Fritz Weiß mit einem Aquarell aus der späten Serie 2012/13. Der Villinger Maler starb im Alter von 87 Jahren. Foto: Beichl Foto: Schwarzwälder-Bote

Villinger Maler mit 87 Jahren gestorben / Viele Jahre in Saba-Gruppe aktiv

VS-Villingen (mb). Der Maler Fritz Weiß ist mit 87 Jahren gestorben.

Weiß wurde 1927 als neuntes Kind in der Villinger Bogengasse geboren. Nach der Schule begann er eine Lehre zum Werkzeugmacher bei Kaiser-Uhren. 1944 wurde Weiß mit 17 Jahren zum Militär eingezogen. Schon bald kam er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er Ende 1946 entlassen wurde.

Eine Ausstellung, bei der Bilder von Cezanne, Manet, Monet, Renoir und Degas gezeigt wurden, sowie eine weitere Ausstellung mit Malern aus Villingen und dem Umland brachten den jungen Fritz Weiß näher an die Kunst. Von da an zeichnete er, wenn es die Zeit erlaubte, Porträts. Von 1953 bis 1960 nahm Weiß Unterricht bei dem vielseitigen Villinger Maler Richard Ackermann. In dieser Zeit entstanden bereits Bilder, die aufgrund ihrer Qualität in einer Ausstellung in Donaueschingen gezeigt wurden, bei der auch bekannte Künstler wie Max Ackermann, Otto Dix, Willi Dorn oder Romuald Hengstler vertreten waren.

Ab 1960 suchte und fand Weiß seinen eigenen Malstil, wenn auch noch oft der Einfluss von Lehrmeister Richard Ackermann zu erkennen war. So entstand 1961 ein großformatiges Bild, die Kreuzigung, mit einem Hintergrund, der an die Zeit des Krieges und an die Gefangenschaft erinnerte.

1963 wechselte Weiß von Kaiser-Uhren zu Saba. Damit begann die Geschichte der Saba-Malgruppe, aus deren Reihe zahlreiche bekannte Maler hervorgegangen sind. In den zehn Jahren, in denen Weiß der Saba-Malgruppe zur Verfügung stand, wurden viele Ausstellungen organisiert. Viele Bilder waren Auftragsarbeiten für die Firma Saba, prominente Fußballer wie Fritz Walter und Sepp Herberger gehörten auch zur Kundschaft. Viele Bilder gaben Herbert Schroff und Werner Jörres bei Fritz Weiß in Auftrag, die dann an Prominente verschenkt wurden.

Mit zahlreichen Werken war Weiß in Villingen präsent. Ein Bild des Graf-Berthold-Denkmals stellte er für die Spendenaktion anlässlich der 1000-Jahr-Feier Villingens kostenlos zur Verfügung. Im Narrostüble am Romäusturm und jetzt in der renovierten Zehntscheuer ist Weiß mit Narrobildern und einem Belagerungsbild von Villingen präsent.

Im Alter von 85 Jahren startete der Ölmaler Fritz Weiß noch einmal durch und malte eine Serie der Winkel und Gässle der historischen Altstadt in Aquarell-Technik.

Zudem hatte Weiß auch musikalische Talente. 1960 gründete er mit Wolfgang Kunzelmann das Werksorchester von Kaiser-Uhren, das zum 100-Jahr-Jubiläum des Unternehmens mit zehn Mann in der alten Tonhalle aufspielte. In verschiedenen Besetzungen spielte Weiß zudem bei manchem Fest und zum Tanz auf. Seine Besonderheit war das Musizieren mit der "singenden Säge".