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Villingen-Schwenningen Klimawandel haut städtische Fichte nicht um

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Klimawandel hin, Klimawandel her: Der Forst der Stadt VS bleibt in der Hauptsache Fichtenwald. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder-Bote

Villingen-Schwenningen (lia). Bringt der Klimawandel nach und nach die VS-Fichten zu Fall? Was die Wald-und Wiesenforscher analysiert haben, kann Forstamtsleiter Tobias Kühn nicht aufschrecken: "Wir werden auf alle Fälle hier Fichtenland bleiben."

In den nächsten 50 Jahren, so die Annahme der Klimaforscher, werden sich die Temperaturen um mindestens zwei Grad erhöhen. Forstexperten rechnen damit, dass die Fichte dann um das Überleben kämpfen müsse. Düstere Szenarien, die der erfahrene Forstmann aus Villingen-Schwenningen absolut nicht teilt. Der Fichtenbestand werde deshalb nicht drastisch zurück gehen, meint er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Ausschlaggebend für seine zuversichtlichen Prognosen sind zwei Kriterien. Zum einen die klimatischen Besonderheiten und der Standort. "Wir liegen am Ostrand des Schwarzwald und bekommen recht viele Niederschläge ab." Und das dürfte sich in den kommenden fünf Jahrzehnten kaum verändern, bemerkt Kühn. Dank reichlicher Niederschlagsmengen erhöhe sich zudem der Wasserdruck, was wiederum den Harzdruck erhöhe, worüber gerade Borkenkäfer nicht gerade erfreut sind. "Dadurch erhöhen sich die Abwehrkräfte des Baumes."

Fazit des städtischen Forstamtsleiters: Die Fichtendominanz bleibe erhalten, wenn auch nicht mehr ganz so deutlich wie in früheren Jahren. Lag der Flachwurzler im VS-Wald vor Jahren noch bei 70 Prozent, ist er jetzt auf 61 Prozent gesunken. Den Rückgang erklärt Kühn zum einen mit den Stürmen, die die Fichten im wahrsten Sinne des Wortes auf großen Flächen platt gemacht haben. Andererseits legen die Forstleute mehr Gewicht auf "Stabilität im Wald" und forsten verstärkt Tannen und Laubhölzer auf.

Aufgrund dieses veränderten Blickwinkels auf den Wald werde in den nächsten Jahren nur noch jeder zweite Baum im 6000 Hektar großen Stadtwald eine Fichte sein. Dafür wird Tobias Kühns Lieblingsnadelbaum mehr Platz in Baden-Württembergs größtem Stadtwald einnehmen: Der Anteil der Tanne liegt jetzt bei 18 Prozent, in den nächsten Jahren sollen es dann 30 Prozent werden. Die restlichen 20 Prozent teilen sich diverse Laubbaumarten untereinander auf. Die Kiefer dagegen dürfte kaum noch in Erscheinung treten, schätzt Kühn. Derzeit liegt ihr Anteil noch bei 15 Prozent, dieser soll auf fünf Prozent schrumpfen. "Die Kiefer ist eine Katastrophenbauamart", lässt sich der Forstmann über dieses Nadelholz aus. "Kiefern sind Bäume, die viel Licht mögen, doch die Zeit der Kahlschläge ist vorbei."

Haben diese veränderten Vorgaben betriebswirtschaftliche Folgen, zumal die Fichte ein beliebtes Bauholz ist? Kaum, schätzt Kühn. "Die Tanne ist ebenfalls ein hervorragender Werkstoff", verweist Kühn auf frühere Zeiten, bevor der Fichtenholz-Boom ausbrach. Überzeugungsarbeit müsse er dennoch leisten. Immer wieder höre er Zimmerleute klagen, dass Tannen "so schwer" im Vergleich zu Fichten seien. Darauf weiß er eine Antwort: "Ihr tragt doch die Holzteile nicht mit den Händen aufs Dach."

 

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