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Villingen-Schwenningen Klöckner geht mit den Verbrauchern hart ins Gericht

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Die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (rechts) besuchte auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei (links) in Weilersbach den Milchviehhof von Veronika und Michael Laufer. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

VS-Weilersbach. Großer Bahnhof für Julia Klöckner in Weilersbach: Auf dem Hof von Michael und Veronika Laufer empfingen rund 200 Gäste die Bundeslandwirtschaftsministerin, die am Montag der Einladung vom Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei (CDU) in dessen Wahlkreis gefolgt war.

Gekommen waren die Bäuerinnen und Bauern sowie die Kommunalpolitiker schon deshalb, weil, wie es Karl-Heinz Bäurer vom Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV), Kreisverband Donaueschingen, ausdrückte: "Die Stimmung ist so miserabel wie noch nie." Sein Kollege vom Kreisverband Villingen, Bernhard Bolkart, konfrontierte die mit dennoch viel Empathie und Begeisterung empfangene Ministerin der CDU mit der direkten Frage: "Will man in Deutschland überhaupt noch eine Landwirtschaft?" Bolkart leerte stellvertretend für seine Berufskollegen den Kropf über ideologische Diskussionen mit Vorwürfen gegen die Landwirte und stellte klar: "Wir stehen für Klima- und Artenschutz und stellen uns der wichtigen Aufgabe der Ernährungssicherheit für die Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln. Nachhaltigkeit ist unser tägliches Brot". Er forderte: "Kenntnisse statt Meinungen" und verurteilte das von Klöckner und Umweltministerin Svenja Schulze geschnürte Agrarpaket.

Julia Klöckner konterte zwar, gab Bolkart aber auch Recht: "Bauernbashing verbietet sich." Und: "Ich bin doch nicht angetreten, um das Ende der Landwirtschaft einzuläuten." Vielmehr verfüge sie mit 65 Milliarden Euro über den "größten Haushalt der Geschichte." Davon fließen allein 4,1 Milliarden Euro in die Sozialversicherungen der Bauernfamilien. Gerade habe sie 83 Millionen Euro "lockergemacht" für die Bauern, die Insektenschutz betreiben.

Hart ins Gericht ging Klöckner mit den ambivalenten Verbrauchern und "Hobbyagraringenieuren", die am liebsten Fleisch essen von Tieren, die nie geschlachtet wurden. "Wir brauchen einen neuen Gesellschaftsvertrag", forderte sie. Dafür werde sie sowohl den Bauern Veränderungen als auch den Verbrauchern höhere Kosten zumuten, kündigte sie an. Sie forderte zudem die öffentliche Kommunikation über die Zusammenhänge sowohl in der Land- als auch in der Holzwirtschaft. Sie verteidigte eine verschärfte Düngeverordnung, da an 28 Prozent der Messstellen ein erhöhter Nitratgehalt des Grundwassers festgestellt wurde und weil Deutschland eine Millionenstrafe der EU drohe. Sie warb für das von ihr vorgeschlagene Tierwohllabel und stand für ihre Reduktionsstrategie in Sachen Glyphosat ein.

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