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Porträt / Thomas Moser feiert am Sonntag seinen 60. Geburtstag

Die Fasnet hat aus ihm gemacht, was er heute ist. Inzwischen steht Thomas Moser während der Villinger Fasnet zwar nur noch als "Strählopfer" am Straßenrand, sorgt als Comedian ansonsten aber das ganze Jahr über für Spaß und Unterhaltung. An diesem Sonntag wird er 60 Jahre alt.

 

VS-Villingen. In diesem Jahr werden ihn die strählenden Maschgere allerdings umsonst suchen – seinen runden Geburtstag verbringt Thomas Moser zusammen mit Freunden auf Bali.

"Da kaasch dich ja nur uffregge" – mit diesem Satz ist er in Villingen – und inzwischen auch in Schwenningen – bekannt geworden. Keiner kann sich so herrlich über Stadtverwaltung und Gemeinderäte, über die große Politik oder die Schwenninger ereifern.

Groß wird er im Katzenmusikverein

Groß wurde er mit seiner Zwillingsschwester Christina und seinem älteren Bruder Bruno im Katzenmusikverein "Miau" als Sohn des Generalfeldmarschalles Alfons "Adoz" Moser. Er war der kleine Generalfeldmarschall, Prinz Carneval und dritter Vorstand und stand schon früh als Akteur auf der Bühne des Katzenmusikballes.

Er besuchte die Klosterringschule und lernte bei der SABA den Kaufmannsberuf, der ihn, wie er im Rückblick sagt, "nie wirklich interessierte". Er arbeitete bei Barometer Huger und dessen Rechtsnachfolger Vilbor, war Betriebsrat, entdeckte dabei seine soziale Ader als Berufung und war 16 Jahre lang – bis zum Firmenkonkurs vor sieben Jahren – Betriebsratsvorsitzender.

Zu dieser Zeit war Thomas Moser längst erfolgreich im Comedyfach unterwegs, und so stand der Entschluss, sich als Kabarettist selbstständig zu machen, schnell fest. Seine Parallelkarriere begann eigentlich schon auf der Katzenmusikballbühne, am Anfang noch unter der über Jahre sehr erfolgreichen Regie von Theatermann Eberhard Zimmermann.

Der legendäre Ball "Schwarzwaldklinik" 1987 fiel beim Publikum indes so durch, dass das gesamte Ensemble enttäuscht hinschmiss – bis auf Thomas Moser. "Ich war damals im Vorstand, mein Vater Generalfeldmarschall, also machte ich weiter – als Ballregisseur", erklärt er.

Dabei entdeckte er seine zweite Berufung: als Texteschreiber und Dramaturg. Er schuf das legendäre Duo "Else und Karl-Otto", gespielt von seiner Schwester und von Rolf Müller, unvergessen ist das "Nusshörnle im Stadtrat" und der "Strählkurs mit dem Clorollen-Narro". Gerne erinnert sich Thomas Moser an die "gute Truppe" im Katzenmusikverein, damals bestehend aus einem technischen Stab und der Unterhaltungskommission. Als 1998 die Alte Tonhalle unter Heulen und Zähneklappern der gesamten Fastnachtsgesellschaft abgerissen wurde, ersann er die grandiose Idee des "Dreierballes" mit der Historischen Narrozunft und der Glonkigilde im Theater im Ring – seine Abschiedsvorstellung als Ballregisseur. Nur einmal im Jahr auf der Bühne – das war ihm einfach zu wenig.

Er gründet den Comedy-Express

Ein knappes Jahr später gründete er den "Comedy-Express" mit Fridolin Ströbele, Michael Sommer, Roland Grammel, Herbert Nehm, Volker Heizmann und seinem Bruder Bruno, der rasant Fahrt aufnahm. In den Hochzeiten gab das Quintett bis zu 60 Vorstellungen pro Jahr, bis weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Auch entwickelte er zusammen mit Klaus Schmich die "Zähringertafel", die bis heute im "Ratskeller" veranstaltet wird. 2003 wurde aus dem "Comedy-Express" die "Villinger Kumedie", die Thomas Moser seit 2009 mit Frank Bloom betreibt und die volle Häuser garantiert.

2014 blickte er auf 15 Jahre Kumedie-Bühne zurück und erfüllte sich einen bis dato langgehegten Traum: Villingen versus Schwenningen, ein "Kampf der Giganten" sollte es werden und der Schwenninger Michael Schopfer war sein Wunschkandidat. "Er hat sofort "ja" gesagt", erinnert sich Moser. Der Rest ist bekannt. Gerade ist die jüngste Staffel von 16 Vorstellungen des "Satirischen Jahresrückblickes" abgespielt.

Doch nach der Comedy ist vor der Comedy. Am 23. März schlägt die "Villinger Kumedie" in der Tannheimer Turn- und Festhalle auf – wofür es noch Karten gibt – und am 5. April lädt Thomas Moser zu Gunsten der prokids-Stiftung zu einem Benefizabend mit Gästen in die Neue Tonhalle ein. "20 Jahre Kumedie, 40 Jahre Bühne und 60 Jahre Thomas Moser" sind der Anlass für die "Schwertgosch" für einen besonderen Gala-Abend.

Thomas Moser lebt als "erfreuter Single", wie er selbst sagt, sammelt täglich das Material für seine Texte, die er täglich niederlegt. Für die Programme der "Villinger Kumedie" und dem "Kampf der Giganten" braucht es schließlich jede Menge Material. Irgendwann, kündigt er an, werde er ein Buch schreiben.

Zeit bleibt dennoch für seine dritte Leidenschaft – das Reisen in die ganze Welt. In den eigenen vier Wänden hält es ihn das ganze Jahr nicht – nach den Schreibstunden geht es täglich zu Fuß oder per Rad ins Städtle oder er zieht seine Bahnen im Hallen- oder Kneippbad.