. Seither sei der VSMC ein fester Bestandteil. Und das nicht nur für sie. Nachdem klar war, dass der VSMC in Eigenregie organisiert werden müsse, habe sich eine Interessengemeinschaft gebildet. Sie habe die Veranstaltung ins Herz geschlossen, gibt die 20-Jährige zu und scheint auch andere Teammeinungen damit aufzufangen.

Für die 33-Jährige Vanessa Kardinal bedeutet der diesjährige VS Music Contest "back to the roots". Denn ihren ersten Contest hatte sie im Jahr 2007. Seither habe sie hin und wieder ein Jahr aussetzen müssen. Doch zum 20. Jubiläum packt sie wieder tatkräftig mit an. Wie viele Arbeitsstunden das gewesen sind? "Das lässt sich nicht zählen. Nicht mehr", lachte die 33-Jährige und erklärte, dass das Team bereits seit November am Planen sei. Auf eine besondere Musikrichtung freue sie sich nicht. "Wenn die Bands auf der Bühne sind und Spaß haben, dann ist jede Richtung toll", gab sie die Idee der Veranstaltung wieder.

Oben im Backstagebereich waren mittlerweile die Sofas aus dem ersten Stockwerk gelagert. Gestapelt lagen sie vor der Theke, wo am nächsten Tag das Catering stattfinde, erklärte Adrian Albrecht. Er hilft inzwischen das vierte Jahr in Folge mit und schätzt das "eingespielte, alte Team". Ihn freue es, dass die Bands nach dem Music Contest eine Erfolgsquote haben.

Sie schätzen es, dass sie eine Möglichkeit zu Spielen bekommen, weiß Organisator Roth aus Erfahrung. Er ist mittlerweile 17 Jahre dabei. Die Höhepunkte seien allerdings Ende der 2000er gewesen, bedauert er. Inszwischen sei die Veranstaltung weniger gut besucht. Musiker hingegen reisten teilweise sogar in ganzen Reisebussen an, erinnerte er sich.

Auf der Bühne war derweil Marcel Vojvodic zugange und baute die Instrumente auf. Der 17-Jährige scheint hier genau richtig zu sein: Tontechniker möchte er werden. Und musikalisch ist er auch.­ Dabei beteiligt er sich nicht nur ehrenamtlich am Music Contest, sondern tritt mit seiner eigenen Rockband "WetJacket" beim letzten Vorentscheid auf.

Und damit die Musiker "einen gescheiten Sound abliefern können", werkeln am Donnerstagabend noch Hans Reinhold ERBSE Ebers und Fabian Höhler an der Tontechnik. "Jetzt bin ich nicht mehr nur ein Helferlein, sondern im Orgateam", freut sich Höhler. Der 33-Jährige schätzt seine Zeit beim VSMC auf 17 Jahre und habe damals Aushelfen dürfen, wo Not am Mann sei. Jetzt sei er sogar für Social-Media-Content zuständig. Dennoch, die Zeit habe ihm viele schöne Erinnerungen und enge Freundschaften geschenkt. Jetzt noch dabei zu sein, wecke viele Jugenderinnerungen, als sei er "noch nicht rausgewachsen".

Am Freitag zeigten die Bands "Repriev", "Remain a Mystery" und "MHA", was sie drauf haben. Zum zweiten Vorentscheid am Freitag, 5. April, treten "Kyona", "Crevaz" und "Doesntmatteranyone" an. Am Vorentscheid am Freitag, 12. April, heißt es dann für "Bebo 14", "Cube six" und "WetJacket" die Jury zu überzeugen. Tickets gibt es für fünf Euro an der Abendkasse.

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.