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Villingen-Schwenningen Leuchtenhersteller steigt bei Hess ein

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Präsentieren in gelöster Atmosphäre das Investorenmodell (von links): Marco Walz. Leiter Unternehmenskommunikation bei der Hess GmbH, Betriebsratsvorsitzender Bernd Wenzler, Reiner Neumeister, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Villingen-Schwenningen, die Nordeon-Geschäftsführer Pierre van Lamsweerde und Patrick van Rossum, Insolvenzverwalter Volker Grub, Hess-Geschäftsführer Andreas R. Budde und Martin Mucha, Insolvenzverwalter der Hess Lichttechnik in Löbau. Foto: Zieglwalner

Villingen-Schwenningen. Für die Hess GmbH Licht + Form ist ein Investor gefunden: Nordeon übernimmt das Unternehmen zum 1. Oktober. Die zuletzt 140 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Der Ausbau des Standorts Villingen ist geplant. Die Neueinstellung von 15 Mitarbeitern ist bereits in die Wege geleitet. Mit Applaus reagierte die Belegschaft bei der Betriebsversammlung auf diese Nachricht.Großer Medienrummel herrschte gestern Morgen bei dem Leuchtenhersteller, als die Geschäftsführer in sichtlich gelöster Stimmung den Abschluss des Investorenprozesses bekanntgaben: Am Donnerstag um 17 Uhr hatten die Geschäftspartner ihre Unterschrift unter den Unternehmenskaufvertrag gesetzt, erklärte der Insolvenzverwalter Volker Grub. Nordeon setzt den Geschäftsbetrieb des Leuchtenherstellers in Villingen sowie der Tochtergesellschaften in Skandinavien und den USA fort. Hinter Nordeon steht die holländische Investmentgesellschaft Varova, für die Patrick van Rossum die Geschäftsführung der Nordeon GmbH innehat.

Ziel sei es, in Firmen zu investieren, die eine langfristige Perspektive und eine gute Entwicklung versprechen. Und genau diese Prognose gebe er der Firma Hess. Zusammen mit Nordeon könne das Unternehmen zu alter Stärke zurückfinden und sich mit seinen intelligenten Lösungen wie den kompetenten Mitarbeitern auf dem Markt behaupten und gegen Konkurrenz aus Asien durchsetzen. "Hess bleibt in Villingen", versicherte van Rossum, da sei der Betrieb mit seinen Mitarbeitern, der Geschichte und dem Know-how verwurzelt. In der Nordeon-Gruppe könne Hess aber Wissen und Strukturen nutzen.

Das große Einkaufsnetz und die Kompetenz auf dem LED-Sektor stärke Hess bestimmt, betonte Pierre van Lamsweerde, Geschäftsführer der Nordeon-Gruppe. "Die zwei Mannschaften können vonein­ander lernen", sieht auch er nur Vorteile für beide Unternehmen. Nordeon bringe die Konzentration auf die Innenbeleuchtung gerade für Büro- und Industriekunden und Entwicklungen der LED-Technik ein, während Hess sich weltweit einen Namen als Hersteller von Außenleuchten geschaffen habe. "Jeder Kunde fordert spezielle Lösungen. Wir produzieren in Europa, um schnell auf die Wünsche reagieren zu können", lieferte van Lamsweerde ein klares Bekenntnis zu den Standorten der Gruppe ab.

Die Übernahme durch Nordeon sei die beste Lösung für das Unternehmen, das sich wegen des "erschwindelten Börsengangs" und der daraus resultierenden Insolvenz in einer schwierigen Situation befunden habe, blickte Grub auf die zurückliegenden Monate zurück. Dennoch hätten sich 130 Investoren aus der ganzen Welt gemeldet, 14 Interessenten seien in die nähere Auswahl gekommen. Mitte Juli sei aus drei verbindlichen Angeboten die Entscheidung für Nordeon gefallen. "Wir meinen, dass wir eine gute Wahl getroffen haben", zeigte sich Grub optimistisch. Schon bei der Neugründung der Hess GmbH unter dem Titel Licht + Form zeichne sich der Weg ab, verstärkt auf Lichttechnik zu setzen, die das Unternehmen vernachlässigt habe. Zudem seien Investoren aus Holland in Deutschland angesehen. Und mit Nordeon gebe es bereits gute Erfahrungen: Von der Übernahme der zur Hess-Gruppe zählenden Vulkan GmbH in Hannover sei nur Positives zu berichten.

"Es hört sich gut an", zog der Betriebsratsvorsitzende Bernd Wenzler ein erstes Fazit. Nordeon sei kein großer Konzern, der Hess schlucke, sondern ebenfalls ein mittelständisches Unternehmen mit vergleichbaren Strukturen. Die Mitarbeiter seien erleichtert, dass sich nun ein Kurs abzeichnet, der nicht auf Stellenabbau ziele, sondern auf die Verbesserung der Produktionskapazitäten.

Denn dass die Auftragslage bestens ist, verkündete Andreas R. Budde, Geschäftsführer der Hess AG, "wir suchen dringend Mitarbeiter". Ein Zeichen für die positiven Aussichten sei es, dass sich inzwischen wieder ehemalige Mitarbeiter bewerben, die an einer Zukunft gezweifelt hätten. Budde selbst ist noch bis zur Übergabe der Geschäftsführung an van Lamsweerde mit an Bord, der dann mit dem schon jetzt eingespielten Managementteam weiterarbeite. Er wolle einige Tage in der Woche in Villingen vor Ort sein und nicht nur von Chalon aus agieren, unterstrich van Lamsweerde. Eine offene Unternehmenskultur liege ihm am Herzen, beschrieb der künftige Geschäftsführer den angestrebten Führungsstil.

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