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Villingen-Schwenningen Kunst der ehemaligen DDR soll bekannter gemacht werden

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Das Selbstbildnis Heinz Zanders zeigt ihn mit Hörrohr. Foto: Heinz Zander © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Foto: Schwarzwälder Bote

VS-Schwenningen. Die Städtische Galerie Villingen-Schwenningen ehrt den bedeutenden Meister der Leipziger Schule zum 80. Geburtstag mit einer umfangreichen Ausstellung.

In Kooperation mit der Galerie Thoms, Mühlhausen und den Mühlhäuser Museen zeigt die Städtische Galerie eine große Werkschau mit 68 Gemälden und 24 Grafiken, vorwiegend aus der jüngsten Schaffensphase des Künstlers. Dem Betrachter eröffnet sich darin ein faszinierendes Panoptikum bizarrer Gestalten und Charaktere: groteske, fratzenhafte Kreaturen, Zwitterwesen aus Tier und Mensch, weibliche Schönheiten zwischen Anmut und morbider Erotik ebenso wie der Meister selbst. Einzeln in Szene gesetzt oder eingebettet in surreal-fantastische Szenerien.

Voller ikonographischer Zitate und Querverweise auf die alten Meister der Kunstgeschichte, auf Mythologie und Sagenwelt, biblische Dramen, Literatur und politische Historie und dennoch eigenständig zeitlos und unverwechselbar in ihrer Formensprache. Die Werke Heinz Zanders sind virtuos gemaltes und opulent inszeniertes Bildtheater, komplex, ironisch hintergründig, verführerisch, albtraumhaft und sinnlich zugleich.

Heinz Zander, geboren 1939 in Wolfen bei Bitterfeld, studierte von 1959 bis 1964 Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Bernhard Heisig. 1967 bis 1970 war er Meisterschüler bei Fritz Cremer an der Akademie der Künste der DDR und ist seitdem als Maler, Grafiker und Zeichner, aber auch als Autor von Erzählungen und Romanen freischaffend in Leipzig tätig. Er zählt zu den spannendsten und brillantesten Vertretern der zweiten Generation der Leipziger Schule und ist zugleich die zentrale Figur des sogenannten Leipziger Manierismus. Sein virtuoses und komplexes Werk definiert sich in bewusster Abgrenzung zur Abstraktion und in der Hinwendung zur Tradition einer altmeisterlichen Malerei, die in die Gegenwart überführt wird und dabei eine ganz eigene Formensprache und Bildwelt offenbart, die in ihren Szenarien und Figuren unerschöpflich scheint.

Mit dieser Ausstellung möchte die Städtische Galerie das außergewöhnliche Schaffen von Heinz Zander auf besondere Weise würdigen und sein Oeuvre noch stärker ins Blickfeld einer größeren Öffentlichkeit bringen.

Die Schau ist zugleich Auftakt zu einer Reihe von Ausstellungen zur Kunst der ehemaligen DDR, die bisher im süddeutschen Raum nur begrenzt Beachtung gefunden hat.

Vor dem Hintergrund der nach wie vor intensiv geführten Debatten zu diesem Thema möchte die Städtische Galerie einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der deutsch-deutschen Kunstgeschichte leisten. Die gezeigten Arbeiten sind freundliche Leihgaben des Künstlers, der Galerie Thoms sowie aus Privatbesitz.

Weitere Informationen: Die Eröffnung der Ausstellung ist am Samstag, 24. August, 17 Uhr. Es sprechen Oberbürgermeister Jürgen Roth und Vanessa Charlotte Heitland, Leiterin der Städtischen Galerie. Die Galerie ist dienstags, mittwochs und freitags von 13 bis 17 Uhr, donnerstags von 13 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Montags ist sie geschlossen.

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