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Villingen-Schwenningen Klinikgelände wird zum Studentenwohnheim

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Das ehemalige Kutscherhaus auf dem DHBW-Gelände soll nach dem Wunsch von Rektor Jürgen Werner zum internationalen Zentrum umgebaut werden. Foto: Schück

Schwarzwald-Baar-Kreis - Kaum ist das Klinikum ausgezogen, schon ziehen die Studenten ein. Zumindest will das Studentenwerk Freiburg das Bettenhaus des Klinikgeländes in Schwenningen erwerben und es in 240 Appartements für Studierende umwandeln, die 2014 beziehbar sein werden."Das ist eine riesige Chance für die Studierenden im Fachbereich Sozialwesen, denn die Wohnungen werden günstig sein", erklärt Jürgen Werner, seit 100 Tagen Rektor der Dualen Hochschule in Schwenningen. 250 zusätzliche Studierende werden zum 1. Oktober für diesen Fachbereich in Schwenningen erwartet. Viele kommen nicht aus der näheren Umgebung, und die Gehälter der Auszubildenden im Sozialwesen sind meistens niedriger als die, die Unternehmen im Fachbereich Wirtschaft zahlen. Es sollen Ein-Zimmer-Appartements mit Nasszellen entstehen, mithin das bisher größte Studentenwohnheim in Schwenningen. Ein privater Investor wird weitere Grundstücke auf dem ehemaligen Klinikgelände kaufen. Dort soll, beispielsweise auf den jetzigen Parkplätzen, Wohnbebauung entstehen. Die Operationssäle werden abgerissen.

Die Duale Hochschule möchte außerdem ein neues Hörsalgebäude bauen. Zwei private Investoren interessieren sich bereits dafür. Für den Standort kämen sowohl das Klinikgelände als auch die ehemalige Dialyse in Schwenningen in Frage.

"Wir benötigen 2000 Quadratmeter, 15 Hörsäle, Büros und Nebenräume", berichtet Werner. Sobald der Bedarf anerkannt worden ist, will er Kontakt mit Investoren aufnehmen. "Die Chancen sind sehr gut. Das Präsidium der Dualen Hochschule in Stuttgart unterstützt uns", sagt er. Wenn der Neubau steht, soll die Anmietung von Räumlichkeiten in der Bürkstraße aufgegeben werden. Im Gange ist der Umbau der ehemaligen Dialyse in der Schramberger Straße in Schwenningen. Zum 1. Oktober sollen vier Hörsäle und Büros bezugsfertig sein.

Außerdem benötige die Duale Hochschule in der Nähe ihres Kerngeländes in der Erzbergerstraße weitere Büros und Seminarräume, die angemietet werden sollen. Unter dem Dach des renovierten B-Gebäudes könnte außerdem, so Werner, ein 150 Quadratmeter großes "Planspiellabor" entstehen, "wo fiktive Geschäftsmodelle bearbeitet werden können".

Die Bürogebäude könnten eventuell zusammen mit der benachbarten Hochschule Furtwangen angemietet werden, meint Werner. Die Zusammenarbeit mit HFU-Rektor Rolf Schofer sei sehr gut. Beispielsweise werden beide Hochschulen am 24. September zusammen einen Logistikkongress veranstalten.

Neue Fakultät Gesundheit und Pflege mit 700 Plätzen

"In 100 Tagen haben wir einiges weiter entwickelt" berichtet Jürgen Werner, der zuvor als Prorektor mit Ulrich Sommer ein Team bildete. "Ich war ja schon in alles involviert und es läuft problemlos weiter."

Ebenso möchte er es mit der neuen Prorektorin Bianka Lichtenberger halten, die im Oktober ihr Amt antritt. Die promovierte Unternehmensberaterin und geschäftsführende Partnerin eines Beratungsunternehmens in Zürich sei eine sehr kompetente Persönlichkeit, erläutert Werner. "Sie bringt unheimlich viel mit und hat uns überzeugt", sagt Werner: "Wir ergänzen uns hervorragend und ich erwarte viel von ihr. Die Prorektorenstelle wurde überregional ausgeschrieben. Lichtenberger wird außer Prorektorin Dekan der Fakultät Wirtschaft werden.

In 100 Tagen hat Jürgen Werner schon zwei wichtige neue Studiengänge auf den Weg gebracht. Zum einen den Master-Studiengang "Accounting & Controlling". Dieser ist vor allem für Mitarbeiter und Führungskräfte von Industrie und Dienstleistungsunternehmen gedacht. Absolventen sollen beispielsweise Chef der Abteilung Rechnungswesen werden können. Der Studiengang startet im April 2014.

Noch bahnbrechendere Wirkung wird wohl der Studiengang "Angewandte Pflege" haben. Denn auf ihm soll sich eine vierte Fakultät der Dualen Hochschule in Schwenningen gründen, die Rektor Jürgen Werner "Gesundheit und Pflege" nennt.

Neu sind nicht nur die Fakultät, sondern auch die Form der Zusammenarbeit mit den Ausbildungsunternehmen und die Dauer. Der Studiengang ist nämlich auf vier Jahre angelegt. Nach drei Jahren legen Absolventen die Prüfung zum Krankenpfleger ab, nach vier Jahren erhalten sie den akademischen Abschluss Bachelor of Arts.

Eine enge Kooperation mit dem Schwarzwald-Baar-Klinikum und der dortigen Krankenpflegeschule sowie mit dem Gesundheitsverbund des Landkreises Konstanz ermöglichen diese neue Art der Zusammenarbeit. "Wir bilden unter der Verantwortung der DHBW gemeinsam aus, das heißt, ein Teil des Unterrichts wird in den Krankenpflegeschulen stattfinden." Allerdings soll dafür neues Personal, hauptsächlich Ärzte, eingestellt werden. Die praktische Ausbildung findet dann in den Krankenhäusern vor Ort statt, beispielsweise auch in Balingen und Rottweil.

Die Kapazität des neuen Studiengangs wird als gigantisch eingeschätzt. "Bis 2020 rechnen wir mit 700 neuen Studienanfängerplätzen", sagt Werner. Insgesamt gesehen werde sich die Duale Hochschule in Schwenningen in Bezug auf die Studierendenzahlen "auf hohem Niveau stabilisieren".

In der nächsten Zeit möchte Werner neben neuen Master-studiengängen Weiterbildungsangebote für Industrieunternehmen entwickeln, deren Mitarbeiter dann am Wochenende die Seminare besuchen könnten. Ein weiteres Feld ist der Forschungsbereich. "Vor allem im Rahmen der Demografie haben wir einige Forschungsprojekte laufen." An einem sei sogar der ehemalige Rektor Ulrich Sommer beteiligt. "Die Entwicklung von kommunalen Handlungsfeldern angesichts des demografischen Wandels", so der Titel des Projekts, das in Kooperation mit den Gemeinden Niedereschach und Königsfeld stattfindet.

 

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