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Villingen-Schwenningen Mangin-Gelände: Umzug nimmt konkrete Formen an

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Auf einem Teil des Mangin-Areals in Villingen (roter Kreis) werden Ämter der Stadt untergebracht. Foto: Götz

Villingen-Schwenningen - Die Bündelung von Teilen der Stadtverwaltung auf dem Mangin-Gelände nimmt konkrete Formen an. Mit breiter Mehrheit hat sich der Gemeinderat am Mittwoch hinter das Projekt gestellt. Allerdings zeigte sich in der Diskussion, dass der Bürgerentscheid von 2012 gegen das zentrale Rathaus immer noch die Gemüter erregt.

Einen breiten Puffer für Kostensteigerungen eingerechnet, sei es möglich, für 41,1 Millionen Euro aus zwei Mannschaftsgebäuden ein ansprechendes Verwaltungsgdomizil für 360 Mitarbeiter samt 224 Parkplätzen und 60 Stellflächen für Fahrräder zu schaffen, zeigte Architekt Andreas Flöß in seiner Machbarkeitsstudie auf. Es sei kein Luxusobjekt, sondern ein auf den Zweck abgestimmter Umbau. "Wir investieren Geld in VS, so wie und dort wo es sinnvoll ist", betonte Oberbürgermeister Rupert Kubon.

Dies schätzen auch die meisten Gemeinderäte so ein. Die Nutzung der Gebäude sei keinesfalls mit den Plänen für ein zentrales Rathaus vergleichbar, betonte die CDU-Fraktionsvorsitzende Renate Breuning. Mit den weiteren Standorten in beiden Stadtbezirken bleibe die Verwaltung dezentral. Und die Stadt könne die vom Regierungspräsidium geforderten Einsparungen im Verwaltungshaushalt und den Verkauf einiger städtischer Immobilien realisieren. Ein weiterer Pluspunkt seien die hohen Zuschüsse, die es für die Umwandlung von Konversionsgelände für öffentliche Zwecke gebe.

Diese Nutzung des Kasernenareals sei optimal, stellte auch Ulrike Heggen von den Freien Wählern fest. Zumal die gute Bausubstanz ein großer Vorteil sei. Die Umwandlung sei ein riesiger Schritt für die Stadtentwicklung. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Edgar Schurr bezeichnete diese zwar nur als die zweitbeste Lösung nach einem zentralen Rathaus, aber das sei politisch so gewollt gewesen. Und er mahnte an, dass es erst der Anfang der Verwaltungsoptimierung ist, für den Bau einer Kantine und des Archivs auf dem Gelände sowie die Sanierung des Schwenninger Rathauses noch einiges an Kosten auf die Stadt zukomme.

Sicher zeigte sich der grüne Fraktionsvorsitzende Joachim von Mirbach, dass die Einsparungen im Haushalt noch viel größer sind als bisher erahnt, nicht zuletzt durch die Zusammenlegung und die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Als ganz entscheidenden Aspekt nannte er die dann erreichte Barrierefreiheit vom Keller bis zum Dachgeschoss, die es bisher an vielen Standorten der Verwaltung nicht gebe. Ein Schwachpunkt sind für ihn allerdings die vielen Parkplätze. Auf dieser Grundlage ne mit transparenten Kosten könne der Gemeinderat gut weiter arbeiten, lobte der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Bonath die Machbarkeitsstudie. Allerdings gelte es, die Ämter nicht nur zusammenzuführen, sondern die Abläufe durch eine Prozessoptimierung effizienter zu gestalten, dann sei der Umbau eine Investition in die Zukunft.

Und er sei um einiges billiger als der Bau eines zentralen Rathauses, legte Bertold Ummenhofer von den Freien Wählern mit seinen eigenen Zahlen dar. Allerdings müsse die Stadt die Bürger nun verstärkt in die Planungen einbinden und entschieden dem Eindruck entgegentreten, dass es sich doch um eine Zentralisierung der Verwaltung handelt. Genau dies ist es aber für Bernd Hezel, CDU. Die Pläne seien eine Missachtung der Verträge zur Städtefusion. Die gleichmäßige Entwicklung von Villingen und Schwenningen sei ad absurdum geführt.

Ins gleiche Horn blies Rudolf Nenno von den Freien Wählern. Das Schwenninger Rathaus verliere unzählige Arbeitsplätze. Und ebenso wie Marcel Klinge, FDP, hält er die Konzentration der Sitzungen im neuen Saal auf dem Mangin-Gelände für wenig sinnvoll. Aus gesamtstädtischer Sicht setzten sich beide für einen weiteren "Wanderzirkus" der Gremien zwischen den Stadtteilen ein.

Mit vier Gegenstimmen bei fünf Enthaltungen brachte der Gemeinderat die Bündelung der Verwaltung auf den Weg. Wie bereits die Ausschüsse sprach er sich zudem für die Bereitstellung von Mitteln für den Bau des Archivs und der Kantine aus. Es sei ein wichtiges Signal für die Mitarbeiter, die Kantine sofort mit dem Umzug bereitzustellen, unterstrich die Personalratsvorsitzende Isabel Kratt. Zugleich forderte sie Fingerspitzengefühl bei der Einrichtung der Büros, bei Großraumlösungen sieht sie die Gefahr, dass viele Kollegen abwandern.

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