Die Corona-Pandemie wirbelt im Jahr 2020 vieles durcheinander - und macht auch vor dem Weihnachtsfest nicht Halt. Foto: Adam Ján Figel/stock.adobe.com

Corona-Pandemie wirbelt vieles durcheinander. Idee von CDA-Kreisvorsitzendem stößt auf Skepsis.

Ökumenische Weihnachts-Gottesdienste unter freiem Himmel oder in großen Hallen? Ein Vorschlag des Kreisvorsitzenden der CDU-Sozialausschüsse (CDA), Gottfried Schmidt, lässt aufhorchen. Die Schwenninger Kirchengemeinden sind skeptisch.

Villingen-Schwenningen - Die Corona-Pandemie wirbelt im Jahr 2020 vieles durcheinander – und macht auch vor dem Weihnachtsfest nicht Halt. Wie können die Gottesdienste während der Feiertage stattfinden? Können sie überhaupt gefeiert werden? Die Angst davor, dass Weihnachts-Gottesdienste in diesem Jahr nicht stattfinden können, bewegt den CDA-Kreisvorsitzenden Gottfried Schmidt zur Suche nach Alternativen. "Auch ich habe mir in dieser extrem schwierigen Zeit erlaubt, mir Gedanken darüber zu machen, wie Gottesdienste an Weihnachten trotz Corona mit vielen Besuchern durchgeführt werden könnten", teilt er mit.

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Schmidts Idee: Katholiken und Protestanten feiern gemeinsam in großen Hallen oder im Freien auf Sportanlagen beziehungsweise öffentlich zugänglichen Plätzen wie dem Schwenninger Marktplatz Weihnachten. "Ich gehe davon aus, mit meinen nicht ganz zu Ende gedachten Gedanken werde ich bei den Kirchen, bei Teilen der Bevölkerung und bei der Politik wenig Verständnis finden", schreibt der CDA-Kreisvorsitzende weiter. Zumindest was die katholische und evangelische Kirchengemeinde Schwenningen angelangt, behält Schmidt mit dieser Einschätzung recht.

Katholische Gemeinde

"Die gute Nachricht: Weihnachten findet statt", sagt Pfarrer Michael Schuhmacher von der katholischen Seelsorgeeinheit Neckar/Baar, der auch die Kirchen im Stadtbezirk Schwenningen angehören. Natürlich werde es ein wenig anders sein als in den Jahren zuvor, "aber jeder, der an Weihnachten in der Kirche feiern will, soll dazu auch die Gelegenheit bekommen".

Dafür hat sich die Kirchengemeinde ein wahres Marathonprogramm zurechtgelegt: Sechs Christmetten – fünf in der Kirche St. Franziskus, eine in Mariä Himmelfahrt – und vier Kippenfeiern sollen ab 14 Uhr in Schwenningen stattfinden. Für alle Gottesdienste an diesem Tag gilt – im Gegensatz zum Corona-Normalbetrieb der katholischen Kirchen in Schwenningen – eine Anmeldepflicht. Zwischen 14. und 22. Dezember können sich Interessierte im Pfarrbüro St. Franziskus für einen der Gottesdienste ankündigen. "Dann kann vielleicht nicht jeder zu der Zeit kommen, zu der er will, aber wir werden alles geben, was möglich ist, damit jeder einen Platz findet", versichert Pfarrer Schuhmacher.

Den Vorschlag, ökumenisch in großen Hallen oder im Freien zu feiern, sieht er sehr kritisch. Im Zuge der Planung für Weihnachten, die schon seit September laufe, habe man ernsthaft überlegt, in der Neckarhalle zu feiern. "Aber dort dürfen momentan maximal 100 Personen rein." Da auch die katholischen Kirchen in Schwenningen in etwa 90 bis maximal 100 Kirchgänger aufnehmen können, habe man diese Idee dann wieder verworfen. Auch Gottesdienste in größeren Hallen oder im Freien kommen für Schuhmacher nicht infrage – vor allem wegen der hohen Teilnehmerzahl: "Mit 500 Leuten würde ich keine Veranstaltung durchführen – das ist erstens nicht steuerbar, zweitens ein viel zu großer organisatorischer Aufwand und drittens ein extremes Risiko."

Evangelische Gemeinde

Auch Klaus Gölz, geschäftsführender Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Schwenningen, findet Schmidts Vorschlag "problematisch". Man wolle ja eigentlich Großveranstaltungen vermeiden, gibt er zu bedenken. "Mit so großen Gottesdiensten würde man ja genau das machen, was man nicht tun soll – nämlich viele Menschen zusammenbringen." Da sei nicht nur fraglich, ob solche Veranstaltungen genehmigt werden, sondern auch das Infektionsrisiko deutlich erhöht. Für Weihnachten plant Gölz daher eher kleinere Gottesdienste.

Einen Komplett-Ausfall der Gottesdienste zu Weihnachten schließt der evangelische Pfarrer aber genauso wie sein katholischer Kollege aus. "Es wird definitiv Gottesdienste geben" – ob aber alle geplanten Veranstaltungen stattfinden können, kann Gölz derzeit noch nicht sagen. "Wir fahren ja momentan wie alle anderen auch nur auf Sichtweite." Er hofft aber, dass so viele Gottesdienste wie möglich gefeiert werden können – allerdings nur mit Anmeldung, die voraussichtlich ab 15. Dezember möglich sein wird. Klaus Gölz appelliert an alle: "Jetzt müssen wir jetzt darauf hoffen, dass die ­Menschen sich verantwortungsvoll verhalten, damit es trotz Corona ein schönes Weihnachtsfest gibt."

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