Entertainer hat Lied für seine Heimat komponiert. "In meiner Stadt" ist auf Youtube zu sehen.
Villingen-Schwenningen - Die Augen weit aufgerissen blickt Sebastian Schnitzer in die Kamera. Er lächelt breit, trägt eine Melone, eine Tweed-Jacke mit rotem Einstecktuch, dazu ein gepunktetes Hemd. Schnitzer klatscht zum Takt der Musik in die Hände, im Hintergrund sind abwechselnd Villingen-Schwenninger Kulissen zu sehen: die Fußgängerzonen, das Franziskanermuseum, der Bärenplatz, der Muslenplatz und und und. Der Bühnenkünstler besingt in dem Youtube-Video vier Minuten lang seine Stadt – Villingen-Schwenningen.
Das Video hat eine Vorgeschichte: Für die Multivision "100% VS" in der Neuen Tonhalle war Schnitzer als Musiker angeheuert worden. Spontan hatte der Pianist, Entertainer und Komponist dann vorgeschlagen, eigens dafür ein Lied zu schreiben. Heraus kam „in meiner Stadt“. Und damit von dem Song auch nach der Multivision noch etwas „übrigbleibt“, hat der gebürtige Doppelstädter direkt noch das Video gedreht. Es ist nun seit ein paar Tagen auf Youtube zu sehen.
„Das Lied zeigt, wie ich VS sehe“, erklärt Schnitzer im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es ist ein bisschen Heimatliebe.“ Gewürzt mit persönlichen Erfahrungen und auch kritischen Feststellungen – so singt Schnitzer an einer Stelle, dass er „im Gymi-Klassenzimmer mit Asbest und PCB“ saß. An anderer Stelle erwähnt er, dass es in Villingen-Schwenningen sieben „Freudenhäuser“ gibt, was die Stadt bei Schweizer Gästen besonders beliebt mache. Um das Zusammenwachsen der baden-württembergischen Stadt geht es auch: „Begrabt das Kriegsbeil zwischen V und S und werdet bunter", fordert der Bühnenkünstler seine Zuhörer auf.
Schnitzer ist in Nordstetten aufgewachsen, war in seiner Kindheit und Jugend sowohl in Villingen als auch in Schwenningen unterwegs. Mittlerweile lebt der 35-Jährige in Donaueschingen, für ihn ist und bleibt alles „was das VS-Kennzeichen hat, Heimat“.
Schnitzer sieht „in meiner Stadt“ ein kurzes, lustiges Lied, das durchaus mit einem Augenzwinkern verstanden werden soll. „Ich habe einfach Spaß an meiner Musik“, sagt Schnitzer, der mit vielen Formationen auf den Bühnen der Region unterwegs ist und nicht zuletzt gemeinsam mit Programmen wie "Man(n) singt deutsch" begeistert hat. Die Reaktionen auf "in meiner Stadt" sind bislang ebenfalls sehr positiv ausgefallen, berichtet er. Das wundert den 35-Jährigen indes nicht, schließlich sei der Song ja schon eine Art „Loblied“ auf die Doppelstadt.