Die geplante Erweiterung der Kindertagesstätte der Hochschule für Polizei wird deutlich teurer. Nun sollen 3,9 Millionen Euro veranschlagt werden. (Archivfoto) Foto: Eich

Detaillierte Planung ergibt Mehrkosten von rund 1,4 Millionen Euro. Wesentlich umfassendere Sanierung nötig.

VS-Schwenningen - Die geplante Erweiterung der Kindertagesstätte der Hochschule für Polizei soll knapp vier Millionen Euro kosten. Das geht aus der Sitzungsvorlage für den Technischen Ausschuss und Gemeinderat hervor. Der Projektbeschluss steht in den anstehenden Sitzungen zur Debatte.

Wie weit eine Kostenschätzung und die letztlich detaillierte Kostenberechnung auseinander liegen können, zeigen die Pläne für die Kindertagesstätte der Hochschule für Polizei. Zwischen der Schätzung, auf deren Basis der Gemeinderat im Oktober 2018 den Grundsatzbeschluss für die Erweiterung gefasst hat, und der aktuellen Kostenberechnung klafft eine Differenz von rund 1,4 Millionen Euro. Der Ist-Zustand: Im Bestandsgebäude der Hochschule sind eine Kindertagesstätte mit zwei altersgemischten Gruppen sowie einem EDV-Schulungsraum der Hochschule mit zugehörigen Nebenräumen untergebracht.

Die momentane Nutzfläche der Kita mit maximal 40 Kindern beträgt 329 Quadratmeter. Deutlich zu wenig, denn nach heutigen Vorschriften des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) müssten es mindestens 580 Quadratmeter sein. Wie in der Sitzungsvorlage aufgeführt, fehlen ein Schlaf-, ein Bewegungs- und ein Intensivraum sowie Elterngesprächszimmer, Personal- und Besprechungsräume, eine Küche und der Essraum.

Darüber hinaus werden weder die notwendigen Sicherheitsstandards einer Kindertagesstätte, noch die heutigen Gebäude- und Energiestandards im Bestandsgebäude eingehalten. Auch die technische Gebäudeausstattung sei stark veraltet und müsse komplett erneuert werden, heißt es in der Auflistung der Maßnahmen. Von Elektroinstallationen bis hin zur Heizungsanlage seien Neuerungen erforderlich.

Die Konsequenz

Es ist eine wesentlich umfassendere Sanierung nötig, als ursprünglich gedacht. Der Planungsentwurf: Die Kita soll durch einen Anbau auf der Westseite des Gebäudes in Holzbauweise erweitert werden. Architektonisch soll sich der Anbau an das Bestandsgebäude sowie die gesamte Hochschularchitektur anpassen. Demnach sollen Pultdach und Holzfassade beibehalten werden. Lediglich an der Fassade sollen farbige Akzente gesetzt werden, um die Einrichtung als solche erkennen zu können.

Die Kitaräume werden auf zwei Geschosse verteilt. Ebenerdig gelangt man vom Foyer in den Bewegungsraum, zum Leiterinnenbüro und in den Spielflur. Dort befinden sich die Garderoben für Kinder und Erzieherinnen, der Krippenbereich, der Essensraum und die Tagheim-Bereiche. Im Untergeschoss befindet sich der Garteneingang mit einer Garderobe für die Matschkleidung sowie alle Personal- und Besprechungsräume. Die Gruppenplanung: Vorgesehen ist eine viergruppige Kindertagesstätte mit maximal 60 Kindern. In zwei Gruppen sollen bis zu 20 Kinder im Alter von zwei Monaten bis zu sechs Jahren untergebracht werden. Dabei handelt es sich um sogenannte Tagheim-Gruppen. Zwei Krippen-Gruppen bieten Platz für jeweils maximal zehn Kinder im Alter von zwei Monaten bis zu drei Jahren.

Die Kostenberechnung

Die 3,9 Millionen Euro für den Umbau des Bestandsgebäudes und den Neubau setzen sich wie folgt zusammen: Die Baukonstruktion ist der größte Kostenpunkt mit 1,95 Millionen Euro. Hinzu kommen die technischen Anlagen mit 630.000 Euro, Baunebenkosten mit 620.000 Euro, die Außenanlagen mit 390.000 Euro, die Ausstattung mit 200.000 Euro und das "Herrichten und Erschließen" mit 110.000 Euro.

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