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Wild Wings Future nach dem Saisonabbruch: U20 hofft insgeheim noch aufden DNL-Aufstieg. Sommertraining auf Bahn II elementar wichtig

Wild Wings Future nach dem Saisonabbruch: U20 hofft insgeheim noch aufden DNL-Aufstieg. Sommertraining auf Bahn II elementar wichtig.

Die Saison 2020/21 für die Teams der Wild Wings Future wurde ohne Wertung abgebrochen (wir haben berichtet). Welche sportlichen und auch wirtschaftlichen Folgen wird diese Entscheidung für den Schwenninger Nachwuchs haben? Gibt es dennoch eine Chance der U20 als Tabellenzweiter in Sachen Aufstieg in die Deutsche Nachwuchsliga (DNL)? Wie wichtig ist der Sommerbetrieb der Bahn II? Wir sprachen mit Axel Schlenker, dem Vorsitzenden des SERC.

Herr Schlenker, überraschend kam der vorzeitige Saisonabbruch auch für Sie nicht mehr?

Nein, aufgrund des immer kleineren Zeitfensters wäre es auf gar keinen Fall mehr möglich gewesen, zumindest noch einen Teil der Saison weiter zu absolvieren. Sportlich trifft es uns hart, denn einige Teams standen bisher glänzend da. Die U20 beendet die Saison in der DNL II auf dem zweiten Platz, die U17 war sogar zu diesem Zeitpunkt Erster in der Division Süd, die U15 und die U13 hatten sich für die Endrunde in Bayern qualifiziert.

Die U20 um Cheftrainer Wayne Hynes stand sogar auf einem aufstiegsrelevanten Platz in der DNL II. Gibt es vielleicht doch noch eine Hoffnung, in die DNL aufsteigen zu können.

Wir haben dies schriftlich beim Deutschen Eishockey-Bund beantragt. Aber das Reglement sieht eine Wertung der Saison eben nur vor, wenn 75 Prozent aller Spiele absolviert sind. Dies war bisher noch nicht der Fall. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Wir würden den Aufstieg in die DNL auf jeden Fall wahrnehmen und es würde natürlich den Anreiz für auswärtige Talente, zu uns zu kommen, noch um einiges erhöhen.

Das Fünf-Sterne-Programm des Deutschen Eishockey-Bundes greift in dieser Saison nicht.

Das stimmt. Wir behalten aber unseren Status, also die fünf Sterne. Der Kontakt zwischen uns und dem DEB ist dahingehend auch sehr eng. Sie wissen, was wir hier an wertvoller Arbeit leisten. Ob wir jedoch in diesem Frühjahr wie gewohnt eine Prämie erhalten werden – und wie hoch diese dann sein wird – wissen wir aktuell noch nicht.

Das Thema Finanzen ist ein gutes Stichwort. Die wichtigen Einnahmen aus dem Kioskbetrieb bei den Heimspielen der Wild Wings sind ja komplett in dieser Saison weggefallen. Wackelt nach so einem Spieljahr nicht das gesamte Finanzgebilde der Schwenninger Nachwuchsabteilung?

Es ist richtig, diese Einnahmen fehlen uns sehr. Diese machen etwa 25 Prozent unseres Saisonetats bei der Jugend aus. Die wirtschaftliche Lage ist bei uns sicherlich angespannt, aber sie ist nicht besorgniserregend. Wir haben treue Sponsoren, wir bauen auf eine hervorragende Zusammenarbeit und Unterstützung mit den Wild Wings und wir hatten in diesem Jahr natürlich auch einige Kosteneinsparungen. Es sind ja viele Auswärtsfahrten und Übernachtungen aufgrund der nur kurzen Saison entfallen. Es ist ein finanzieller Kraftakt, keine Frage. Aber wir bekommen es wirtschaftlich hin.

Ihr Jugendcheftrainer Wayne Hynes sieht mit großer Sorge aufgrund der schon langen Spiel- und Trainingspause die Entwicklung bei den jüngsten Jahrgängen.

Da hat er nicht unrecht. Die Grundlage in unserer Laufschule ist natürlich elementar wichtig. Diese Jahrgänge konnten lange nicht mehr auf dem Eis trainieren. Aber ich denke, dass wir nicht viele Abgänge in diesem Altersbereich erleben werden. Jedoch sind wir nun bei einem Thema, das uns als Verantwortliche natürlich in diesen Wochen besonders umtreibt. Sollte im Frühjahr und im Sommer auch in unserem Sport wieder gelockert werden, dann ist es elementar wichtig, dass unser Nachwuchs auf der Bahn II durchgehend weiter trainieren und somit etwas den Rückstand aus dieser Saison aufholen kann. Außerdem ergeben sich durch externe interessierte Teams, die im Sommer das Eis ebenso nutzen wollen, auch neue Einnahmequellen für die Kunsteisbahn GmbH. Es wäre ein Rückschlag für das Schwenninger Eishockey, sollte die Bahn II aufgrund von Kosteneinsparungen vor dem Hintergrund der Corona-Krise in diesem Sommer nicht im Betrieb sein können.

Alle acht Internatsplätze am Vorderen See sind wohl weiterhin belegt.

Ja, dort läuft es rund. Allerdings müssen unsere Talente dort aus versicherungsrechtlichen Gründen weiterhin älter als 16 Jahre alt sein.

Die Wild Wings spielen in diesen Monaten erfolgreich. Chefcoach Niklas Sundblad setzt viel auch auf junge Spieler wie Boaz Bassen oder David Cerny. Mehr Anreiz und Vorbilder für die Talente der Wild Wings Future gibt es nicht. Oder?

Absolut. Wenn unsere Talente sehen, dass sie oben eine reelle Chance bekommen, ist das optimal. Ich finde auch, dass die Wild Wings seit Jahren nicht mehr so ein gutes und strukturiertes Eishockey gespielt haben. Sie sind für den Nachwuchs die Lokomotive.

Herr Schlenker, Hand aufs Herz, glauben Sie an eine normale Saison 2021/22?

Ich bin überzeugt davon, dass sich bis zum September die Lage in unserem Land positiv verändern wird. Die Schlüsselfrage ist natürlich, wie schnell wir im Land mit den Impfungen vorankommen. Aber ich glaube, dass wir einen regulären Spielbetrieb erleben, zudem auch wieder Zuschauer zugelassen werden. Es ist eine harte Zeit, aber wir müssen alle positiv bleiben.n  Die Fragen stellte Michael Bundesmann.

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