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Villingen-Schwenningen Mahnwachen erinnern an Opfer

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Friedrich Engelke ist der höchst agile Vorsitzende des Vereins "Stolpersteine VS". Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder-Bote

Villingen-Schwenningen. "Wir sind die Tropfen, die den Stein höhlen", sagt Friedrich Engelke. Der Vorsitzende des Vereins "Stolpersteine VS" hat dabei ganz bestimmte Steine im Auge, nämlich die, die an jüdische NS-Opfer erinnern sollen, laut einem Gemeinderatsbeschluss aber nicht im städtischen Pflaster.

Bei seiner Mitgliederversammlung stellte der Verein das Programm der am 22. Oktober wieder beginnenden und danach bis zum 21. Januar an jedem Sonntag – im Wechsel in Villingen und Schwenningen – abgehaltenen Mahnwachen vor. Die erste Mahnwache am 22. Oktober findet ab 19 Uhr am Mahnmal vor dem Villinger Bahnhof statt, das an die ins französische Gurs deportierten Juden erinnert.

In Broschüre sind Schicksale beschrieben

Engelke stellte die zweite Folge der erfolgreichen Broschüre vor, in der die Schicksale aller Menschen beschrieben werden, derer man bei den Mahnwachen 2016/17 gedachte. "Wir haben den ­Opferkreis ausgeweitet", blickte Engelke auf das Berichtsjahr zurück und nannte stellvertretend die Opfer der Euthanasie, die um 1940 über die Kreispflegeanstalt in ­Geisingen in der "Tötungsanstalt" Grafeneck verschwanden. Ihnen widmete sich unter Mitwirkung des Vereins im Frühjahr auch eine Ausstellung mit diversen Vorträgen im Landratsamt.

In Vorbereitung auf weitere Gedenken seien Menschen, die in der Zeit des NS-Regimes wegen Nichtigkeiten zum Tode verurteilt wurden, außerdem Sinti und Roma sowie auf Vorschlag von Vorstandsmitglied Heinz ­Lörcher, Zwangsarbeiter.

Heinrich Maulhardt wies auf eine Schülerarbeit hin, die sich mit einem Friedhof in der Nähe des Germanswaldes beschäftigt, in der russische Zwangsarbeiter begraben liegen. Erfreulich war, so ­Lörcher, dass vier der 19 Stolpersteine, die der Verein vom Künstler Gunter Demnig erworben hat, als Teil der Jubiläumsausstellung "Wie tickt VS?" im Franziskaner­museum zu sehen waren.

Derzeit zählt der Verein 40 Mitglieder. "Auch Unterstützer sind willkommen, nicht jeder muss aktiv werden", relativierte Engelke das gleichwohl gern gesehene Engagement der Mitglieder.

Das verstorbene Mitglied Roswitha Maurer wünschte Spenden für den Verein statt Blumen und Kränze. Kassenwart Raphael Werne kann somit Einnahmen von 1665 Euro verbuchen.

Geplant für 2018 ist im Frühjahr die Ausstellung "Deutsche Hitlergegner als Opfer des Stalinterrors", die sich mit Familienschicksalen von 1933 bis 1956 befasst – darunter auch die Familie Boss aus Villingen – und auch schon in Paris und Brüssel zu sehen war. Begleitet wird die Ausstellung von einem Vortrag der renommierten Historikerin Carola Tischler.

Stadtarchivar Maulhardt lud den Verein zur gemeinsamen Organisation des Besuches von Silvia Aberle aus Berlin im Mai ein. Die Familiengeschichte ihrer Mutter, Margot Bikart aus Buenos Aires, ist vom "Stolpersteine VS" schon mehrfach beleuchtet worden. Kontakt aufnehmen werde man zudem, so stellte Engelke in Aussicht, zur Familie ­Ehrlichmann aus Moldawien, die in den 1990er-Jahren in Schwenningen lebte und maßgeblich am Synagogenbau in Rottweil beteiligt war.

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