Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Villingen-Schwenningen "Katzenflut" stellt Tierheim vor Herausforderung

Von
Zuviel des Guten? Tierschützer fordern eine Kastrationspflicht für Streuner. Foto: Marks

Villingen-Schwenningen - Das jährliche Drama im Kreistierheim beginnt mit K. Die Leiterin Nadine Vögel spricht von einer wahren Katzenflut. Mit dem Tierschutzverein VS fordert sie eine Katzenschutzverordnung und damit eine Kastrations- und Registrierpflicht.

Es ist seit Jahren das gleiche Bild, das sich Nadine Vögel bietet. Deutlich über 100 Katzen haben im Kreistierheim ein neues Zuhause gefunden, 74 Tiere, davon 55 Jungtiere. Derzeit laufen die Vermittlungsbemühungen wieder eher schleppend, nachdem in der Ferienzeit viele Katzen ein neues Zuhause fanden.

Tiere oft in sehr schlechtem Zustand

Vor allem in den Sommermonaten werden die meist verwilderten Tiere von besorgten Tierschützern aufgefunden, so zum Beispiel in Gartenhäuschen, und dann bei Vögel und ihren Mitarbeitern abgegeben. Oft haben diese Katzen kein Zuhause und sind deshalb in einem sehr schlechten Zustand.

"Wir sind übervoll und nur noch am Rödeln", schildert sie die angespannte Lage. Die oft kranken Katzen werden aufgepäppelt. Damit reißen die Tierarzt-Kosten ein Riesenloch in die Kasse des Heims. Viele Tierschutzvereine finanzieren ergänzend je nach ihren Möglichkeiten zusätzlich zur Kastration der Tierheimtiere auch die Kastration frei lebender Katzen. Private Halter müssen bei Katern etwa zwischen 80 und 85 Euro einkalkulieren, bei Katzen sind es um die 140 Euro.

Kastrationspflicht gefordert

Der Kampf gegen die Katzenflut ist nicht unproblematisch, weil sich der Irrglaube halte, "Kastrationen führten zu Verhaltensauffälligkeiten und Katzen müssten wenigstens einmal in ihrem Leben Junge haben". Die Folgen erörtert Nadine Vögel an einem Rechenbeispiel: Eine Katze werfe in guten Jahren zwei Mal im Jahr und da mit an die 20 Babies. "Wenn wenigstens die Besitzer ihre Tiere konsequent kastrieren ließen, hätten wir dieses Problem nicht."

Die einfachste Lösung sei eine Katzenschutzverordnung, die eine Kastration und Registrierung der Tiere vorsieht, bekräftigen Vögel und Theresia Lydia Schonhardt, zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins VS. "Jede Kommune könnte eine solche Verordnung erlassen, die für alle Kater und Katzen gelten soll." So wie es zum Beispiel die Stadt Schramberg gemacht hat. Eine Petition mit dem Ziel einer solchen Verordnung wurde im November 2019 gestartet. Bislang kamen 1820 Unterschriften zusammen, bis zum 1. November müssen 1900 Unterschriften erreicht sein. Dann sollen die ausgefüllten Listen an Sven Hinterseh übergeben werden. Mit der Hoffnung, dass der Landrat eine entsprechende Empfehlung an die Kommunen und Gemeinden im Kreis abgibt. Denn nur sie können Verordnungen erlassen.

Artikel bewerten
16
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.