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Villingen-Schwenningen Luchs fehlt im Donautal nur noch ein Weibchen

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Mit dem Luchs befasst sich die neue Ausstellung im Umweltzentrum auf der Möglingshöhe. Foto: Bombardi Foto: Schwarzwälder Bote

VS-Schwenningen. Die Rückkehr der Wildtiere im Land schreitet dank umfangreicher Schutz- und Förderprogramme voran. Aktuell ist sie im Umweltzentrum auf der Möglingshöhe in einer beeindruckenden Informations- und Bilderausstellung am Beispiel des Luchses zu verfolgen.

Initiiert ist die Ausstellung vom Umweltzentrum Schwarzwald-Baar-Neckar und der Luchs-Initiative Baden-Württemberg, die sich dafür engagieren, der Bevölkerung die Bedeutung des scheuen Raubtiers für die Ökosysteme aufzuzeigen. Passend zur Ausstellungseröffnung begrüßte Michael Rüttiger, Wildbiologe des Umweltzentrums, Armin Hafner, der sich als Donautalranger und Fachberater für Wildtiere seit Jahren mit der Lebensweise des Luchses beschäftigt.

Im Donautal leben seit ein paar Jahren einige dieser Tiere und scheinen sich dort wohlzufühlen. Finden Sie dort doch ähnliche Bedingungen vor wie in ihrer Heimat im Schweizer Jura. Doch auch dort waren sie einst nahezu ausgerottet und wurden erst durch eine groß angelegte Wiederansiedlung sesshaft.

Fast optimale Bedingungen

Hafner skizzierte in seinem Vortrag die Bedeutung des Luchses hinsichtlich der natürlichen Regulierung des Wildbestandes in den Wäldern. Für den Menschen praktisch ungefährlich, schleicht sich das Raubtier an und tötet sein überraschtes Beutetier meist durch einen Biss in den Hals. Der Luchs kehrt mehrfach zu seiner Beute zurück und frisst sie von hinten nach vorne auf. Relativ wenige Kadaverreste bleiben übrig. Hafner zeigte auf, dass der Luchs weite Strecken – bis zu 300 Kilometer – zurücklegt und im Donautal nahezu optimale Bedingungen vorfindet. Dass er sich dennoch nicht vermehrt, hat einen einfachen Grund: Es gibt dort noch keine Weibchen. Sie begnügen sich mit einem weit kleineren Lebensraum.

Seit Anfang Januar ist es für Hafner dank Telemetrie möglich, das Verhalten und die Lebensweise des Luchses noch intensiver zu verfolgen. Es ist gelungen, ein Tier mit einem GPS-Sender zu versehen. Doch alle Bemühungen, die Verbreitung des einst nahezu ausgerotteten Tieres in unserer Region zu fördern, laufen ins Leere, solange die Männchen an ihre Herkunftsorte zurückkehren, wo die Weibchen leben. Deshalb gibt es große Anstrengungen, die Weibchen auch hier anzusiedeln. "Baden-Württemberg wäre ein idealer Brückenkopf, um unterschiedliche Lebensräume des Luchses von Nord nach Süd und von Ost nach West zu verbinden, wo sich bereits mehrere Luchspopulationen angesiedelt haben", erläuterte Michael Rüttiger.

Wer sich auf die spannenden Spuren des Luchses begeben möchte, hat noch bis zum 24. April im Umweltzentrum die Gelegenheit dazu. Die Ausstellung ist dienstags und donnerstags, 10 bis 12.30 Uhr; mittwochs und donnerstags, 14 bis 16.30 Uhr, sowie am Samstag, 13. April, von 14 bis 16 Uhr zugänglich.

Weitere Informationen: Interessierte Gruppen können per E-Mail an info@luchs-bw.de einen Termin mit einem Vertreter der Luchsinitiative vereinbaren.

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