Eike Walter, anerkannter Spezialist für Lebererkrankungen am Schwarzwald-Baar-Klinikum, referierte im Rahmenprogramm der Kunstausstellung zur Organspende "By heart – Dein Herz entscheidet". Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder-Bote

Ausstellung im Franziskanermuseum wirbt für Organspenden / Mediziner referieren über Transplantationen

Villingen-Schwenningen (bn). Mit Mitteln der Kunst wollen Sozialministerium und Landesstiftung Baden-Württemberg die Akzeptanz der Organspende steigern. Zudem werden Vorträge angeboten – so wie am Mittwochabend.Die Kunstausstellung "by heart. Dein herz entscheidet. Die Organspende" ist bis zum 28. Oktober im Franziskanermuseum in Villingen zu sehen. Sie ist eine Initiative der Landesregierung in Kooperation mit der Stiftung Baden-Württemberg und der Techniker Krankenkasse.

 

Die Ausstellung wird von einem Rahmenprogramm begleitet. Am Mittwoch fanden eine Führung durch die Ausstellung mit Michael Hütt und anschließend Vorträge namhafter Mediziner zum Thema statt. Der Nierenfacharzt Helmut Reichel vom Nephrologischen Zentrum VS gab Einblick in mögliche Erkrankungen des Organs. "Nierenversagen ist der häufigste Grund für eine Organtransplantation", sagte Reichelt. Hauptursache für das Versagen des Entgiftungsorganes seien Bluthochdruck und Diabetes mellitus, "zwei stille Gefahren". Als Risikofaktoren gelten unter anderem außerdem genetische Faktoren, das Rauchen, Eiweiß im Urin, Gefäßverkalkungen und ein hohes Alter. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen seien wichtig, da häufig zunächst keine Symptome spürbar sind.

Eike Walter, Direktor der Medizinischen Klinik Villingen-Schwenningen und ausgewiesener Spezialist für Lebererkrankungen, gab Einblick in die Ursachen einer erkrankten Leber. Grund zur Transplantation seien hier Zirrhosen und Karzinome. Sie wiederum können durch exzessiven Alkoholmissbrauch, Fettleibigkeit sowie die Virusinfektionen Hepatitis B und C entstehen. Die Behandlungserfolge bei Hepatitis hätten sich in den vergangenen Jahren erfreulich verbessert, so Walter, und auch eine Leberzirrhose könne inzwischen reversibel sein.

Transplantieren lassen sich im Transplantationszentrum der Uniklinik Freiburg seit 1968 Nieren, außerdem Herz, Bauchspeicheldrüse, Lunge und Inselzellen. Dessen Leiter, Przemyslaw Pisarski, referierte über die Möglichkeiten heutiger Transplantationsmedizin. Die Rettung von Leben und die Verbesserung von Lebensqualität stehen ganz oben auf der Wunschliste Betroffener. Aber: "Noch immer haben zu wenige Menschen einen Organspendeausweis oder haben sich gegenüber ihren Angehörigen über eine mögliche Organspende geäußert", bedauert Pisarski. Auf eine Million Einwohner kommen in Deutschland 14,6 Spender, in Baden-Württemberg sind es noch weitaus weniger.

Weitere Informationen: Der nächste Vortragsabend findet am Donnerstag, 14. Oktober, 19.30 Uhr, im Festsaal der Schwenninger Klinik statt.