Foto: Foto: Schwarzwälder-Bote

Brennpunkte Möglingshöhe und Neckarpark: Maßnahmen gegen Vandalismus und Lärm greifen nicht immer

Neckarpark und Möglingshöhe als grüne Lunge der Stadt: Das war in den vergangenen Jahren durch Dreck, Lärm und Vandalismus nicht immer so. Auch wenn jetzt noch lange nicht alles perfekt ist: Einige Bürger stellen einen Wandel fest.

VS-Schwenningen. Es ist erstaunlich viel Betrieb im Stadt- und Neckarpark an diesem lauen Sommerabend in den Ferien: Hinter dem Bahnhof baggert und pritscht eine Studenten-Gruppe auf dem neu angelegten Beachvolleyballfeld, hier und da genießen Pärchen und Familien auf den Bänken oder auf der Wiese das Flair. Trügt die Idylle?

Eine Dame kommt vorbei, sie nutzt den Neckarpark regelmäßig für abendliche Spaziergänge, berichtet sie. Wenngleich sie immer wieder beobachtet, dass besonders nach den Wochenenden viel Unrat und Flaschen rund um die Mülleimer liegen. "Klar, die Jugendliche nutzen den Park oft zum Feiern, trotzdem bin ich gerne hier", sagt sie.

Ähnlich klingt es von den drei Studentinnen, die die Trimm-Dich-Geräte nutzen. "Es gibt in Schwenningen nunmal keine andere Möglichkeit, um sich länger draußen aufzuhalten", meinen sie. Negativ fielen ihnen immer wieder die störenden Mopedfahrer auf, die über das Gelände brausten – wie auch in diesem Moment. Auch noch einige Minute später ist das Moped auf der Neckarstraße lautstark zu hören. Und nicht nur das: Immer wieder lässt an diesem Abend aufheulendes Motorengeräusch von gegenüber erahnen, dass die abendlichen Autorennen in der Neckarstraße (wir berichteten) nicht abgenommen haben. Ein Problem, das für die Anwohner der Neckarparkanlage eher zweitrangig ist: Sie hatten sich im Sommer 2015 nicht nur über umherfahrende Autos direkt vor der eigenen Tür, sondern auch über nächtliche Trinkexzesse beschwert. Die Stadt hatte daraufhin entsprechende Maßnahmen ergriffen: In den Querstraßen Am Neckarpark und Möglingsstraße waren Polleranlagen errichtet worden, die den abendlichen Rennen einen Riegel vorsetzten sollten. Auch die große Bank im Ruhegarten wurde abmontiert, um Lärm von umhersitzenden Jugendlichen zu vermeiden.

Hat es geholfen? "Zu 70 Prozent ist es besser geworden", sagt eine Bewohnerin aus dem Erdgeschoss von ihrer Terrasse aus. "Jetzt muss nur noch das Problem direkt vor unserer Terrasse weg", meint sie und deutet auf die Gruppe Jugendlicher, die es sich vis-à-vis auf der Holzfläche bei Bier und Shisha hörbar gemütlich gemacht hat. Dieses Problem sei bereits in der vergangenen Eigentümerversammlung angesprochen worden, berichtet die Bewohnerin. Hinter der Anlage sitzen zwei junge Männer mit einer Bierflasche in der Hand. Sie "chillen" regelmäßig hier zusammen mit anderen Freunden, erzählen sie und streiten überhaupt nicht ab, dass es auch mal lauter zugehen könne. Wenig später sind sie auf dem Spazierweg zu sehen – während sie ihre Bierflaschen in den Bach schmeißen.

Szenenwechsel zum Stadtpark Möglingshöhe: Das Vandalismus-Problem, das vor allem im Bereich rund um Umweltzentrum und Kirchenpavillon dominiert hatte, scheint erst einmal behoben: Von Graffiti-Aufschriften auf Bänken und Glaswänden in den LGS-Themengärten ist – zumindest derzeit – keine Spur mehr.

Trügt die Idylle wieder? Für den Wirt der Biwakschachtel Frank Fehr schon. Er habe in diesem Sommer schon viele negative Erfahrung mit unerwünschten nächtlichen Gästen gemacht. Dass der Stadtpark nämlich ab 22 Uhr abgeschlossen ist, hindere die Jugendlichen nicht daran, über den Zaun zu klettern und sich an der Außenbestuhlung des Cafés zu schaffen zu machen. "Es liegt immer noch ein Tisch im Teich gegenüber", zeigt sich der Wirt empört. Natürlich habe er die Polizei darauf hingewiesen, bisher jedoch erfolglos. Die Möbel seien schließlich nicht gestohlen und nicht richtig geschädigt worden, heiße es stets.

Fehr deutet auf einen weiteren Schönheitsfehler in der Idylle Möglingshöhe und Neckarpark hin: Auch wenn es bereits nach 20 Uhr ist, ist der Poller in der Möglingsstraße noch immer unten. Und tatsächlich: Die freie Durchfahrt, die ihnen für ein paar Monate verwehrt war, nutzen prompt ein paar Jugendliche, um sich am oberen Parkplatz zu Bier, Shisha und Musik zu treffen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: