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Villingen-Schwenningen Kirche wird zum Fernsehstudio

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Pastor Michael Großklaus predigt in der Gnadenkirche zwar vor leeren Rängen, trotzdem hören ihm jeden Sonntag viele Hundert Gläubige zu. Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder Bote

Im Kircheninneren sieht es aus wie in einem Fernsehstudio: Unzählige Scheinwerfer erhellen eine Szenerie, die normalerweise von 280 Gläubigen live verfolgt wird. Doch der sonntägliche Gottesdienst findet auch in der Villinger Gnadenkirche derzeit ausschließlich per Live-Stream statt.

VS-Villingen. Das gemeinsame Gebet ist gesprochen, Pastor Michael Großklaus hat sein blaues T-Shirt gegen ein schwarzes Hemd getauscht und der Countdown läuft. Um Punkt 11 Uhr stellt er sich nun schon zum siebten Mal auf das kleine Podest, das ihn in die Idealposition für die Kamera bringt. Dass er jetzt rund 30 Minuten lang in deren kleine Linse sprechen wird, statt dabei in menschliche Augenpaare blicken zu können, daran hat sich Großklaus seit Ausbruch der Corona-Pandemie fast schon gewöhnt.

Im Hintergrund sieht sein fünfköpfiges Team, allen voran die Techniker Jörg ­Robold und Stefan Kulcsar, auf einem großen Bildschirm, wie die Aufnahmen zu Hause in den Wohnzimmern der Gläubigen ankommen. Knapp 200 Haushalte haben sich inzwischen live zugeschaltet, bis zu 1500 Klicks auf den eigenen YouTube-Kanal wird es an diesem Tag noch geben. Für Großklaus und sein Gemeindeteam ist das ein motivierendes Zeichen dafür, dass nicht nur die 300 Gemeindemitglieder Interesse zeigen, sondern auch Auswärtige. Selbst aus dem Ausland gab es schon Reaktionen auf die Predigten von Großklaus und dem Jugendreferenten Phillip Müller, die sich beim Online-Gottesdienst abwechseln.

Eine vierköpfige Band bereichert die Liturgie mit musikalischen Lobpreisungen. "Unter unseren Mitgliedern sind viele Musiker, jeden Sonntag sind andere dabei", sagt der Pastor.

Die Technik um ihn herum, Schweinwerfer, Mikrofone, Handystative, Kameras, Bildschirme und Mischpulte, stammt zum Teil aus Privatbesitz oder wurde ausgeliehen. Statt eines in normalen Zeiten 90-minütigen Gottesdienstes braucht das Aufnahmeteam derzeit an jedem Sonntag zwei bis drei Stunden, um "die gute Nachricht gut zu verpacken", wie Großklaus sagt.

Auch er hofft auf baldige Lockerungen und darauf, dass er sich um seine Schäfchen wieder persönlich kümmern kann, statt ihnen nur Postkarten zu schreiben oder mit ihnen zu telefonieren. Was macht das mit den Christen? Haben sie sich nach den vielen Wochen ohne daran gewöhnt oder sehnen sie sich nach einem Live-Gottesdienst? Wann wird die ganze Gemeinde der evangelischen Freikirche wieder am Wiener Platz zusammenkommen dürfen? Die Haus-, Bibel- und Leiterkreise und die Austausche der Kinder- und Jugendgruppen, die derzeit per Skype stattfinden, sind nur ein dürftiger Ersatz für die ansonsten so lebendige Gemeinde.

Neubau noch im Zeitplan

Derzeit entsteht im Zentralbereich der Neubau der Gnadenkirche mit Platz für 700 Menschen. Noch liegt der Baufortschritt im Zeitplan und Michael Großklaus freut sich auf den voraussichtlich an Heilig Abend ersten Gottesdienst an neuem Ort – dann hoffentlich ganz ohne Einschränkungen durch das Coronavirus.

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