Die Landwirte befürchten Ernteausfälle.Symbol-Foto: pixabay Foto: Schwarzwälder Bote

Dürre: Fehlender Regen macht sich bemerkbar / Bauern befürchten Ernteausfälle / Nur wenig Optimismus

Strahlender Sonnenschein und das über Wochen – für die Landwirte in Villingen-Schwenningen könnte das der Genickbruch sein. Die fehlenden Niederschläge schon zu Beginn des Jahres machen sich bereits bemerkbar.

Villingen-Schwenningen. Die Landwirte in Villingen-Schwenningen sind zurzeit wohl die einzigen, die auf schlechtes Wetter hoffen. Denn die anhaltende Dürre macht den Bauern zu schaffen. "Das Getreide sieht nicht gut aus", erzählt Erika Mosbacher, Landwirtin aus Obereschach, dem Schwarzwälder Boten. Das bisschen Regen, dass bis jetzt gekommen ist, sei besser als nichts, dennoch ist es zu wenig.

Durch den fehlenden Regen gäbe es weniger Futter für die Rinder und das Getreide kämpfe mit Wasserknappheit. "Ich weiß nicht, ob das noch wird", so Mosbacher. Was das Futter der Rinder betreffe, könne die Familie auch auf die Futtervorräte von letztem Jahr zurückgreifen, dennoch sei zeitnaher Regen die deutlich bessere Lösung.

Besonders auffällig sei der Zeitpunkt der aktuellen Trockenheitsperiode. "Es ist unheimlich früh im Jahr für diese Trockenheit", berichtet sie. Trockene Zeiten hätte es auch schon in der Vergangenheit gegeben, aber dass es so früh, schon so trocken ist, glaubt sie das erste mal zu erleben. "Das liegt wohl am Klimawandel", mutmaßt sie, "andere denken da gar nicht daran. Die freuen sich nur über das schöne Wetter."

Dass es ungewöhnlich ist, dass es schon am Anfang vom Jahr so trocken ist, dem schließt sich auch die Familie Jäckle aus Nordstetten an. "Wir wissen nicht, wie das Jahr noch so wird. Eigentlich ist es erst im Sommer so trocken", berichtet die Familie.

Auch der ausgebliebene Schnee hätte sich bemerkbar gemacht. Auf dem Feld und der Wiese würde das Wasser fehlen und auch am Getreide vermutet die Familie in diesem Jahr Einbußen verzeichnen zu müssen. "Wir können nicht die ganzen Felder bewässern, das geht nicht", heißt es weiter.

Neben dem Ackerbau betreibt die Familie auch eine Milchwirtschaft. Im Sommer werde an die Kühe im Normalfall nur frisches Gras verfüttert. Sollten sie jetzt schon auf die Rücklagen vom vergangenen Jahr zurückgreifen müssen, bleibe für den Winter nichts mehr. Nebenbei würde das Waldstück, in dessen Besitz die Familie ist, unter der Trockenheit leiden. Dieses sei durch die Sturmschäden und den Borkenkäfer schon genug vorbelastet.

Landwirt Johannes Zimmermann und Betreiber des Vogtshofs in Tannheim zeigt sich was die Trockenheit angeht deutlich optimistischer. "Ich bin kein Freund davon, gleich über Trockenheit zu klagen", erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Dennoch gibt auch er zu, dass Wasser fehlt. "Vor allem das Getreide hätte ein bisschen mehr haben können", berichtet er. Nichtsdestotrotz sei er optimistisch, dass die Trockenheit in diesem Jahr nicht zum Problem werde. Auch mit Ernteausfälle rechne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. "Wenn es jetzt regnet, dann ist es gut", ergänzt er.

Für die Landwirte aus Villingen-Schwenningen lautet nun bis auf Weiteres die Devise: Abwarten und auf Regen hoffen.

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