Endlager in der Schweiz: Regionalkonferenz in Trüllikon soll gegründet werden.

 Schwarzwald-Baar-Kreis - Als großen Fortschritt wertet Landrat Karl Heim, dass der Landkreis an der Gründungsversammlung der Regionalkonferenz Zürich-Nordost an diesem Wochenende in Trüllikon (Schweiz) teilnimmt.

 

"Damit sollen die Interessen der Region in das Sachplanverfahren geologische Tiefenlager eingebracht werden", heißt es in einer Einladung. "Nach Lesart der Schweizer wären wir im Schwarzwald-Baar-Kreis nicht unbedingt betroffen gewesen von der Standortsuche nach einem atomaren Endlager in der Schweiz, sondern nur die direkt angerenzenden Gemeinden", erklärt Landrat Karl Heim.

Die Stadt Blumberg wäre zwar am ehesten tangiert, doch es lägen noch einige Schweizer Gemeinden dazwischen. "Nachdem wir aber stark gefordert haben, dass wir beteiligt werden, ist das nun geschehen", so Heim.

Die Schweiz gestattet einem Vertreter aus dem Landkreis Schwarzwald-Baar, an der Gründungsversammlung teilzunehmen. Das wäre nun entweder ein Vertreter der Stadt Blumberg oder ein Vertreter des Landkreises gewesen. Intern habe man sich auf den stellvertretenden Landrat Joachim Gwinner geeinigt, erklärte Karl Heim.

"Wir betrachten uns als unmittelbar betroffen"

"Wir haben die Ansicht vertreten, dass der Radius, der zunächst definiert wurde, größer sein müsste. Wir betrachten uns als unmittelbar betroffen", so Heim: "Joachim Gwinner wird darauf achten, dass man sich nicht vorschnell auf potenziellen Standorte, wie zum Beispiel am Südranden und in Benken, festlegt, sondern dass mögliche Standorte gleichrangig untersucht werden".

Doch nach Einschätzung von Heim findet an diesem Samstag zunächst nur die formale Gründung statt.

Inhaltliche Fragen würden vermutlich zu einem späteren Zeitpunkt besprochen. Erst dann könne man untersuchen, welche Auswirkungen ein Endlager-Standort in der Schweiz auf den Schwarzwald-Baar-Kreis hätte. Beispielsweise Grundwasser, Tourismus und Bau von Anlagen könnten von einem geologischen Endlager tangiert sein. "Ob und in welcher Region ein Tiefenlager gebaut wird, dieser Prozess erfolgt losgelöst vom Entscheid über den Bau von neuen Kernkraftwerken in der Schweiz", heißt es auf der Homepage der Regionalkonferenz Zürich Nordost zur Frage "Was ist nicht möglich?"

Die Regionalkonferenz könne keine bindenden Beschlüsse fassen, sondern nur Empfehlungen abgeben. Technische Machbarkeit und Kosten setzten der Verwirklichung von Empfehlungen der Regionalkonferenz aber Grenzen.

Weitere Informationen:

www.zuerichnordost.ch