VS-Villingen. Am Sonntag 7. Januar, 19 Uhr, findet auf dem Münsterplatz in Villingen vor dem alten Rathaus die achte Mahnwache dieses Herbst/Winters statt. Der Verein "Pro Stolpersteine Villingen-Schwenningen" wird versuchen, das Schicksal des ­Renatus Flick aufleben zu lassen. Dieser Bahnarbeiter wurde 1919 in Mühlhausen im Elsaß geboren. Er diente bei der Flak. An der Front war er nie. Kurz vor dem Waffenstillstand desertierte er und schlug sich nach Mülhausen durch. Dort war er zunächst arbeitslos und wurde im November 1940 durch das Arbeitsamt zur Bahnmeisterei Villingen als Aushilfsarbeiter vermittelt. Flick gehört zu den Opfern der NS-Justiz, die ihn als "Volksschädling" in einem Schauprozess aburteilte. Dazu tagte das Sondergericht aus Freiburg am 12. Januar 1943 in Villingen. Für eine banale Tat – er hatte aus einem Güterwaggon ein Esspaket entwendet – wurde er zum Tode verurteilt, jede Begnadigung abgelehnt. Am 5. April 1943 wurde das Todesurteil (Hinrichtung mit dem Fallbeil) in Stuttgart an ihm vollstreckt.