Sonderfaktoren wie der Umzug werden angeführt / Gemeinderat blickt zuversichtlich in die Zukunft

Villingen-Schwenningen (st). Erstmals nach vielen Jahren schreibt das Schwarzwald-Baar-Klinikum rote Zahlen. Fünf Millionen Euro Verlust sind zu verzeichnen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung sprach der neue Klinikgeschäftsführer Mathias Geiser von einer doppelt so großen Position wie angenommen. Als Gründe führte er die hohe Kostenentwicklung, den Mehraufwand von 1,5 Millionen Euro beim Umzug von den alten Standorten ins neue Klinikum und eine erhöhte Zinsbelastung an, die aus gestiegenen Baukosten resultiere. Die Gesamtkosten für das neue Klinikum betrugen 283 Millionen Euro.

Zins und Tilgung der Kredite für die erhöhten Baukosten sollen laut Geiser selbst erwirtschaftet werden. Dies sei zwar ein schmaler Grat, auf dem sich das Klinikum bewege, aber machbar.

Der Gemeinderat vernahm die Botschaft gelassen. Jürgen Jauch (CDU) meinte, dass die Stadt immer stolz auf das Plus beim Jahresabschluss der Klinik gewesen sei. Aber dieses Mal seien Sonderfaktoren wegen des Umzugs dazugekommen. Er wünschte Geiser ein "glückliches Händchen".

Immerhin sei es ein gutes Zeichen, wenn sich die Kritik am Klinikum hauptsächlich nur auf die Parkplatzproblematik erstrecke. "Dann hat die Geschäftsführung nicht viel falsch gemacht."

Im Jahr habe die Klinik 47 000 Patienten. Da würden die Beschwerden ernst genommen, meinte Mathias Geiser, ob es um Klagen wegender Parkplätze oder um Mängel im Haus gehe, die bekannt seien.

Der Verlust von fünf Millionen Euro sei zu verschmerzen, meinte Joachim von Mirbach (Bündnisgrüne). Die Stimmung sei positiv, dass im nächsten Jahr wieder eine schwarze Null geschrieben werde. In den meisten Kommunen schrieben Kliniken rote Zahlen und bräuchten jedes Jahr Betriebskostenzuschüsse von mehreren Millionen Euro. "Wir hätten heute zehn Millionen Miese, wenn wir uns nicht für den Neubau entschieden hätten."

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